Login
Mast

Abluft im Schweinestall: So reinigen mehrstufige Anlagen

von , am
21.09.2015

In den ersten Teilen unseres Ratgebers zur Abluftreinigung im Schweinestall stellten wir Ihnen drei unterschiedliche Methoden vor. Heute ist die Mehrstufige Anlage dran.

Auf dem Bild ist die Schema einer dreistufigen Anlage für Abluftreinigung dargestellt. © DLG/ah
Bio- und Rieselbettfilter sowie Chemowäscher, haben wir bereits in unseren Ratgebern für Abluftreinigung im Schweinestall vorgestellt. Es gibt aber noch eine weitere Methode zur Reinigung der Abluft. Auch eine dreistufige Anlage hält die Luft im Schweinestall sauber. Wie diese Methode funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie hat, erfahren Sie hier.

So funktioniert eine mehrstufige Anlage

Zunächst strömt das Rohgas durch eine zirka 0,15 Meter dicke Waschwand, die permanent mit Wasser berieselt wird. Diese kann gegebenenfalls auch über eine separate Zuleitung mit einer Vorbedüsung ausgestattet sein. In dieser Verfahrensstufe findet eine Teilreinigung statt, bei der:
  • Gerüche
  • Ammoniak
  • und vor allem Staub abgeschieden werden.
Vorgereinigte Luft durchströmt die Waschwand. Diese wird ständig mit einer sauren Waschlösung berieselt. In dieser Waschstufe wird der pH-Wert über eine Säuredosierung auf pH-fünf gehalten. In der sauren Waschstufe wird vor allem Ammoniak abgetrennt. Die letzte Verfahrensstufe bildet eine 0,6 Meter starke Schüttung von gerissenem Wurzelholz, in der eine sehr weitgehende Geruchsabscheidung erfolgt. 

Erforderlich: Separater Lagerbehälter für Waschlösung

Während das Waschwasser aus der ersten Verfahrensstufe in einem Güllebehälter draußen gelagert werden sollte, ist für die Lagerung der sauren Waschlösung- aufgrund seiner hohen Konzentration an Ammoniumsulfat ein separater Lagerbehälter nötig. Dieser muss die wasserrechtliche Anforderungen an die Lagerung wassergefährdender Stoffe erfüllen.

Vor- und Nachteile der mehrstufigen Anlagen

Vorteile:
  • gezielte Optimierung der Abscheidung einzelner Komponenten
  • die Mehrstufigkeit kann eine hohe Betriebssicherheit gewährleisten
  • der Waschwasseranfall mehrstufiger Verfahren mit Säurestufe ist erheblich geringer als der bei einstufigen Rieselbettfiltern.
Nachteile:
  • höhere Investitionskosten
  • relativ hoher Platzbedarf
  • diffuse bodennahe Ableitung des Reingases  

In Bildern: 10 Tipps zur Minimierung der Ferkelverluste

Tipp 1: Um Verluste zu verringern, Sie sollen auf die Zeit zwischen den Geburten einzelner Ferkeln achten. Das beträgt in der Regel maximal 15 Minuten. Tot geborene Ferkel kommen erst nach 45 bis 60 Minuten. © Bräunig/Grave
Tipp 2: Sie könnnen den Anteil an erdrückten Ferkeln während des Geburtes senken, wenn Sie den Sauen bereits vor der Geburt Nestbaumaterial anbieten. Hier haben sich Jutesäcke bewährt. © Bräunig/Grave
Tipp 3: Beim "Grätschens" hilft es, wenn Sie die Hinterbeine des Ferkels zusammenbinden. Für eine verbesserte Bodengriffigkeit können Sie Trockenpulver oder eine Matte verwenden. © Bräunig/Grave
Tipp 4: Stellen Sie eine optimale Temperatur von 32 bis 35 C° im Ferkelnest sicher. Tipp 5: Dämen Sie das Licht im Ferkelnest. Zu viel und zu starkes Licht wirkt immunschwächend. Neugeborene ziehen das Halbdunkel vor - daher sind Rotlichtlampen zu empfehlen. © Bräunig/Grave
Tipp 6: Geben Sie den Ferkeln möglichst schnell Kolostrum. Die Reserven von Ferkeln reichen höchstens für einen Tag. Das Ferkel muss möglichst schnell Kolostrum aufnehmen, um die Energie aus der Milch in Wärme umzusetzen. © Bräunig/Grave
Tipp 7: Die Sau bildet nur eine bestimmte Menge Biestmilch mit lebensnotwendigen Abwehrstoffen. Damit jedes Ferkel seinen Teil bekommt (mindestens 250 g pro Ferkel), können Sie die erstgeborenen Ferkel markieren und diese, nachdem sie schon getrunken haben, hinter eine Trennwand setzen, um auch die zuletzt Geborenen trinken zu lassen. © Bräunig/Grave
Tipp 8: Beim (Tot-)beißen geben Sie den Sauen kein Oxytocin, dafür eventuell ein Beruhigungsmittel. Ferkel von Jungsauen sind anfälliger als die von Altsauen für Infektionen, weil das Abwehrsystem ihrer Mütter noch nicht voll entwickelt ist. © Bräunig/Grave
Tipp 9: Beim Kastrieren sollen Sie es mit einem waagerechten Schnitt versuchen anstelle von zwei senkrechten. So verursachen Sie statt zwei Wunden nur eine. © Bräunig/Grave
Tipp 10: Der beste Zeitpunkt zum Verabreichen von Eisen ist der dritte Lebenstag. Geben Sie keines bei Infektionen der Ferkel mit Clostridien und bei E.-coli-Durchfällen. © Bräunig/Grave
Auch interessant