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Stand 17. August 2018

Afrikanische Schweinepest: Die aktuellen Fälle

Wildschweine: Bache mit  Frischlingen
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
17.08.2018

Die Afrikanische Schweinepest ist weiter auf dem Vormarsch.Nachdem in China bereits 8.000 Schweine gekeult werden mussten, meldet das Land nun den zweiten Seuchenfall.

Bereits vor gut einer Woche mussten 8.000 Schweine in China aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gekeult werden. Nun wurde der zweite Seuchenfall in einem chinesischen Schlachthof der WH-Gruppe in Zhengzhou in der Provinz Henan gemeldet. Dort starben nach Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) am 14. August 30 Schweine an der Krankheit. Weitere 230 Schweine in dieser Partie wurden gekeult.

Dieser zweite Fall liegt 1.300 km westlich vom ersten ASP-Ausbruch in China. Die nun erkrankten Schweine wurden legal von einem Lebendschweinemarkt in der Stadt  Heli in der Provinz Heilongjiang transportiert. Diese Provinz liegt ebenfalls im Nordosten Chinas und grenzt an Russland. Der Betrieb im Schlachthof der chinesischen WH-Gruppe wurde von den Behörden vorerst eingestellt.

Bisher gravierendster ASP-Fall in Lettland

Auch in Osteuropa wütet die Afrikanische Schweinepest weiter: Nach dem erst vor drei Tagen Lettland den bislang gravierendsten Ausbruch der Seuche gemeldet hat, wurde nun ein Fall in Litauen bekannt. 

Betroffen ist ein großer Zuchtbetrieb mit 19.500 Schweinen im Bezirk Akmene im Norden der Ostseerepublik. Wie der staatliche Lebensmittel- und Veterinärdienst mitteilte, wurden zuvor sofortige Untersuchung eingeleitet, nachdem binnen drei Tagen 24 Schweine verendet waren.

Aus Angst vor der weiteren Verbreitung des Virus sollen die übrigen Tiere gekeult werden. Auch hier ist nicht bekannt, wie das Virus in den Betrieb eindringen konnte. Dies sei im Moment die wichtigste Frage, wurde ein Sprecher der dänischen Betreiberfirma in litauischen Medien zitiert.

Update: Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in China

Zum ersten Mal meldet China einen Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in einem Nutztierbestand. In einem Betrieb nahe der Stadt Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning verendeten 47 der insgesamt 383 Schweine. Insgesamt wurden im Umfeld des Betriebs fast 1.000 Schweine gekeult.

Update: Mittlerweile wurden aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung der ASP über 8.000 Schweine in China gekeult. Das meldet die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).

Alle Tiere befanden sich in einem Radius von 3 km rund um den ersten Betrieb, in dem die Tierseuche nachgewiesen wurde.

Insgesamt untersuchten die Behörden in der Provinz Liaoning etwa 1,9 Mio. Schweine auf den ASP-Erreger. Bislang wurden aber keine weiteren Tiere positiv auf die Seuche getestet.

06. August 2018: Bislang größter Ausbruch der ASP in Lettland

Auch in Lettland breitet sich die Seuche immer weiter aus. Laut eines Zeitungsberichts wurde das Virus auf einem Betrieb mit 15.000 Schweinen festgestellt.

Das ist der bislang größte Ausbruch in dem Baltenstaat. Aus Angst vor der ASP soll der gesamte Tierbestand gekeult werden.

12. Juli 2018: Polen lobt Finderlohn für verendete Wildschweine aus

Für eine noch effektivere Bekämpfung der ASP hat Polen einen Finderlohn für verendete Wildschweine eingeführt. Schon seit einiger Zeit gibt es gestaffelte Abschussprämien. 

Personen, die ein Fundstelle in ausgewiesenen ASP-Risikozonen melden, erhalten eine Prämie von 45 Euro je Tier. Im Rest des Landes gibt es immerhin noch 22,80 Euro.

In einigen besonders betroffenen Regionen gab es bereits länger eine Prämie, jetzt gilt sie für das gesamte Land.

