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Zucht

ZWS Holstein: Nicht viel Neues von Guarini & Co.

© landpixel
von , am
07.12.2013

Die Dezember-Zuchtwertschätzung der aktiven töchtergeprüften Holsteinbullen brachte nicht viel Neues. Guarini und Magorian können ihre Positionen sichern und ausbauen.

Elburn - der höchste Neueinsteiger in der Top-Ten-Liste vom Dezember 2013. © KeLeKi, Zucht- und Besamungsunion Hessen
Die beiden erstplatzierten Bullen Guarini und Magorian, die auch schon im August die Top-Ten-Gruppe anführten, konnten beide ihre Gesamtzuchtwerte um einen Punkt auf 149 steigern und den Abstand zur Konkurrenz ausbauen. Der Goldwin-Sohn Guarini hat diesen Umstand einer Zunahme der Nutzungsdauer um zwei Punkte auf jetzt 124 und einem Plus von vier Punkten bei der weiblichen Fruchtbarkeit auf nun 118 Zähler zu verdanken. Magorian hingegen muss in dieser Kategorie Federn lassen, also zwei Punkte auf 106 abgeben, er gewinnt allerdings sehr stark bei der Nutzungsdauer, nämlich 7 Punkte auf nun ebenfalls 124.
 
Guarini kann seinen größten Trumpf, seinen hohen Wert von 127 bei der Eutervererbung, bestätigen und gilt weiterhin als der kompletteste Goldwin-Sohn weltweit. Auf der Interbull-Liste konnte er sich verbessern und belegt als bester deutscher Bulle nun den dritten Platz. Magorian ist ihm auch in dieser Liste auf den Fersen, er hat dort den vierten Platz inne. Die Stärke des Mascol-Sohnes ist bekanntermaßen sein extrem hoher Milchleistungswert von 147 Punkten. Sein Exterieurwert ist mit 102 Punkten jedoch unverändert, so dass er nur für die gezielte Anpaarung in Frage kommt.

Neuling Elburn punktet mit Milch, Exterieur und Nutzungsdauer

Auf dem dritten Platz der Töchter geprüften Bullen findet sich der höchste Neueinsteiger der Top-Ten-Liste, der Bulle Elburn. Er ist ein Mr. Burns-Sohn und erreicht einen Gesamtzuchtwert von 142 Punkten. Seine Stärken hat er im Milchwert 136, Exterieurwert 121 und in der Nutzungsdauer 117. Der Eutergesundheitswert liegt allerdings nur bei 103.
 
Der Mascol-Sohn Mavid konnte sich seit dem Sommer um drei Plätze verbessern und nimmt nun den vierten Rang ein. Diesen Aufstieg hat er jedoch weniger seiner eigenen Leistungssteigerung als der Abnahme einiger anderen Bullen zu verdanken. Bei der Nutzungsdauer haben sich seine Werte wieder leicht verbessert, nämlich zwei Punkte (auf jetzt 109), nachdem er im Sommer hier Abstriche hatte. Bei der Eutergesundheit kommt er nun auf 116 Zähler (+1) und bei der weiblichen Fruchtbarkeit auf 110 (+1). Im Milchleistungswert verlor er einen Punkt auf immer noch gute 135 Zähler. Der Halbbruder von Magorian hat mit einem Exterieurwert von 108 Punkten zwar leicht besser als der Zweitplatzierte, dennoch eignet auch er sich nur für die gezielte Anpaarung an Kühe mit "langen Beinen" und hohen, festen Eutern. Sein Milchergebnis ist erneut gefallen auf nur +785 kg.

Jukebox: Ein Juwel-Abkömmling schafft es in die Spitzengruppe

Der zweite Neuling in der Spitzengruppe ist der Juwel-Sohn Jukebox. Er kommt auf einen Gesamtzuchtwert von 140 Punkten. Seine Werte lassen auf einen recht ausgewogenen Vererber schließen: Milchwert 131, Eutergesundheit 118, Nutzungsdauer 118 und weibliche Fruchtbarkeit 116. Er hat allerdings auch eine Schwäche: sein Exterieurwert beträgt nur 107 Punkte, so dass auch er nicht in den Masseneinsatz kommt.
 
