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Milchproduktion

ZMB rechnet mit niedrigeren Milchpreisen

© landpixel
von , am
15.05.2014

2013 konnten sich Milcherzeuger über Rekordauszahlungspreise freuen. Nachdem jetzt aber mehr Milch am Markt ist, geht die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) von sinkenden Erzeugerpreisen aus.

1,1 Millionen kg Milch zuviel haben die deutschen Landwirte im letzten Jahr der Milchquote geliefert. © Mühlhausen/landpixel
Die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung, kurz ZMB, berichtet im neuesten Konjunkturreport des Bundesverbands der Ernährungsindustrie (BVE) von einer "Hochpreisphase am Milchmarkt". Diese habe im April 2013 begonnen und bis zum Frühjahr dieses Jahres angehalten.
 
Nach Daten der ZMB konnten sich Milcherzeuger in Deutschland (und anderen weltweit wichtigen Produktionsregionen) vergangenes Jahr über Rekordauszahlungspreise freuen. Auch 2014 sei mit für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Milchpreisen gestartet.

ZMB rechnet mit sinkenden Erzeugerpreisen

Die guten Preise und das überwiegend günstige Wetter haben nach Angaben der ZMB in den ersten Monaten dieses Jahres jedoch auch die Milcherzeugung stimuliert. Die Steigerungsraten in Deutschland und der EU lagen Anfang 2014 mit mehr als vier Prozent deutlich über den historischen Erfahrungswerten.
 
Die Verarbeitung der angelieferten Milchmengen stellt eine Herausforderung für die Molkereiwirtschaft dar, da die Verarbeitungskapazitäten hoch ausgelastet sind.
 
Wegen der höheren Verfügbarkeit von Milch gibt es der ZMB zufolge seit Februar erste Korrekturen bei den Preisen für Milchprodukte. Je nach Produktsegment seien diese unterschiedlich stark ausgefallen und werden - mit gewissem Zeitverzug - einen Rückgang der Erzeugerpreise nach sich ziehen.

Importnachfrage aus China steigt

Auslöser der Hochpreisphase waren 2013 eine weitgehende Unterbrechung des Wachstums des weltweiten Milchaufkommens sowie eine starke Zunahme der Importnachfrage aus China. Dort ist die Milcherzeugung 2013 nach offiziellen Angaben um 5,7 Prozent gesunken. Dies hat dazu geführt, dass ein höherer Anteil der ohnehin steigenden Nachfrage über Einfuhren gedeckt werden musste.
 
Diese Entwicklungen haben mehr Wettbewerb um das weltweit verfügbare Angebot und einen starken Preisanstieg verursacht. 

Milcherzeugung in EU und Ozeanien wächst

2014 zeichnet sich zunächst eine Verbesserung der weltweiten Verfügbarkeit von Milcherzeugnissen ab, da die Milcherzeugung in der EU und Ozeanien kräftig wächst. Auch die USA sind verstärkt als Exporteur von Milchprodukten präsent. Die Nachfrage aus China ist indessen weiter wachsend, während über die weitere Importnachfrage Russlands, des zweitgrößten Importeurs der Welt, aufgrund der Rubelabwertung und der politischen Situation Unsicherheit besteht.
 
Wachsend ist aktuell die Weltmarktnachfrage nach Milchpulver, während der Markt für Käse von Stagnation gekennzeichnet ist. 

Milchvieh in Zentraleuropa

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