Login
Eiweißfuttermittel

Salmonellen im Futter: Verdacht in Schleswig-Holstein bestätigt sich

Thumbnail
Josef Koch , agrarheute
am
16.01.2018

In Schleswig-Holstein haben rund 75 Landwirte Futtermittel erhalten, die als nicht sicher gelten. Auch in Rückstellproben haben Untersuchungsbehörden Salmonellen gefunden.

Rapsschrot pelletiert
75 Landwirte haben in Schleswig-Holstein Futtermittel erhalten, die nicht sicher sind. Immer wieder finden Untersuchungsbehörden in verdächtigen Partien Salmonellen. © imago/photothek

In Schleswig-Holstein wurden in Rückstellproben von Tierfuttermitteln weitere Salmonellen gefunden.

Aufgrund der laufenden umfangreichen Untersuchungen haben die Behörden insgesamt 72 Rückstellmuster von mehlförmigen Mischfuttermitteln untersucht. In fünf Fällen wurden Salmonellen nachgewiesen und somit der Verdacht nochmals bestätigt.

Trotz der 67 negativen Ergebnisse wurden alle mehlförmigen Mischfuttermittel unabhängig vom Untersuchungsbefund der Rückstellmuster von den landwirtschaftlichen Betrieben zurückgeholt bzw. ausgetauscht.

RaPass-Futttermittel werden zurückgeholt

Wie das schleswig-holsteinische Agrarministerium gestern mitteilte, wurden zudem nach Salmonellenbefunden in dem Produkt „RaPass“ weitere „RaPass“-haltige Futtermittel überprüft. Dazu wurden 77 Rückstellproben pelletierter Mischfuttermittel untersucht. In zwei Fällen wurden Salmonellen nachgewiesen. Diese Lieferungen vom 14. November 2017 und vom 21. Dezember 2017 sind gesperrt und die Rückholung von den beiden belieferten Betrieben wurde angeordnet.

Insgesamt wurden nach derzeitigem Stand 75 landwirtschaftliche Betriebe mit Futtermitteln beliefert, die als „nicht sicher“ bewertet sind. Diese Futtermittelpartien wurden gesperrt. Weitere Untersuchungen zur Ursache laufen derzeit.

Betroffene Landwirte müssen Abnehmer informieren

Zudem teilt das Kieler Verbraucherschutzministerium (MJEVG) mit, dass es am 10. und 12. Januar 2018, unmittelbar nach Erhalt der Informationen, die zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte aufgefordert hat, die weiteren betroffenen Tierhalter, die Tierfutter erhalten haben, das möglicherweise mit Salmonellen belastet war, zu informieren.

Die betroffenen Landwirte müssen in ihrer Eigenverantwortung die Schlachtbetriebe, in denen ihre Tiere geschlachtet werden, über diesen Sachverhalt informieren und bei der direkten Abgabe unbehandelter Rohmilch ab Hof die Verbraucherinnen und Verbraucher über die notwendige Erhitzung der Milch informieren.

Nach der europäischen Verordnung (EG) Nr. 178 / 2002 sind die Lebensmittelunternehmer für die Sicherheit der von ihnen in den Verkehr gebrachten Lebensmittel verantwortlich.

Entwarnung für Verbraucher

Das Verbraucherschutzministerium weist noch einmal darauf hin, dass von Lebensmitteln, die erhitzt worden sind, wie z.B. pasteurisierter Milch oder durchgebratenem Fleisch, grundsätzlich keine Gefahr durch Salmonellen ausgeht, da die Salmonellen durch die Erhitzung abgetötet werden.

Aktuell liegen im Ministerium keine Erkenntnisse über ein erhöhtes Vorkommen von Salmonellen in Lebensmitteln vor. Die Lebensmittelunternehmen sind zur Information der zuständigen Behörden verpflichtet, wenn sie bei ihren Eigenuntersuchungen Salmonellen in den von ihnen produzierten Lebensmitteln feststellen. Auf aktuelle Nachfragen des Ressorts wurden keine vermehrten Salmonellenfunde gemeldet.

Auch interessant