Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Milchviehhaltung

Zellbasierte Milch: Zukunft oder Untergang?

milch-im-glas
am Dienstag, 20.07.2021 - 05:00 (1 Kommentar)

Neben pflanzlicher Milch gibt es mittlerweile auch Milch, die aus Mikroorganismen gewonnen und zu Käse verarbeitet wird. Ein weiterer Schritt in die Zukunft oder weg von der herkömmlichen Kuhmilch?

Erbse, Hafer oder Kokos: Die Alternativen zur herkömmlichen Kuhmilch begegnen uns mittlerweile an jeder Ecke. Mittlerweile gibt es aber auch die Möglichkeit, zellbasierte Milchprodukte aus Proteine herzustellen, die identisch mit zum Beispiel Milchproteinen sind.

Der Schlüssel für diese kuhfreie Milchalternative aus dem Labor ist die Präzisionsfermentation. Bei diesem Vorgang können naturidentische, tierische Moleküle mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt werden. Diesen biologischen Vorgang nutzen einige Unternehmen zur Herstellung der zellbasierten Milch.

Zellbasierte Milch: Wie läuft das ab?

Auch das deutsche Unternehmen Formo aus Berlin beschäftigt sich mit der Herstellung dieser zellbasierten Milch. Hier kodieren die Wissenschaftler die Mikroorganismen beipielsweise mit DNA-Sequenzen von Milch und züchten sie bis zur Ernte in einem Fermenter. 

In einem weiteren Schritt kombinieren die Mitarbeiter die Milchproteine mit pflanzlichen Fetten und Kohlenhydraten und bilden damit den Grundstein für die Käseherstellung. Den letzten Schritt bildet dann das Formen der unterschiedlichen Käsesorten wie Mozarella oder Ricotta.

Aufgrund der hohen Hürden gestaltet sich eine Zulassung dieser Milchalternative allerdings noch schwierig. Hier spielt das Gesetz zur Zulassung von neuartigen Lebensmitteln (Novel Foods) eine entscheidene Rolle. Diese Novel-Foods unterliegen einer EU-weiten Regelung und müssen vor der Freigabe gesundheitlich bewertet werden.

 

Auch Molkerei Hochland beteiligt sich an der kuhlosen Alternative

Auch die Molkerei Hochland hatte sich im letzten Dezember dafür entschieden, in die zellbasierte Milch zu investieren und beteiligte sich am israelischen Start Up Remilk. Nach Angaben des Unternehmens sieht Hochland darin eine Chance, die Möglichkeiten dieser Technologie frühzeitig kennen zu lernen.

Der neue Rohstoff könne zudem in Zukunft das klassische Käsesortiment in einer eigenen Produktlinie ergänzen. Die Molkerei sieht sich aber auch weiterhin als Partner der Milchlieferanten und möchte auch in Zukunft in den Rohstoff Milch investieren.

Mit Material von Utopia; Hochland; Formo

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...