Auf Platz sechs findet sich nun Bakombre, der im August noch den dritten Rang einnahm. Er büßte fünf Punkte im Gesamtzuchtwert ein (jetzt 140), weil sein Milchleistungswert nach einem kurzen Zwischenhoch nun wieder zurückging und zwar um immerhin acht Zähler auf jetzt 129. Bei der Eutergesundheit musste er ebenfalls Abstriche hinnehmen, allerdings nicht so starke, nämlich zwei Zähler auf jetzt 103. Im Exterieur hingegen konnte er zwei Punkte zulegen, auf beachtliche 126 und bei der Nutzungsdauer liegt er nun bei 122 (+1). Von ihm ist in Deutschland kein Sperma mehr verfügbar.

Jugador: Newcomer mit glänzenden Milchleistungswerten

Der Billion 3-Sohn Billard, der als Embryo aus den USA importiert wurde, nimmt derzeit den siebten Platz ein. Er konnte sich im Exterieur um drei Zähler auf nunmehr 118 steigern und bei der Nutzungsdauer auf 124 (+1). Sein Milchleistungswert ging allerdings leicht zurück, erreicht aber immer noch sehr gute 133 Punkte (-1). Größere Abstriche waren indes bei der weiblichen Fruchtbarkeit zu verkraften, hier büsste er fünf Zähler ein und kommt hier nur noch auf 101. Das ist der zweitniedrigste Wert in dieser Kategorie unter den zehn besten Holstein-Vererbern.
 
Nur Jugador, der in der Top-Ten-Liste hinter ihm kommt, liegt mit 99 Punkten noch darunter. Der Jardin-Abkömmling hat dafür andere Stärken, er ist nämlich einer der höchsten Milchleistungsvererber (RZM 145) und auch sein Exterieurwert von 118 kann sich noch sehen lassen. Seine Nutzungsdauer ist mit einem RZN von 95 allerdings sehr überschaubar und auch bei der Eutergesundheit spielt er mit einem Wert von 100 nicht ganz vorne mit.

Auch nicht von schlechten Eltern: Omega und Goldday

Den neunten Rang belegt Omega, der höchste Wiedereinsatzbulle und einzige O-Man-Sohn in der Top-Ten-Liste. Er ist mit seinem Geburtsjahr 2004 inzwischen das älteste Tier in der Spitzengruppe. Omega hat vier Punkte im Gesamtzuchtwert eingebüßt, was ihm auch den Abstieg um vier Plätze seit dem Sommer beschert hat. Am deutlichsten hat er in der Milchleistung verloren, hier musste er vier Punkte auf 132 abgeben. Bei der Eutergesundheit ging es um zwei Zähler auf 110 runter und im Exterieur, das ohnehin seine große Schwäche ist, musste er nochmals einen Punkt auf jetzt 93 abgeben. Er kommt also nur für Kühe in Frage, die dies ausgleichen können.
 
Der dritte Neuling der Gruppe heißt Goldday, ebenfalls ein Goldwin-Sohn. Ganz so neu ist er allerdings nicht mehr, denn bereits vor eineinhalb Jahren, also im April 2012, schaffte er es in die Top-Ten-Liste. Bei der jüngsten Zuchtwertschätzung im August 2013 rangierte er noch auf dem 22sten Platz der töchterbasierten Liste. Goldday punktet mit einem sehr hohen Exterieurwert von 134, mit dem er selbst seinen glänzenden Bruder Guarini übertrumpft. Bei der Nutzungsdauer ist er mit 124 gleichauf mit diesem und bei der weiblichen Nutzungsdauer liegt er ebenfalls etwas vorne, nämlich bei 126. Ansonsten kommt er allerdings nicht an seinen Bruder Guarini heran. Sein Milchleistungswert liegt bei 118, seine Eutergesundheit bei 106.

Mascol kann seinen Gesamtzuchtwert verteidigen

Oldie Mascol hat den Einzug in die Top-Ten-Liste ganz knapp verpasst, er rangiert mit seinem unveränderten Gesamtzuchtwert von 138 derzeit auf Rang elf. Seine Töchterschar auf nunmehr über 34.700 angewachsen! Der relativ niedrige Exterieurwert RZE von 105 scheint die meisten Landwirte nicht abzuschrecken. Neben der hohen Sicherheit, die er inzwischen mitbringt, wird er wohl vor allem für seine extrem hohe Nutzungsdauer von 125 Punkten und die gute Eutergesundheit seiner Töchter geschätzt (RZS 120).    
   

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