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Zucht

ZWS Braunvieh: Huray führt die Liste weiter souverän an

© landpixel
von , am
14.05.2013

München - Bei der aktuellen Zuchtwertschätzung Braunvieh gab es zwar wenig Neues, weil Huray nach wie vor die Liste sicher anführt. Auf dem dritten Platz findet sich dennoch ein Neuling, der aufhorchen lässt.

Belegt auch im April 2015 einen Top-Platz in der Zuchtwertschätzung Deutschland/Österreich: Milchmacher Huray. © Besamungsstation Greifenberg
Die ersten beiden Namen auf der aktuellen Zuchtwertliste sind bereits bekannt: Huray und Joschka. Der Erstplatzierte Huray punktet sowohl mit hervorragenden Werten in diversen Disziplinen, als auch mit einer praktisch unschlagbaren Sicherheit von 99 Prozent im GZW 131. Seine Werte sind seit der vergangenen Zuchtwertschätzung stabil geblieben, beim Fleischwert konnte er sogar um 2 Punkte leicht zulegen und kommt jetzt auf 95 Zähler. Sein guter Gesamtexterieurwert von125 basiert aus der Bewertung von inzwischen 942 Töchtern. Beachtlich ist noch seine maternale Fruchtbarkeit mit dem sehr guten Wert von 114, der andeutet, dass die Töchter trotz der hohen Milchleistung fruchtbar sind. Huray hat inzwischen 8.500 Töchter in der ersten Laktation, die eine sehr gute Milchleistung, allerdings bei leicht negativen Inhaltsstoffen aufweisen. Die Zellzahl ist allerdings nicht die Stärke des Top-Bullen, obwohl er von Schätzung zu Schätzung zugelegt hat und nun auf 98 kommt. Huray ist weiterhin der höchste nachkommengeprüfte Bulle in Deutschland, Österreich, den USA und der Schweiz.

Aus dem Nichts auf Platz drei: Vinold

Der Zweitplatzierte Joschka kommt auf einen Gesamtzuchtwert von 127 und konnte ebenfalls um zwei Punkte beim Fleischwert zulegen. Sein Pfund ist seine hohe Zellzahl von 117. Außerdem konnte er seine Jahresmilchleistung enorm steigern: von knapp unter 2.500 Kilo im Dezember 2012 auf nunmehr 6.738 Kilo
 
Auf dem dritten Platz findet sich ein Neuling namens Vinold. Der 2008 geborene Vinozak-Sohn weist sowohl einem hohen Milchwert (126) als auch einen hohen Fleischwert (114) auf. Im Exterieur bescheinigen ihm seine bisher bewerteten 42 Töchter im Rahmen 109, Becken 102, Fundament 107 und Euter 104 leicht überdurchschnittliche Werte. In den funktionalen Eigenschaften bringt er in der Nutzungsdauer 98, Persistenz 97 und Fitness 98 knapp durchschnittliche Werte. Bei der Anpaarung ist auf die Bemuskelung (75) sowie auf die Oberlinie (83) zu achten. Aufgrund der Abkalbezahlen (92) sollte Vinold nicht auf Kalbinnen eingesetzt werden, empfiehlt die Besamungsstation Greifenberg.
 
Der Viertplatzierte Huxoy beeindruckt mit seinem extrem hohen Exterieurwert von 131 Punkten, allerdings basiert dieser Wert nur auf 55 Töchtern, die in dieser Kategorie geprüft wurden. Daneben spricht sein Fitnesswert von 125 für ihn. Auch die Jahresmilchleistung von 7.142 Kilo bei leicht negativen Werten beeindruckt. Sein Fleischwert beträgt jedoch nur 85 Zähler. Seit der letzten Zuchtwertschätzung im Dezember hat Huxoy drei Punkte im GZW zur verloren, er liegt nun bei 124.

