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Haltung und Mast

Wölfe greifen Mutterkuhherde in Brandenburg an

© Dieter Schütz/pixelio.de
von , am
25.10.2014

Brück - Wölfe griffen in dieser Woche zweimal Mutterkuhherden in Trebitz bei Brück (Brandenburg) an, töteten drei Kälber und verletzten weitere Jungtiere.

Vergangenes Jahr wurden zwei enthauptete Wölfe gefunden. Wurden Sie zur Jagdtrophäen? © Jens Bredehorn/pixelio.de
Die Landwirte im Kreis Potsdam-Mittelmark sind verunsichert: auf den Belziger Landschaftswiesen haben Wölfe innerhalb von vier Tagen zwei Mal Mutterkuhherden angegriffen und mehrere Kälber gerissen bzw. verletzt, berichtete die "Märkische Allgemeine Zeitung" (MAZ).
 
Demnach verlor Rinderzüchter Peter Kernchen (55) aus Trebitz bei Brück durch den Angriff eines Wolfsrudels drei Kälber. Weitere Tiere wurden an den Keulen verletzt. Ob sie durchkommen, ist fraglich.

Landesumweltamt sichert unbürokratische Hilfe nach Wolfsangriff zu

Nach ersten Erkenntnissen hatte eine ganze Wolfsfamilie - Eltern und sechs in diesem Jahr geborene Jungtiere - die Herde angegriffen. Die getöteten Kälber wurden zum Teil gleich vor Ort gefressen oder verschleppt, meldet die MAZ weiter.
 
Das Brandenburgische Landesumweltamt habe Züchter Kernchen und den Tierhaltern in der Nachbarschaft des Truppenübungsplatzes Lehnin-Brück, auf dem sich ein ganzes Rudel niedergelassen hat, unbürokratische Hilfe zugesichert. Die Behörde wolle nicht nur den Schaden ersetzen, sondern auch neue, leistungsfähigere Schutzzäune finanzieren. Eigentlich, sagt Matthias Freude vom Landesumweltamt, wüssten sich Rinder gegen Wolfsangriffe zu wehren. "Das ist eine ganz neue Situation. Wir werden mit den Tierhaltern vor Ort eine gemeinsame Lösung finden." Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung glaube indes nicht, dass es sich rechne, immer höhere und teurere Zäune zu bauen, um den Wolf zu bändigen.

Es gibt zwischen 100 und 120 Wölfe in Brandenburg

Seit sieben Jahren gibt es wieder Wölfe in Brandenburg. Wieviele es genau sind, weiß niemand genau, das Landesumweltamt schätzt zwischen 100 und 120 Exemplare. Die Zahl der Rinder, die auf den Landschaftswiesen leben, die eine Wolfsfamilie als einladende Futterstelle entdeckt hat, indes schon: 2.800 Rinder plus Kälber.
 
Im Jahre 2013 rissen Wölfe in Brandenburg nach Angaben des Landesumweltministeriums insgesamt 22 Schafe. In diesem Jahr wurden bis Juli 36 Schafe und ein Kalb registriert.
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