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Milchviehfütterung

Mit Zwischenfrüchten stabiler füttern

fressende Kühe
am
31.07.2019
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Nicht nur der Klimawandel könnte Zwischenfrüchten wieder eine Renaissance auf den Feldern bereiten, sondern auch die damit verbundene Chance, die Futtergrundlage zu ergänzen und verbreitern.

Zwischenfrüchte als Gründüngung und als Futter für Rinder hat in Deutschland eine lange Tradition. In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten ist die Nutzung zurückgegangen, was die Artenvielfalt im Grobfutterangebot eingeschränkt hat. Dabei gibt es wichtige Gründe, sich auf die Stärken und Vorteile von Zwischenfrüchten zurückzubesinnen. Dazu gehören das veränderte Klima, das Erhalten der Bodenfruchtbarkeit, verminderte Erosion, ein verbesserter Wasserhaushalt, sowie verschiedene pflanzenbauliche Aspekte, wie zum Beispiel die Ansammlung von Stickstoff durch Ackerbohnen, Erbsen und andere Leguminosen.

Zwischenfrüchte: Verschiedene Spezies

Welche Zwischenfrüchte sind bekannt und welchen Futterwert haben sie? Es liegen relativ wenige Angaben zu Zwischenfrüchten vor. Landwirten und Beratern wird daher empfohlen, vor dem Verfüttern von Zwischenfrüchten eine Futtermittelanalyse anfertigen zu lassen. Zu Anbaubedingungen, Sortenfragen und agrotechnischen Maßnahmen gibt es umfangreiches Wissen. Die Zwischenfrüchte gehören zwar zu den verschiedensten Pflanzenspezies (Gräser, Leguminosen, Kreuzblütler und andere), es können aber einige gemeinsame Grundsätze abgeleitet werden:

  • Nutzung: Zwischenfrüchte lassen sich als Frischfutter, Silage, zum Trocknen und zur Beweidung nutzen. Jeder Betrieb muss die Eigenschaften und Bedingungen für die zu wählenden Zwischenfrüchte kennen, bevor er sich entscheidet. Die Nutzung ist stark von Standortbedingungen und von der Wirtschaftsform und Größe des Tierbestands abhängig.
  • Allgemein haben Zwischenfrüchte einen relativ niedrigen Trockensubstanz (TS)-Gehalt. Daher eignen sie sich in vielen Fällen nur zur Beweidung oder für die Frischfütterung. Das ist zum Beispiel bei Raps- und Rübsengrünfutter der Fall. Silieren oder Trocknen kommen in Betracht, wenn der TS-Gehalt es zulässt, beziehungsweise ein Anwelken möglich ist. Beim Silieren sind Silierhilfsmittel zur Förderung der Milchsäuregärung zweckmäßig (homofermentative Milchsäuren, Ameisensäure und ihre Salze, Na-Nitrit, Hexamethylentetramin). Beim Silieren mit TS-Gehalten unter 26 Prozent, fallen große Mengen Sickersaft an. Gut geeignet zum Silieren sind Weidelgräser und Klee-Gras-Gemische. Eine weit verbreitete Winterzwischenfrucht ist Futterrogen (Grünschnittroggen), der sich sowohl als Frischfutter, zum Silieren oder Trocknen eignet.
  • Wie bei allen Grobfuttern, ist auch bei Zwischenfrüchten der Fasergehalt bedeutend. Dieser ist sehr unterschiedlich. Im Grünfutter kann, abhängig vom Schnittzeitpunkt, die Strukturwirkung in der Ration sehr unterschiedlich sein.
  • Verschiedene Zwischenfrüchte haben Eigenschaften oder enthalten Inhaltsstoffe, die es nötig machen, den Einsatz zu begrenzen, um Futteraufnahme und/oder Gesundheit der Tiere nicht negativ zu beeinträchtigen
  • Mit dem Rohaschegehalt lässt sich der Verschmutzungsgrad beurteilen. Er sollte nicht mehr als 10 g Rohasche je kg TS betragen. Werte über 15 g/kg TS wirken sich negativ auf die Tiergesundheit aus.
  • Bei den Sommerzwischenfrüchten erfordern einige eine frühe Aussaat ab Mitte Juli beziehungsweise im August („Stoppelfrüchte“). Hierzu gehören Gräser, Leguminosen oder Markstammkohl. Spätere Saatzeiten vertragen alle Kreuzblütler, Ölrettich, Senf oder Phacelia. Für die noch im Ansaatjahr zu nutzenden Sommerzwischenfrüchte spielt für den Einsatz in den Rationen die Frostverträglichkeit eine große Rolle. Je nach Region und Standort wird die Frostverträglichkeit ein Kriterium für die Auswahl der geeigneten Zwischenfrucht sein.

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