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Wurmbefall

Rinder: Resistenzen gegen Wurmmittel nehmen zu

Milchkühe auf auf der Weide
Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
am
24.08.2017

Resistenzen gegen Wurmmittel sind weit verbreitet. Deshalb fordern Tierärzte, verfügbare Wirkstoffe reduziert und selektiert einzusetzen.

Resistenzen gegen Wurmmittel nehmen zu. Bei den so genannten Anthelminthika, die gegen Magen-Darm-Würmern bei kleinen Wiederkäuern, aber auch bei Rindern und Pferden wirken, sind Resistenzen inzwischen weit verbreitet. Verantwortlich dafür ist unter anderem ein breiter Einsatz aller auf dem Markt verfügbaren Wirkstoffe. So werden natürlich vorkommender Resistenzgene innerhalb der Parasitenpopulationen selektiert.

Wurmmittel gezielt einsetzen

Um diesen Trend zu verlangsamen fordern Tierärzte, dass verfügbaren Wirkstoffe reduziert und selektiv eingesetzt werden. Bei einer selektiven Entwurmung bleibt ein Teil der Herde unbehandelt. Es gilt also, die Tiere zu erkennen, die eine Behandlung aus gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Gründen benötigen. Um zu entscheiden, welche Gruppen von Tieren einer Herde behandelt werden müssen, eignen sich beispielsweise die Untersuchung von Sammelkotproben (Rind und kleine Wiederkäuer) oder die Messung der Pepsinogenkonzentration im Serum (Rind).

Mit Würmern belastete Tiere erkennen

Für die Einzeltierbehandlung können zum Beispiel Kriterien wie Eiausscheidung (Rind und kleine Wiederkäuer), Nährzustand erwachsener Tiere (kleine Wiederkäuer), Gewichtszunahme bei Jungtieren (Rind und kleine Wiederkäuer) und Kotkonsistenz (kleine Wiederkäuer) herangezogen werden. Diese Entscheidungskriterien lassen sich auch kombinieren, was die Aussagekraft steigert. Des Weiteren sollte zu Beginn der Weidesaison regelmäßig eine Wirksamkeitsprüfung der eingesetzten Wirkstoffe erfolgen und während der Weidesaison durch Weidemanagement versucht werden, den Parasitendruck gering zu halten.

Mit Material von Tierärztliche Praxis Großtiere
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