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Stand 07. Juni 2018

Afrikanische Schweinepest: Die aktuellen Fälle

Wildschweine: Bache mit  Frischlingen
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
14.06.2018

In Osteuropa breitet sich die Afrikanische Schweinepest immer stärker aus. Die neusten Fälle werden aus Rumänien gemeldet.

Rumänien meldet neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). In Tulcea nahe der Grenze zur Ukraine wurde das Virus in einer Hinterhofhaltung nachgewiesen. 

Im Jahr 2018 ist das der dritte Fall aus Rumänien.

06. Juni 2018: 273 neue ASP-Fälle im Mai

In Osteuropa breitet sich die Afrikanische Schweinepest immer weiter aus. Vom 1. bis 29. Mai wurden insgesamt 273 Fälle aus Rumänien (1), Polen (135), Ungarn (6), Litauen (100), Lettland (29) und Estland (2). Betroffen waren insgesamt 566 Wildschweine. Zudem ist in einer polnischen Mastanlage an der Grenze zu Weißrussland die Seuche ausgebrochen

Die deutsche Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang das Tiergesundheitsgesetz und das Bundesjagdgesetz geändert, um im Ernstfall schnell Maßnahmen ergreifen zu können. 

ASP in der Ukraine

In Ungarn wurden vier weitere Wildschweine positiv auf die Afrikanischen Schweinepest (ASP) getestet. 

Ende April meldete das Land in der Region Heves den ersten Fall der ASP bei einem Wildschwein. Besonders beunruhigend an dem Fund war, dass dieser außerhalb des Beobachtungsgebietes lag. Die neuen Fälle lagen allerdings alle nur wenige Kilometer von dem erste Fund entfernt in dem Kerngebiet der besonders kontrollierten Region.

Seit 2016 untersucht das Land tote Wildschweine in den östlichen Grafschaften an der Grenze zur Ukraine und zu Polen auf das Virus. Ab 2017 wurden zudem Grenzkontrollen für Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte eingeführt.

Grund für das sprunghafte Verbreiten des Virus ist nach Angaben der Behörden möglicherweise das illegale Verfüttern infizierter Schweinefleischprodukte oder das Transportieren infizierter Schweine. 

2.138 ASP-Fälle im ersten Vierteljahr 2018

Seit Anfang des Jahres waren in 2.138 Fällen Wildschweine von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen. 30 mal wurde die Tierseuche bei Hausschweinen nachgewiesen. Das geht aus den neusten Daten der EU-Kommission hervor.

Demnach breite sich ASP spürbar zunehmend in der Wildschweinpopulation aus. Im ersten Vierteljahr seien bereits mehr als die Hälfte der Infektionsfälle des gesamten Vorjahrs erreicht.

Mit insgesamt 971 Fällen - vier davon bei Hausschweinen - traten die meisten Neuinfektionen in Polen auf. Bislang wurden die meisten Fälle in Litauen festgestellt. Auch jetzt liegt es mit 647 neuen ASP-Infektionen noch auf Platz zwei. Die meisten Nachweise bei Hausschweinen (21 Fälle) meldeten die Behörden der Ukraine.

Effektive Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest gefordert

Bei den aus einem Löschteich tot geborgenen Wildschweinen bei Czarnków, etwa 70 km nördlich von Posen, hat sich der Verdacht auf die Afrikanischen Schweinepest (ASP) nicht bestätigt. Die Untersuchung durch den Amtsveterinär deutet darauf hin, dass die drei Tiere bei der Wasseraufnahme ertrunken sind.

Unterdessen trifft sich der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, auf Einladung des polnischen Landwirtschaftsministers Krzysztof Jurgiel mit den Präsidentinnen und Präsidenten der polnischen Bauernorganisationen. Joachim Rukwied fordert für eine effektivere Bekämpfung der Seuche dringend mehr EU-Mittel für Osteuropa. Die Bekämpfung der Seuche sei eine Gemeinschaftsaufgabe zum Schutz der landwirtschaftlichen Strukturen, da dürfe es nicht am Geld scheitern.

Neue Fälle der ASP in Moldawien

Im Südosten Moldawiens, im Distrikt Causeni, waren Anfang April 8 Schweine in einer Kleinhaltung von der ASP betroffen. Für den Ausbruch wurde das illegale Verfüttern von Schweinefleischabfällen verantwortlich gemacht.

Zudem soll es neue Fälle bei Wildschweinen in Polen bei Czarnków, etwa 70 km nördlich von Posen, geben. Derzeit werden die Kadaver auf den Erreger untersucht.

Neue Fälle in Polen und Rumänien

In Polen brach in der Region Lubelskie erneut auf einem Betrieb mit 640 Schweinen die Afrikanischen Schweinepest aus. 100 Tiere sind verendet, der Rest wurde gekeult. Das teilte der polnische Chefveterinär am 23. März der OIE mit. Auch bei den Wildschweinen wurden seit dem 2. März 171 neue Ausbrüche mit 355 verendeten Wildschweinen gemeldet. Die meisten Fälle traten in den beiden Regionen Lubelskie und Mazowieckie auf.   

Rumänien meldete am 14. März einen neuen Ausbruch der ASP bei Hausschweinen. In einer nicht gewerblichen Mast sind fünf Masttiere verendet. Die Hinterhofhaltung liegt in der Region Satu Mare. Diese befindet sich nahe der Grenzen zu der Ukraine, aber auch zu Ungarn.

104 neue Fälle in Polen

Im Zeitraum vom 22. bis 28. Januar gab es in Polen 104 neue Ausbrüche bei Wildschweinen. Insgesamt habe sich damit die Gesamtzahl seit Ausbruch der ASP auf jetzt 1.222 erhöht.

Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) informiert  außerdem über den neusten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Rumänien (24.01.2018). 

In Micula, nahe der Grenze zur Ukraine und zu Ungarn, erkrankten am 19. Dezember 2017 auf einem Hinterhofbetrieb die ersten von insgesamt 34 Schweinen. 21 Tiere sind verendet, die restlichen wurden gekeult und entsorgt.

Die Nachforschungen über die Infektionsquelle dauern noch an.

Das Wichtigste zur ASP im Überblick

  • In Polen trat die Afrikanische Schweinepest 2017 immer wieder bei Wildschweinen auf. Anfang Dezember konnte die die Seuche erneut bei Wildschweinen in der Region um Warschau festgestellt werden. Zudem gab es Ende November neue Infektionen bei Wildschweinen in der Region Legionowski. Daraufhin wurden in dem Gebiet umfangreiche Sperr- und Pufferzonen eingerichtet.

 

  • Laut Zahlen des Tierseuchenmeldesystems (Animal Disease Notification System, ADNS) und der OIE trat ASP im Jahr 2017 erstmals in Rumänien und in der Tschechischen Republik auf.

 

  • Nach dem Auftreten der Seuche bei Wildschweinen in Tschechien hat das Friedrich-loeffler-Institut (FLI) seine Risikoeinschätzung für die Einschleppung der Seuche nach Deutschland Mitte Juli 2017 angepasst. Die Experten schätzen das Risiko durch den direkten Kontakt mit Wildschweinen als mäßig ein.

 

  • Nach Ansicht der Wissenschaftler ist die größte Gefahr für die Einschleppung der Seuche weiterhin der Mensch, der über nicht gegarte, kontaminierte Schweineprodukte den Erreger nach Westen tragen könnte. Das Einschleppungsrisiko durch den Menschen wird daher weiter als hoch eingestuft. 
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