ASP: Mehr finanzielle Mittel für Länder gefordert

Die von der Bundesregierung angestoßene Novelle des Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetzes wird vom Bundesrat grundsätzlich begrüßt. So sollen die Behörden in die Lage versetzt werden, schneller reagieren zu können, wenn die Afrikanische Schweinepest in Deutschland ausbrechen sollte.

Der Bundesrat weist allerdings darauf hin, dass damit erhebliche finanzielle Belastungen auf die Länder zu kommen würden. Deshalb fordert er zusätzliche Mittel für präventive Maßnahmen und ein belastbares Krisenmanagement. 

04. Juli 2018: 45.000 Schweine in Rumänien gekeult

Rumänien meldet neue Ausbrüche der ASP. In Tulcea nahe der Grenze zur Ukraine wurde das Virus in einer Hinterhofhaltung nachgewiesen. 

Seit Juli herrscht in dem Landkreis Alarmzustand: In einer Mastanlage des größten rumänischen Schweinefleischherstellers Carnirod mussten nach dem Ausbruch der ASP rund 45.000 Schweine gekeult werden. 

06. Juni 2018: 273 neue ASP-Fälle im Mai

In Osteuropa breitet sich die Afrikanische Schweinepest immer weiter aus. Vom 1. bis 29. Mai wurden insgesamt 273 Fälle aus Rumänien (1), Polen (135), Ungarn (6), Litauen (100), Lettland (29) und Estland (2). Betroffen waren insgesamt 566 Wildschweine. Zudem ist in einer polnischen Mastanlage an der Grenze zu Weißrussland die Seuche ausgebrochen

Die deutsche Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang das Tiergesundheitsgesetz und das Bundesjagdgesetz geändert, um im Ernstfall schnell Maßnahmen ergreifen zu können. 

ASP in der Ukraine

In Ungarn wurden vier weitere Wildschweine positiv auf die Afrikanischen Schweinepest (ASP) getestet. 

Ende April meldete das Land in der Region Heves den ersten Fall der ASP bei einem Wildschwein. Besonders beunruhigend an dem Fund war, dass dieser außerhalb des Beobachtungsgebietes lag. Die neuen Fälle lagen allerdings alle nur wenige Kilometer von dem erste Fund entfernt in dem Kerngebiet der besonders kontrollierten Region.

Seit 2016 untersucht das Land tote Wildschweine in den östlichen Grafschaften an der Grenze zur Ukraine und zu Polen auf das Virus. Ab 2017 wurden zudem Grenzkontrollen für Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte eingeführt.

Grund für das sprunghafte Verbreiten des Virus ist nach Angaben der Behörden möglicherweise das illegale Verfüttern infizierter Schweinefleischprodukte oder das Transportieren infizierter Schweine. 

2.138 ASP-Fälle im ersten Vierteljahr 2018

Seit Anfang des Jahres waren in 2.138 Fällen Wildschweine von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen. 30 mal wurde die Tierseuche bei Hausschweinen nachgewiesen. Das geht aus den neusten Daten der EU-Kommission hervor.

Demnach breite sich ASP spürbar zunehmend in der Wildschweinpopulation aus. Im ersten Vierteljahr seien bereits mehr als die Hälfte der Infektionsfälle des gesamten Vorjahrs erreicht.

Mit insgesamt 971 Fällen - vier davon bei Hausschweinen - traten die meisten Neuinfektionen in Polen auf. Bislang wurden die meisten Fälle in Litauen festgestellt. Auch jetzt liegt es mit 647 neuen ASP-Infektionen noch auf Platz zwei. Die meisten Nachweise bei Hausschweinen (21 Fälle) meldeten die Behörden der Ukraine.

Effektive Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest gefordert

Bei den aus einem Löschteich tot geborgenen Wildschweinen bei Czarnków, etwa 70 km nördlich von Posen, hat sich der Verdacht auf die Afrikanischen Schweinepest (ASP) nicht bestätigt. Die Untersuchung durch den Amtsveterinär deutet darauf hin, dass die drei Tiere bei der Wasseraufnahme ertrunken sind.

