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Geflügel

Russland: Geflügelproduktion soll um elf Prozent steigen

von , am
11.05.2011

Moskau - Der Verband der russischen Geflügelfleischproduzenten (Rosptizeprom) rechnet für das laufende Jahr mit einer weiteren starken Zunahme der Geflügelerzeugung.

Masthühner, die an Botulismus erkrankt sind, müssen gekeult werden. © Mühlhausen/landpixel
Die Produktion werde im Vergleich zu 2010 voraussichtlich um 320.000 Tonnen oder elf Prozent auf 3,15 Millionen Tonnen steigen, erklärte Rosptizeprom-Generaldirektorin Galina Bobyljeva auf einer Verbandstagung. Allerdings werde auch dieses Aufkommen nicht reichen, um den Bedarf des Binnenmarktes zu decken, der wie im vergangenen Jahr bei etwa 3,5 Millionen Tonnen liegen dürfte, führte Bobyljeva aus.

Agrarpolitiker: Russland steuert auf Überproduktionskrise zu

Die diesjährigen Geflügelfleischimporte Russlands werden vom Verband auf 390.000 Tonnen geschätzt, was eine Abnahme um fast 300.000 Tonnen oder 43 Prozent bedeuten würde. Dabei orientiert sich Rosptizeprom an den zollfreien Importkontingenten: Bekanntlich hat die Moskauer Regierung das Einfuhrkontingent zu ermäßigten Zollsätzen kräftig gekürzt, und zwar von zuvor 78.000 Tonnen auf nur noch 350.000 Tonnen.
 
Des Weiteren darf Weißrussland 40.000 Tonnen im Rahmen des Außenhandelsabkommens der Dreier-Zollunion von Russland, Kasachstan, Belorussland zollfrei nach Russland liefern. Agrarpolitiker in Moskau sehen Russland mittlerweile sogar auf dem Weg zu einem Angebotsüberhang an Geflügelfleisch. Russland müsse Exportmärkte für sein Geflügelfleisch suchen; ansonsten drohe der Branche bald eine "Überproduktionskrise", zitierte die Moskauer Nachrichtenagentur RiaNovosti den stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Agrar- und Nahrungsgüterpolitik des Föderationsrates, Sergej Lissowskij. Als möglicher Abnehmer käme Kasachstan in Frage, dass einen Importbedarf von jährlich 105.000 Tonnen Geflügelfleisch habe.
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