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Zucht

ZWS Braunvieh: Söhne stellen Väter in den Schatten

von , am
18.04.2014

München - Huray und seine Söhne dominieren derzeit die Bunte Liste beim Braunvieh - sowohl bei den töchtergeprüften Bullen als auch bei den genomischen Jungvererbern.

Belegt auch im April 2015 einen Top-Platz in der Zuchtwertschätzung Deutschland/Österreich: Milchmacher Huray. © Besamungsstation Greifenberg
Beide Listen werden momentan von Huray-Söhnen angeführt.
 
Künftig stellen wir Ihnen einige neue genomische Jungvererber beim Braunvieh ebenfalls kurz vor, da sie in der Praxis für viele Landwirte zunehmend interessanter werden, obwohl die Sicherheit ihrer Prüfwerte deutlich geringer ist als bei den nachkommensgeprüften Vererbern. Gemeinhin wird deshalb empfohlen einzelne Bullen nicht zu intensiv einzusetzen, sondern breit zu streuen, um das Risiko zu verringern.
 
Die Zuchtwerte bei den Spitzenstieren sind leicht zurückgegangen (um -1,5 bis -1,8 Punkte), da das Schätzmodell geringfügig geändert wurde.

Zephir verabschiedet sich aus der Bunten Liste

Bei den töchtergeprüften Braunviehbullen sind vier Neulinge in der Top Ten der Bunten Liste zu finden. Dafür mussten andere das Feld räumen. Allen voran die bisherige Nummer eins, der italienische BulleZephir. Er erscheint in der aktuellen Bunten Liste nicht mehr. Der Bulle lebt zwar noch und seine Zuchtwerte haben sich auch nur geringfügig verändert: beim Gesamtzuchtwert musste er drei Zähler auf 130 abgeben, beim Milchwert vier auf 125, beim Fleischwert stieg er um einen Punkt auf 113, bei der Fitness und der Nutzungsdauer um jeweils zwei auf 111 und 103. Doch trotz dieser hervorragenden Werte konnte sich der BH2-Träger weder in Deutschland noch in Österreich mit Töchtern etablieren.

Harley überholt seinen Vater Huray

Die Bunte Liste der nachkommensgeprüften Vererber wird jetzt von Harley, einem Huray-Sohn, angeführt, der zuvor schon als genomischer Jungvererber auf sich aufmerksam machte. Vater und Sohn weisen beide einen Gesamtzuchtwert von 131 auf, in der Sicherheit unterscheiden sie sich jedoch deutlich: Harleys Wert ist zu 80 Prozent sicher, Huray weist eine Sicherheit von 99 Prozent auf. Dafür übertrifft der Junior den Senior sowohl im Milchwert (Harley 126, Huray 124) als auch beim Fleischwert (Harley 110, Huray 52). Harley glänzt dabei mit einer enormen Milchmengenvererbung von +1.342 Kilo bei leicht negativen Inhaltsstoffen, allerdings können sich auch Hurays Zahlen sehen lassen: 1.147 Kilo bei ebenfalls leicht negativen Inhaltsstoffen. Bei der Fitness (Harley 114, Huray 116) und im Exterieur (Harley 109, Huray 122) hat der Altvordere die Nase vorne. Hervorzuheben ist auch Hurays Fruchtbarkeitswert von 115.
 
Auf dem dritten Platz findet sich ein weiterer Huray-Abkömmling, nämlich Hacker. Dessen Gesamtzuchtwert ist zwar leicht zurückgegangen, um zwei Zähler auf 129, dafür sind seine Werte deutlich sicherer geworden, sie liegen nun bei 82 Prozent. Er besticht mit sehr guten Werten für Fundamente (125) und Euter (113).

Huxoy legt deutlich zu

Auf Rang vier ist Huxoy mit einem GZW von 128. Das sind fünf Punkte mehr, als noch im Dezember, wobei bemerkenswert ist, dass sich seine Sicherheit um vier Prozent auf jetzt 92 erhöht hat. Diesen Sprung schaffte er vor allem durch eine Verbesserung im Milchwert von 111 auf 115 Punkte und einer deutlichen Erhöhung seiner Milchleistung von 778 Kilo auf 959 Kilo. Inzwischen sind auch schon seine ersten Söhne in der Spitzengruppe der genomischen Jungvererbern angekommen.
 
Der zweithöchste Neueinsteiger bei den nachkommensgeprüften Stieren heißt Erasco und ist ein Emerog-Sohn. Er erreicht einen GZW von 125 Punkten und glänzt mit einem Top-Fleischwert von 117. Aber auch sein Milchwert von 118 und sein Fitnesswert von 115 machen ihn zu einem interessanten Vererber. Bei der Milchleistung kommt er auf 1.038 Kilo.
 
Der Ellectio-Sproß Elias ist ebenfalls neu unter den töchtergeprüften Vererbern. Sein GZW liegt bei 123. Während sein Milchwert mit 119, sein Fitnesswert mit 116 und sein Exterieurwert mit 103 sehr ansehnlich sind, kommt er beim Fleischwert nur auf 90 Punkte.
 
