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Geflügel

Rumänien: Geflügelbranche wegen Salmonellen unter Druck

von , am
21.11.2013

Bukarest - In Rumänien ist der Geflügelfleischabsatz um 20 Prozent eingebrochen. Hintergrund sind Berichte über Salmonellen in einem Supermarkt.

Künftig müssen Landwirte im Rahmen der Herkunftskennzeichnung Angaben über die Herkunft und Aufzucht der Tiere machen. © Elenathewise/fotolia.de
Die Geflügelwirtschaft in Rumänien hat nach dem Nachweis von Salmonellen in von der Supermarktkette Selgros angebotenem Hähnchenfleisch unter einer spürbaren Nachfragezurückhaltung der Verbraucher zu leiden.
 
Der Präsident des rumänischen Geflügelzüchterverbandes (UCPR), Ilie Van, veranschlagt den Rückgang des Geflügelfleischabsatzes seit Bekanntwerden des Salmonellenverdachts auf etwa 20 Prozent (%). Die bisherigen Einbußen der Branche bezifferte er auf umgerechnet 50 bis 60 Millionen Euro.

Umfrage: 43 Prozent kaufen kein Hühnerfleisch mehr

Einer Verbraucherbefragung des rumänischen Instituts für Evaluation und Strategie (IRES) zufolge gaben Anfang November 43 % von insgesamt 1.493 interviewten Personen an, dass sie aktuell kein Hühnerfleisch im Handel mehr kaufen würden. Gut ein Viertel erklärte, beim Fleischeinkauf aufmerksamer als bisher zu agieren. Mehr als die Hälfte der Befragten stellte fest, nur noch wenig bis sehr wenig Vertrauen in die Qualität von Hühnerfleisch aus rumänischer Produktion zu haben. 

Labore werden künftig stärker kontrolliert

Am 7. November teilte der Präsident der rumänischen Lebensmittelbehörde (ANSVSA), Wladimir Mӑnӑstireanu, mit, dass sich der Verdacht auf Salmonellen im Geflügelfleisch der Firma Avicola Cӑlӑrasi bestätigt habe und landesweite Kontrollen angeordnet worden seien. Er betonte zugleich, dass es sich nach den bisherigen Erkenntnissen um einen Einzelfall handle.
 
Den lokalen Behörden zufolge wurden etwa 3,5 Tonnen salmonellenbelastetes Hähnchenfleisch im Landkreis Suceava an die Einzelhandelskette Selgros ausgeliefert. Rund 2,3 t kontaminiertes Geflügelfleisch von Cӑlӑrasi seien im Kreis Prahova beschlagnahmt worden. Gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Daniel Constantin kündigte Mӑnӑstireanu an, dass die Lebensmittelbehörde private Labore, die im staatlichen Auftrag die Fleischqualitäten prüfen, künftig stärker kontrollieren werde. Constantin stellte eine Verschärfung der entsprechenden Gesetzgebung in Aussicht.
 
Unterdessen meldete die rumänische Presse, dass der von arabischen Unternehmern übernommene Traditionsbetrieb Avicola Cӑlӑrasi nach 32 Jahren seine Tore schließe.
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