Unterdessen trifft sich der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, auf Einladung des polnischen Landwirtschaftsministers Krzysztof Jurgiel mit den Präsidentinnen und Präsidenten der polnischen Bauernorganisationen. Joachim Rukwied fordert für eine effektivere Bekämpfung der Seuche dringend mehr EU-Mittel für Osteuropa. Die Bekämpfung der Seuche sei eine Gemeinschaftsaufgabe zum Schutz der landwirtschaftlichen Strukturen, da dürfe es nicht am Geld scheitern.

Neue Fälle der ASP in Moldawien

Im Südosten Moldawiens, im Distrikt Causeni, waren Anfang April 8 Schweine in einer Kleinhaltung von der ASP betroffen. Für den Ausbruch wurde das illegale Verfüttern von Schweinefleischabfällen verantwortlich gemacht.

Zudem soll es neue Fälle bei Wildschweinen in Polen bei Czarnków, etwa 70 km nördlich von Posen, geben. Derzeit werden die Kadaver auf den Erreger untersucht.

Neue Fälle in Polen und Rumänien

In Polen brach in der Region Lubelskie erneut auf einem Betrieb mit 640 Schweinen die Afrikanischen Schweinepest aus. 100 Tiere sind verendet, der Rest wurde gekeult. Das teilte der polnische Chefveterinär am 23. März der OIE mit. Auch bei den Wildschweinen wurden seit dem 2. März 171 neue Ausbrüche mit 355 verendeten Wildschweinen gemeldet. Die meisten Fälle traten in den beiden Regionen Lubelskie und Mazowieckie auf.   

Rumänien meldete am 14. März einen neuen Ausbruch der ASP bei Hausschweinen. In einer nicht gewerblichen Mast sind fünf Masttiere verendet. Die Hinterhofhaltung liegt in der Region Satu Mare. Diese befindet sich nahe der Grenzen zu der Ukraine, aber auch zu Ungarn.

104 neue Fälle in Polen

Im Zeitraum vom 22. bis 28. Januar gab es in Polen 104 neue Ausbrüche bei Wildschweinen. Insgesamt habe sich damit die Gesamtzahl seit Ausbruch der ASP auf jetzt 1.222 erhöht.

Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) informiert  außerdem über den neusten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Rumänien (24.01.2018). 

In Micula, nahe der Grenze zur Ukraine und zu Ungarn, erkrankten am 19. Dezember 2017 auf einem Hinterhofbetrieb die ersten von insgesamt 34 Schweinen. 21 Tiere sind verendet, die restlichen wurden gekeult und entsorgt.

Die Nachforschungen über die Infektionsquelle dauern noch an.

Das Wichtigste zur ASP im Überblick

  • In Polen trat die Afrikanische Schweinepest 2017 immer wieder bei Wildschweinen auf. Anfang Dezember konnte die die Seuche erneut bei Wildschweinen in der Region um Warschau festgestellt werden. Zudem gab es Ende November neue Infektionen bei Wildschweinen in der Region Legionowski. Daraufhin wurden in dem Gebiet umfangreiche Sperr- und Pufferzonen eingerichtet.

 

  • Laut Zahlen des Tierseuchenmeldesystems (Animal Disease Notification System, ADNS) und der OIE trat ASP im Jahr 2017 erstmals in Rumänien und in der Tschechischen Republik auf.

 

  • Nach dem Auftreten der Seuche bei Wildschweinen in Tschechien hat das Friedrich-loeffler-Institut (FLI) seine Risikoeinschätzung für die Einschleppung der Seuche nach Deutschland Mitte Juli 2017 angepasst. Die Experten schätzen das Risiko durch den direkten Kontakt mit Wildschweinen als mäßig ein.

 

  • Nach Ansicht der Wissenschaftler ist die größte Gefahr für die Einschleppung der Seuche weiterhin der Mensch, der über nicht gegarte, kontaminierte Schweineprodukte den Erreger nach Westen tragen könnte. Das Einschleppungsrisiko durch den Menschen wird daher weiter als hoch eingestuft. 
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