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Betriebshygiene

10 Tipps: Kadaver richtig lagern

Kadaverlagerung
am Montag, 09.09.2019 - 09:18 (1 Kommentar)

Das Bergen und Lagern von Kadavern ist kein beliebtes Thema und trotzdem wichtig. Nicht zuletzt schützt eine richtige Lagerung der verendeten Tiere den gesamten Bestand vor Krankheitserregern. Unsere 10 Tipps zeigen, worauf Sie achten müssen.

Rund 26,4 Mio. Schweine werden in Deutschland gehalten, doch nicht für alle endet das Leben auf dem Schlachthof. Kranke, verletzte oder schwache Tiere müssen auf den Betrieben notgetötet werden oder verenden vorzeitig. Ihre Kadaver müssen dann anschließend fachgerecht und unschädlich ent- sorgt werden. So unangenehm das Thema der Kadaverlagerung und -beseitigung auch ist, es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen.

Kadaverlagerung sichert Betriebshygiene

Eine ordnungsgemäße Lagerung der Kadaver sichert die Betriebshygiene und schützt damit auch den gesamten Schweinebestand vor möglichen Infektionsquellen mit Krankheitserregern. Zudem führen Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften im Seuchenfall zu erheblichen Leistungskürzungen der Tierseuchenkasse.

Tierhalter sind dazu verpflichtet, verendete Tiere umgehend zu melden. Das entfällt nur, wenn anfallende tierische Nebenprodukte wie Nachgeburten und Kadaver regelmäßig abgeholt werden.

Tierkörper sicher lagern

Den maßgeblichen Rahmen für die Kadaver- lagerung gibt die Schweinehygieneverordnung vor. Schweinehalter müssen demnach Tierkörper in abgeschlossenen Räumen oder Behältnissen aufbewahren. Diese müssen so verschließbar sein, dass sie gegen unbefugten Zugriff, das Eindringen von Schadnagern und das Auslaufen von Flüssigkeiten gesichert sind.

Das müssen Sie bei der Kadaverlagerung beachten

  1. Sofort melden: Verendete oder notgetötete Schweine und zu entsorgende tierische Nebenprodukte wie Nachgeburten müssen sofort nach ihrem Anfall zur Abholung angemeldet werden.
  2. Vorgaben einhalten: Die Kadaverlagerung muss den Vorgaben der Tierseuchenkasse entsprechen, sonst drohen im Seuchenfall Leistungskürzungen von bis zu 60 Prozent.
  3. Kadaver bergen: Das Bergen verendeter Schweine aus den Buchten ist oft schwierig, denn die Tierkörper sind steif und schwer. Spezielle Transportkarren mit einer Seilwinde erleichtern diese Arbeit. Das tote Tier kann leichter aufgenommen und sicher an den Lagerplatz transportiert werden.
  4. Dicht halten: Kadaver müssen immer in einem verschließbaren und auslaufsicheren Behälter aufbewahrt werden. Die Container bestehen meist aus Edelstahl oder Kunststoff.
  5. Fugenlos: Zum leichteren Reinigen und Desinfizieren darf der Behälter im Inneren keine Fugen aufweisen. Zudem muss er mit dem Abholfahrzeug des Verarbeitungsbetriebs für tierische Nebenprodukte kompatibel sein.
  6. Auf die Größe achten: Die Größe der Container muss an die jeweiligen Betriebsgrößen und Produktionsrichtung angepasst sein. Zudem muss der Behälter auf einer betonierten oder gepflasterten Stelle stehen, deren Grundfläche mindestens viermal so groß ist wie die des Containers.
  7. Kühl lagern: Besonders im Sommer kann bei der Kadaverlagerung eine Kühlung sinnvoll sein. Am geeignetsten sind dafür isolierte Kühlhütten, die im Idealfall an der Betriebsgrenze aufgestellt werden.
  8. Natürlich kühlen: Bei Lagerbehältern, die in die Erde eingelassen werden können, ermöglicht der Boden eine natürliche Kühlung der Kadaver.
  9. Für jeden eine: Für jeden Betrieb oder jede Hofstelle muss eine eigene Kadaverlagerung vorhanden sein. Das Transportieren von verendeten Tieren zwischen Betriebsstätten ist nicht erlaubt.
  10. Abstand halten: Der Kadaverlagerplatz muss sich möglichst weit weg vom Tierbestand befinden. Der Abholplatz sollte außerdem so gelegen sein, dass der abholende Lkw das Betriebsgelände nicht befahren muss.

Der vollständige Beitrag ist in agrarheute Schwein 09/19 erschienen.

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