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Zucht

ZWS Fleckvieh: Wille top, Waldbrand-Söhne klopfen an

von , am
13.08.2015

Im harten Kampf um die Pole-Position bei den nachkommengeprüften Bullen kann Wille seine Führungsrolle behaupten. Auch einige Waldbrand-Söhne tummeln sich wieder unter den Top-Vererbern.

Mit einem GZW von 136 erneut auf Platz 1 bei den nachkommengeprüften Fleckvieh-Bullen: Wille von der Besamungsanstalt Birkenberg, Tirol. © Besamungsanstalt Birkenberg, Tirol
Die mittlerweile 15.000 Töchter von Wille aus den verschiedensten Ländern Europas beweisen sein enormes Leistungsvermögen. Die Euterqualität hat sich diesmal nicht verschlechtert. Weiterhin bringt die aktuelle Schätzung bei den Fleckvieh-Bullen aus Deutschland und Österreich eine Vielzahl an interessanten Neulingen mit zum Teil brauchbaren Linienalternativen, wie Bernhard Luntz von der LfL Tierzucht in Grub schreibt.
 
Dass ein Bullenvater über einen Zeitraum von sieben Jahren aktiv im Einsatz ist, kommt sicherlich nur sehr selten vor. Die Söhne von Wal stammen aus den Geburtsjahrgängen 2005 bis 2011, und auch die spät geborenen können noch mit beachtenswerten Ergebnisse aufwarten. Mit Walfried*TA (MV: Malefiz) steht der höchste Neueinsteiger auf Platz drei. Die Kombination verspricht vor allem starke Fitnessqualität mit sehr gutem paternalen Kalbeverlauf. Das gute Gesamtbild wird aber durch eine schwache Melkbarkeit getrübt.
 
Wesentlich kompletter zeigt sich dabei Wurzl (MV: Rau). Die ordentlich bemuskelten Töchter zeigen gute 100-Tage-Leistungen und haben auch in der Fundament- und Euterbewertung überzeugt. Die kürzeren Striche sind bisweilen etwas außen platziert.

50 eingestellte Waldbrand-Söhne

Von den 50 eingestellten Waldbrand-Söhnen ist die spätere Verwendung schon wegen der Erbfehlerproblematik ihres Vaters eingeschränkt. Jetzt kommt mit Walot (MV: Gebalot) ein frei getesteter Sohn in das geprüfte Segment, der bei hohem GZW ein ansprechendes Prüfergebnis vorweisen kann. Der Exterieurbericht weist vor allem im Fundament ein tadelloses Bild auf. Leichtkalbigkeit deutet sich außerdem an.
 
Ebenfalls deutlich gestiegen ist Westkreuz (MV: Rumen). Allerdings ist die Milchleistung bei seinen Töchtern noch schwach abgesichert und auch im Exterieur liegen erst 21 Ergebnisse vor. Im Fundament wäre sicherlich noch eine Verbesserung in der Sprunggelenkswinkelung und Fessel wünschenswert.
 
Der als GJV breit eingesetzte Rureif-Sohn Vulcano hat mit seinen formschönen Töchtern einen zufriedenstellenden Eindruck hinterlassen. Zwar ist der MW mit 113 eher knapp, aber eine hohe Vorschätzung in der Persistenz lässt hoffen. Über MV Winnipeg wird die Verwendung aus Gründen der Linienvielfalt begrenzt.
 
Ebenfalls stärkerer Beachtung als GJV erfuhr Saldana*TA. Über Salvator und Safir (MV: Vodach) hat er seine Stärke in der Milchmengenvererbung, ohne dass die Inhaltsstoffe zu sehr darunter leiden. Das Exterieurergebnis kann allerdings nur durchschnittlichen Ansprüchen genügen. Die großen Euter haben z.T. Schwächen in der Aufhängung. 

Everest kommt gut

Dass der jahrelange Einsatz als GJV ein hohes züchterisches Risiko darstellt, ist unbestritten. Everest (MV: Winnipeg) hat aber seine genomische Einschätzung vom April voll bestätigt und ragt mit einem aktuellen Milchmengenzuchtwert von +1300 kg heraus. Die mittelrahmigen Töchter haben sehr gute Beine und zeigen einen flotten Milchfluss. Allerdings sind die geräumigen Euter in der Aufhängung eher knapp. Der Kalbeverlauf ist mit über 3.000 Erstlingsgeburten bereits abgesichert.
 
Sehr erfreulich ist die Fortsetzung der E-Linie auch über den Bullenvater Endo. Mit Enchilada*TA (MV: Vagil) beendet ein ordentlich geprüfter Sohn seinen Testeinsatz und kann mit deutlichem Zuwachs im MW aufwarten. Die eher knapprahmigen Töchter haben funktionale Euter und überzeugen in der Strichplatzierung. Allerdings sind erst 22 Töchter bewertet.
 
Die Linie Dirigent ist in der Fleckviehzucht wenig verbreitet. Umso wertvoller ist das gute Prüfergebnis von Distanz und Dryland anzusehen. Distanz (V: Dextro, MV: Zahner) bringt Euter mit starkem Zentralband. Der Kalbeverlauf ist allerdings zu beachten. Dryland hat von seinem Vater Didimus die Exterieurstärke geerbt und kann aufgrund seines Muttervaters Malibu breit eingesetzt werden. 

Neueinsteiger beim Fleckvieh: Zuchtwerte bestätigt

Die guten Neueinsteiger aus den letzten beiden Schätzungen können zum Teil nochmal kräftig zulegen. Humpert bringt sehr leistungsstarke Töchter und wird mit plus sechs Punkten im MW und GZW belohnt.
 
Iserschee glänzt mit toller Persistenz und gewinnt dadurch ebenfalls. Auch Vulkan, der im April noch wenig Leistungsinformation vorweisen konnte, hat das Vertrauen gerechtfertigt. Sein gutes Exterieurergebnis hat er mit 41 neuen Töchtern exakt gehalten.
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