Einen Platz hinter ihm findet sich Huck, der zweite Hucos-Sohn unter den zehn besten töchtergeprüften Vererbern neben Huxoy. Huck konnte mit den ersten Laktationen seinen GZW um drei Punkte auf 121 steigern. Angestiegen ist auch sein Fitnesswert um vier Punkte auf 118. Bei den funktionalen Merkmalen sticht die Nutzungsdauer mit 120 und die Melkbarkeit mit 117 hervor. Die Töchter zeigen einen knapp durchschnittlichen Rahmen mit guter Beckenlage, feine und korrekte Fundamenten (121) sowie hoch aufgehängten Euter.

Jungvererber: Drei Huray-Söhne unter den Top Ten

Auch bei den genomischen Jungvererbern sind drei Huray-Söhne unter den besten Zehn. Husold, der Erstplatzierte übertrifft seinen Vater im Gesamtzuchtwert deutlich mit 138 Punkten. Er glänzt mit einem sehr guten Fitnesswert von 124 Punkten und im Exterieur mit 114. Auch beim Milchwert mit 129 und beim Fleischwert (102) stellt Husold seinen Vater in den Schatten. Allerdings sind diese beeindruckenden Zahlen - wie bei allen genomischen Jungvererbern - mit Vorsicht zu genießen, da sie allesamt erst noch bewiesen werden müssen.
 
Auf dem zweiten Platz abgerutscht ist Verdi mit einem GZW von 137. Seine Stärke liegt in der Milchleistung, wo er 130 Punkte erreicht. Auch sein Fitness- (121) und sein Exterieurwert (113) beeindrucken. Zu beachten ist indes sein Fleischwert von 94 Punkten.
 
Die Werte des Hussant-Sohn Hidalgo (GZW 133) lassen auf einen recht ausgewogenen Vererber schließen: Milchwert 127, Fleischwert 111, Fitness 115 und Exterieur 119. Seine Milchleistung beträgt 1.121 Kilo.

Purpro, Alaba und Varonto sorgen für frisches Blut

Der höchste Neueinsteiger bei den genomischen Jungvererbern ist der Payboy-Sproß Purpro. Seine Stärke scheint die Fitness zu sein, wo er auf 121 Punkte kommt, aber auch das Exterieur (116), der Fleischwert (107) und der Milchwert mit 122 sind sehr passabel.
 
Neu bei den Top-Ten der Jungbullen sind auch Alaba *TM, Varonto und Hupays. Alaba (GZW 132) besticht ebenfalls mit einem sehr hohen Fitnesswert von 129. Sein Milchwert beträgt 118 und sein Exterieurwert 112. Sein größtes Manko ist allerdings, dass er BH2-Träger ist. Varonto und Hupays kommen beide auf einen GZW von 131. Beim Milch- und beim Fitnesswert sind ihre Zahlen ebenfalls nah beieinander (Milch: Varonto 122, Hupays 121, Fitness: Varonto 115, Hupays 113). Beim Fleisch- und beim Fitnesswert unterscheiden sich der Vanpari-Sohn und der Huxoy-Sohn schon deutlicher. Fleischwert: Varonto 92, Hupays 101; Fitnesswert: Varonto 127, Hupays 121. Varontos Stärken liegen im Fundament (113) und der Eutervererbung 119), während Hupays beim Rahmen punktet (114).     
 

ZWS Braunvieh

Harley (geb. 2009) | V: Huray/MV: Presiden | gGZW: 131 | MW: 126 | FW: 110 | FIT: 114 | Ext. 109 Besamungsstation Greifenberg © Luca Nolli/BSG
Huray (geb. 2002) | V: Hussli/MV: Siray | gGZW: 131 | MW: 124 | FW: 95 | FIT: 116| Ext. 122 Besamungsstation Greifenberg © Luca Nolli/BSG
Erasco (geb. 2008) | V: Emerog/MV: Hucos | gGZW: 125 | MW: 118 | FW: 117 | FIT: 115 | Ext. 107 Rinderbesamungs-Genossenschaft Memmingen eG © Luca Nolli/RBG
Elias (geb. 2009) | V: Ellectio/MV: Hussli | gGZW: 123 | MW: 119 | FW: 90 | FIT: 116 | Ext. 103 Besamungsstation Greifenberg © BSG
Huck (geb. 2008) | V: Hucos/MV: Huray | gGZW: 121 | MW: 113 | FW: 104 | FIT: 118 | Ext. 111 Besamungsstation Greifenberg © Luca Nolli/BSG
Jungbulle Husold (geb. 2011) | V: Huray/MV: Presold | gGZW: 138 | MW: 129 | FW: 102 | FIT: 124 | Ext. 114 Rinderunion Baden-Württemberg, Herbertingen © RBW
Jungbulle Purpro (geb. 2012) | V: Payboy/MV: Huray | gGZW: 132 | MW: 122 | FW: 107 | FIT: 121 | Ext. 116 Rinderunion Baden-Württemberg, Herbertingen © RBW
Jungbulle Varonto (geb. 2012) | V: Vanpari/MV: Pronto | gGZW: 131 | MW: 122 | FW: 92 | FIT: 127 | Ext. 115 Rinderunion Baden-Württemberg, Herbertingen © RBW
Jungbulle Hupays (geb. 2012) | V: Huxoy/MV: Payssli | gGZW: 131 | MW: 121 | FW: 101 | FIT: 121 | Ext. 113 Rinderunion Baden-Württemberg, Herbertingen © RBW
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