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Abgebrannte Schweinezucht in Alt Tellin soll Modellstall werden

Abgebrannte Schweinehaltung in Alt Tellin
am Donnerstag, 15.04.2021 - 10:30 (1 Kommentar)

Nach dem verheerenden Großbrand in der Mega-Schweinehaltung in Alt Tellin soll dort ein Modellstall entstehen. Das kündigte Mecklenburg-Vorpommers Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) im Landtag in Schwerin an.

Backhaus erklärte, einen Wiederaufbau der Sauenzuchtanlage, so wie sie bisher genehmigt war, werde es nicht geben. „Wir haben uns darauf verständigt, in Alt Tellin ganz neue Wege zu gehen“, so Backhaus gestern (14.4.) in einer aktuellen Stunde des Landtags.

Der Minister teilte mit, an dem Standort solle eine Modellanlage der Zukunft entstehen – ein „Stall 4.0“. Er habe mit dem Eigentümer und den Geschäftsführern der abgebrannten Zuchtanlage gesprochen. Auch sie würden erkennen, dass solche Betriebe nicht in die Zeit und nicht nach Mecklenburg-Vorpommern passten.

Großbrand in Schweinemast: Verbände demonstrieren vor dem Landtag

Bei dem Großbrand in Alt Tellin waren am 30. März mehrere zehntausende Sauen und Ferkel umgekommen. Nur etwa 1.500 Tiere konnten gerettet werden. Der Betrieb der LFD Holdling war 2011 für rund 20 Millionen Euro gebaut worden. Experten schätzen den Schaden durch das Feuer in der Schweinemastanlage auf mehrere Millionen Euro. Die behördlichen Ermittlungen nach der Brandursache dauern an.

Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des BUND und der Tierschutzbund organisieren heute (15.4.) eine Demonstration vor dem Landtag in Schwerin. Die Organisatoren fordern Bestandsobergrenzen für die Tierhaltung und ein Verbot der einstreulosen Haltung ohne Auslauf.

Beirat und Wissenschaft sollen Wiederaufbau begleiten

Backhaus sagte im Landtag, sein Anspruch sei eine bodengebundene Landwirtschaft mit 2 Großvieheinheiten je Hektar, Stallungen, die den neuesten wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen entsprechen, für mehr Tierwohl und das Ganze im Paket mit guten Arbeitsplätzen. Der Minister regte einen Beirat an, bestehend aus Mitgliedern der Gemeinde, des Landkreises und der Verbände wie zum Beispiel BUND und Tierschutzbund.

Zusätzlich sollte das Projekt wissenschaftlich begleitet werden – zum Beispiel durch das Thünen-Institut. Laut Backhaus soll die LFD nun einen Konzeptvorschlag erarbeiten.

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