Bei Jubev und Preset wissen die Landwirte, was sie erwartet

Auf Rang fünf findet sich Jubev, der zum Jahresende noch auf Platz 13 lag. Die Stärke des Jublend-Sohns ist nach wie vor sein enormer Fleischwert von 115 Zählern und seine Fitness mit 117 Punkten. Außerdem kann der zehnjährige Stier (geboren 2003) mit einer Sicherheit von 95 Prozent punkten.
 
Preset konnte seit der letzten Zuchtwertschätzung ebenfalls Boden gut machen und findet sich jetzt auf Platz sechs. Als Altstier glänzt er ebenfalls mit einer sehr hohen Sicherheit (97 %) im Gesamtzuchtwert von 122. Das macht ihn wohl auch bei Landwirten so beliebt, inzwischen hat er über 7.600 Töchter.

Schwache Nerven und lockere Schultern

Auf dem siebten Platz hat sich der Zeus-Sohn Zanussi hochgeschoben, der damit zwei Plätze im Verleich zur letzten Zuchtwertschätzung gut machte. Zanussi weist mit seinem Milchwert von 121, Fleischwert 102, Fitness 106 und Nutzungsdauer 102 ein ähnliches Profil auf, wie Preset. Allerdings liegt er im Exterieur deutlich hinter seinem Vordermann, der hier beachtliche 124 Punkte erreicht, während Zanussi nur auf 102 kommt. Außerdem sind die Werte des noch relativ jungen Bullen (Geburtsjahr 2007) deutlich weniger sicher, im Gesamtzuchtwert kommt er auf eine Sicherheit von 84 %. Zanussi war bereits als genomischer Vererber im Einsatz. Die bisher bewerteten Töchter weisen einen knapp mittleren Rahmen mit soliden Fundamenten und überdurchschnittlichen Eutern auf, wobei die Voreuterlänge und Hintereuterbreite hervorstechen. Nervenstärke scheint jedoch nicht immer die Sache von Zanussi zu sein: gelegentlich beobachteten die Prüfer bei dem Bulle bzw. seinen Nachkommen starke Nervosität.
 
Auch bei dem nachfolgenden Bullen Polari beobachteten die Prüfer einen Mangel, der hier sogar als häufig eingestuft wurde: die lockere Schulter. Der Poldi-Sohn musste seit der Dezember-Schätzung sowohl beim Milchwert (115), als auch beim Fleischwert (97) und im Exterieur (97) leichte Abschläge hinnehmen, nur bei der Fitness (114) konnte er etwas zulegen. Polari ist bereits tot, es gibt jedoch noch ausreichend Sperma von ihm.

Payssli bleibt das unangefochtene Exterieurwunder

Platz neun nimmt Payssli ein. Der Payoff-Sohn gilt als Exterieurwunder, weil er in dieser Kategorie mit unschlagbaren 136 Punkten glänzt. Ganz passabel ist auch sein Fitnesswert von 118 Zählern. Sein Milchwert liegt bei 112, sein Fleischwert nur bei 91 Punkten.
 
Das Schlusslicht der Top-Ten-Liste bildet diesmal Ettal, mit einem GZW von 121. Der Etvei-Spross weist einen hohen Fitnesswert von 122 auf und immerhin 119 Punkten im Exterieur. Sein Milchwert liegt bei 110, sein Fleischwert bei 101. Bei seinen Nachkommen wurde häufiger ein enger Strichabstand beobachtet.
 
Die Basisanpassungen bei der Braunvieh-Zuchtwertschätzung betragen beim Gesamtzuchtwert  -0,8 Punkte. Die stärksten Anpassungen gab es beim Milchwert mit -0,7 Punkten, bei den Milch-kg mit -29 und beim Eiweiß-kg mit -1,0. Bullen mit mindestens zehn Töchtern in mindestens fünf Herden bilden die neue Basis. Die Tiere müssen zwischen April 2002 bis 2005 geboren und somit zwischen acht und zehn Jahren alt sein.
 
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