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Tierschutz

Schlachtverbot hochträchtiger Nutztiere tritt in Kraft

Trächtige Kuh
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
01.09.2017

Durch die Gesetzesänderung dürfen Nutztiere ab dem letzten Drittel der Trächtigkeit nicht mehr geschlachtet werden.

Die vom Bundestag beschlossene Gesetzesänderung des Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetzes tritt heute in Kraft.

Demnach dürfen Nutztiere im letzten Drittel der Trächtigkeit nicht mehr geschlachtet werden.

Die Bundesregierung begründet das Gesetzt damit, dass durch die Schlachtung eines trächtigen Tieres das ungeborene Kalb nicht automatisch mitbetäubt oder getötet wird, sondern vielmehr an einem Sauerstoffmangel stirbt. Dass der Fötus dabei auch Schmerzen erleidet kann nicht ausgeschlossen werden.

Ausnahmen

Ausgenommen von dem Schlachtverbot sind Schafe und Ziegen.

Das Schlachtverbot gilt außerdem nicht, wenn tierseuchenrechtlich  Bestimmungen eine Schlachtung fordern, oder im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation einer Notschlachtung eingewilligt wird. Im Falle einer Notschlachtung muss der Tierarzt eine Bescheinigung aushändigen, die den Grund für die Schlachtung angibt. Diese ist vom Landwirt mindestens drei Jahre aufzubewahren.

Kritik von Tierarztverbänden

Der Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte Dr. Sigfried Moder kritisiert, dass der Gesetzgeber die tierärztliche Indikation nicht näher definiert hat. So ist es nicht genau geregelt, wann ein Tier im Falle einer Nottötung  noch geschlachtet werden darf und wann es durch eine starke Narkose - die auch das Ungeborene erreicht - eingeschläfert werden muss. Da eingeschläferte Tiere nicht mehr verwertet werden dürfen, könne dies zu wirtschaftlichem Druck auf die Praktiker führen. Auch die Ausnahme von Schafen und Ziegen wird kritisiert.

Grundsätzlich sehen die Tierarztverbände das Gesetzt aber als einen Schritt in die richtige Richtung.

Mit Material von bundestag.de und wir-sind-tierarzt.de

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