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Zucht

ZWS Fleckvieh: Tritt Manton das Erbe seines Vaters an?

von , am
04.05.2013

Winnipegs Söhne dominieren nach wie vor die Fleckviehzucht, doch es gibt auch Alternativen. Zum Beispiel Manton, den besten Spross des kürzlich eingeschläferten, legendären Manitoba.

Manton - die äußerliche Ähnlichkeit mit seinem Vater Manitoba ist augenfällig. © Besamungsverein Neustadt Aisch
Die Abschreibungen durch die Basisanpassungen betragen beim Gesamtzuchtwert des Fleckviehs -0,8 Punkte. Die stärksten Anpassungen gab es beim Milchwert mit -0,9 Punkten, bei den Milch-kg mit -42 und beim Fett-kg mit -1,1. Bullen mit mindestens zehn Töchtern in mindestens fünf Herden bilden die neue Basis. Die Tiere müssen zwischen April 2002 bis 2005 geboren und somit zwischen acht und zehn Jahre alt sein.

Wille führt nach wie vor die Liste an

Wille kann sich nach wie vor auf dem ersten Platz behaupten, obwohl er beim Gesamtzuchtwert GZW deutlich mehr als die 0,8 Abschreibungspunkte einbüßte, nämlich vier Zähler. Er hat nun einen GZW von 141. Sein Vorsprung zum Zweitplatzierten Vanadin hat sich damit halbiert. Wille besticht trotzdem weiterhin durch seinen sehr hohen Milchwert von 131 Punkten. Bei der Zellzahl konnte er sich leicht verbessern auf 112. Der Fleischwert ist indes bekanntlich nicht seine Stärke, hier kommt er nur auf 102 Zähler. Im Bereich Fitness und Nutzungsdauer verzeichnete er kleinere Einbußen, dafür hat sich seine Sicherheit in diesem Bereich erhöht.

Vanadin punktet mit Masse

Der Zweitplatzierte Vanadin ist so ziemlich das genaue Gegenstück zu Wille. Der Vanstein-Sohn punktet vor allem mit seinem extrem hohen Fleischwert von 142, mit der er alle anderen Fleckviehbullen weit übertrifft. Sein bekanntes Manko: Sein Milchwert. Mit nunmehr 117 Zählern, weist er hier den zweitniedrigsten Wert in der Gruppe der Top Ten auf, nur Willem TA* liegt mit 116 noch darunter. In den Punkten Fitness und Nutzungsdauer konnte Vanadin leicht zulegen auf 119 bzw. 121 Punkte. Ein weiteres Pfund sind seine guten Exterieurwerte (110).

Drei Winnipeg-Söhne sind sich dicht auf den Fersen

Auf den dritten Platz vorgeschoben hat sich nun Waldbrand. Seinen Aufstieg hat der Winnipeg-Abkömmling jedoch in erster Linie dem Abstieg des im Dezember noch drittplatzierten Rumgo zu verdanken, der nun auf Platz sieben liegt. Waldbrand konnte seine Werte indes relativ stabil halten. Er erreichte, genau wie seine beiden in der Platzierung hinter ihm liegenden Halbbrüder Weiz und Willem TA, einen GZW von 137. Mit seinem Milchwert von 124 Punkten hat Waldbrand in diesem Trio die Nase vorne. Weiz kommt hier auf 121 und Willem TA auf besagte 116 Zähler. Der Fleischvererber unter den drei Winnipeg-Söhnen ist eindeutig Weiz mit einem Wert von 128, vor Willem TA mit 122 und Waldbrand mit 108. Bei der Fitness hat widerum Willem TA die Nase vorne mit 128 Punkten, vor Waldbrand mit 122 und Weiz mit 118. Letzterer weist auch den niedrigsten Wert bei der Nutzungsdauer auf mit 111 Zählern, hinter Waldbrand mit 115 und Willem TA mit 121 Punkten.

Frisches Blut oder Sicherheit?

Auf Platz sechs findet sich der höchste Neueinsteiger der Top-Ten-Liste: Rosskur PS, ein Ralmesba-Sohn. Er gehört, wie die anderen beiden Neulinge Mari und Manton, zu den jüngsten Bullen der Gruppe, da er erst 2008 geboren wurde. Rosskur PS weist ein ähnliches Merkmals-Profil auf wie der Erstplatzierte Wille: einen hohen Milchwert von 132 Punkten und einen niedrigen Fleischwert mit 102.
 
Auf Rang sieben abgerutscht ist - wie bereits erwähnt - Rumgo, obwohl seine Werte abgesehen vom Milchwert, der von 125 auf 122 abnahm, alle sehr stabil geblieben sind. Als Oldie der Gruppe besticht er vor allem durch seine hohe Sicherheit, sein Gesamtzuchtwert von 136 Punkten wird zu 98 Prozent als sicher eingeschätzt.
 
Mari, ein Mal-Sohn, konnte sich den achten Platz sichern. Seine Werte lassen auf einen relativ ausgeglichenen Fleisch-Milch-Vererber schließen. Sein Milchwert liegt bei 125, sein Fleischwert bei 113 Punkten. Abzuwarten bleibt, wie sie sein derzeit relativ geringer Fitnesswert mit 116 Zählern und seine Nutzungsdauerwert mit 109 Punkten entwickelt.

Manton tritt in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters Manitoba

Den neunten Rang nimmt Manton ein. Damit ist er der bestplatzierte Sohn des legendären Fleckviehvererbers Manitoba, der vor wenigen Wochen eingeschläfert werden musste. Manitoba nahm in seinen zwölf Lebensjahren 24 Mal an der Zuchtwertschätzung teil und rangierte mit einem Schluss-GZW von 130 Punkten nur 8 Zähler hinter seinem Einstiegswert. Sein Sohn Manton weist mit 125 Zählern einen sehr passablen Milchwert auf, sein Fleischwert mit 104 empfiehlt ihn jedoch eher für die gezielte Anpaarung. Seine Töchter zeigen gute Fundamente. Bei der Nutzungsdauer besticht er derzeit mit beachtlichen 125 Punkten. Seine Töchter sind mittelrahmig und zeichnen sich durch gute Fundamente und Euter aus.
 
Das Schlusslicht der Top-Ten-Liste bildet Ricki, ein Romello-Abkömmling. Er war bereits vor einem Jahr, im April 2012, in der Spitzengruppe vertreten. Auch er ist - ähnlich wie Mari - ein Milch-Fleisch-Vererber, mit einem Milchwert von 128 und einem Fleischwert von 117. Sein Fitnesswert mit 106 Punkten und seine Nutzungsdauer mit ebenfalls 106 Zählern sollten bei der Anpaarung indes beachtet werden.    

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