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Milchproduktion

Wirtschaftliche Bedingungen vieler Milcherzeuger noch verbesserungswürdig

von , am
19.01.2011

Krefeld - Trotz eines Anstiegs der Milcherzeugerpreise um 22 Prozent im vergangenen Jahr sind die wirtschaftlichen Bedingungen vieler Milchviehbetriebe nach wie vor verbesserungswürdig.

Die großen Milchanlieferungen drücken auf den Garantiepreis. © Mühlhausen/landpixel

Auf der Jahrespressekonferenz der Landesvereinigung in Krefeld wies Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Dr. Rudolf Schmidt darauf hin, dass die Milchauszahlungspreise trotz ihres Anstiegs erst wieder das Niveau von Beginn der achtziger Jahre erreicht hätten. Dies sei zu wenig für das neue Jahrzehnt.

Mit Blick auf die weitere Zukunft gab der Geschäftsführer zu bedenken, dass die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis zum Jahr 2030 zu einer deutlichen Ausweitung des Anteils der Generation der mehr als 60-Jährigen führen werde, und zwar von derzeit rund 25 Prozent auf etwa 35 Prozent. Insgesamt werde die Bevölkerungszahl dabei um vier Prozent schrumpfen.

Rückblick auf das Jahr 2010

Für die Molkereien gelte es, diese Entwicklung genau zu beobachten, um rechtzeitig alternative Marktsegmente zu generieren. Im Rückblick auf 2010 stellte Schmidt fest, dass sich der Milchmarkt durch eine Ausgeglichenheit von Angebot und Nachfrage ausgezeichnet habe. Trotz einer Ausdehnung der Milcherzeugung um 1,6 Prozent habe diese insgesamt problemlos dem Markt zugeführt werden können. Die Nachfrage habe sich konstant entwickelt; in den Segmenten Joghurt und Käse sei sie angestiegen.

Interventionsbestände abgebaut 

Der Export nach Russland und Asien sei deutlich höher als 2009 ausgefallen - vor allem bei Käse und Vollmilchpulver - und habe zu einer zeitweiligen Verknappung bei Sahne geführt. Die Interventionsbestände an Butter seien komplett abgebaut und die an Magermilchpulver drastisch reduziert worden. Eine dadurch angemessene Anpassung des Preisniveaus sei jedoch ausgeblieben, beklagte Schmidt.

Preise sind noch zu niedrig

Trotz einer höheren Nachfrage nach Butter hätten die Discounter Ende 2010 die Preise hierfür um sechs Prozent gesenkt. Insgesamt hätte nach Ansicht des Geschäftsführers der Landesvereinigung eine Preisanpassung innerhalb der gesamten weißen Linie erfolgen müssen, um die Verwertungsdifferenzen zur gelben Linie auszugleichen. (AgE)

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