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Abluftreinigung im Schweinestall: Biofilter im Check

von , am
04.08.2015

In der Schweinehaltung gibt es vier Methoden zur Abluftreinigung. Eine davon ist der Biofilter. Doch was kann der Biofilter und was nicht? Die Vor- und Nachteile zeigt der Filter-Check.

Zur Abscheidung von Gerüchen und Stäuben in der Schweinehaltung können Biofilter eingesetzt werden. © Hahne/ah
Biofilter werden zur Abscheidung von Gerüchen und Stäuben in der einstreulosen Schweinehaltung verwendet. Für die Abscheidung von Ammoniak sind sie dagegen weniger geeignet. Bei feuchten Biofiltern wird Ammoniak im Filtermaterial zurückgehalten. Das Ammoniak wird von Mikroorganismen zu Nitrit und Nitrat oxidiert. Im Filtermaterial kommt es dadurch zu stark fallenden pH-Werten. Diese niedrigen PH-Werte bewirken die Freisetzung nitroser Gase, die unangenehm riechen.

Vor- und Nachteile der Biofilter

Vorteile:
  • sehr gute Geruchsabscheidung und Funktionssicherheit
  • einfache Technik
  • geringe Betriebskosten
Nachteile:
  • relativ hoher Platzbedarf
  • geringe Eingriffsmöglichkeiten im Prozessablauf
  • regelmäßiger Materialwechsel

So funktionieren Biofilter

    Bei Biofiltern wird das Rohgas mithilfe der Ventilatoren über eine Druckkammer und einen Spaltenboden verteilt. Anschließend wird das Gas durch ein organisches Filtermaterial geleitet. Um einen Rohgasdurchtritt bei Materialschrumpfungen zu verhindern, werden umlaufende Gummilippen benutzt. Die Befeuchtung kann aus einer Wasservorlage stattfinden. Nach der Passage eines Wasserfilters wird das Berieselungswasser über eine Beregnungspumpe dem Berieselungssystem zugeführt.  Ein Freibord soll das Verdriften von Berieselungswasser durch starke Windeinflüsse verhindern.
    Über eine Füllstandsregelung mit Frischwassereinspeisung wird der Verdunstungsverlust ausgeglichen.

    So ist ein einstufiger Biofilter aufgebaut

    1. Ventilator
    2. Befeuchtungseinrichtung
    3. Wasservorlage
    4. Druckkammer
    5. Spaltenboden mit Randabdeckung
    6. Biofiltermaterial
    7. Randabdeckung
    8. Wasserfilter
    9. Beregnungspumpe
    10. Beregnungssystem
    11. Freibord
    12. Abschlämmung
    13. Revisionsöffnung
    14. Füllstandsregelung

    Diese Intervalle sind für Materialwechsel empfehlenswert

    Der Sauenhalter sollte das Filtermaterial regelmäßig wechseln. Diese Intervalle gelten für den Wechsel:
    • Bei Hackschnitzeln, die mit einer Schichtdicke von zirka 0,25 m eingesetzt werden, wird das Material alle zwölf Monate gewechselt.
    • Bei Wurzelholzfiltern mit Schichtdicken von eins bis 1,4 m wird das Material nach fünf Jahren gewechselt.

    Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

    Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Hungerkamp
    Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Hungerkamp
    Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Hungerkamp
    Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Hungerkamp
    Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Hungerkamp
    Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Hungerkamp
    Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Hungerkamp
    Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Hungerkamp
    Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Hungerkamp
    Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Hungerkamp
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