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Stand 13. Juli 2017

Afrikanische Schweinepest: Die aktuellen Fälle

Wildschweine: Bache mit  Frischlingen
Wildschweine: Bache mit Frischlingen © pixabay
von , am
13.07.2017

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich immer weiter gegen Westen aus. Das Friedrich-Löffler-Insitut hat das Seuchenrisiko für Deutschland jetzt offiziell erhöht.

Nach dem Auftreten der Seuche bei Wildschweinen in Tschechien hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) seine Risikoeinschätzung für die Einschleppung der Seuche nach Deutschland angepasst. Die Experten stufen das Risiko durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen nicht mehr als gering ein, sondern als mäßig. Als größte Gefahr für die Einschleppung gilt weiterhin der Mensch, der über nicht gegarte, kontaminierte Schweineprodukte den Erreger nach Westen tragen könne. Das Einschleppungsrisiko durch den Menschen wird weiter als hoch eingestuft.

Tschechien: 15 ASP-Fälle

In Tschechien sind bisher 15 Wildschweine an der  Afrikanischen Schweinepest verendet. Auch die neusten Nachweise wurden bei Tieren in der Nähe der tschechischen Stadt Zlin gemacht. Höchstwahrscheinlich war das erste tote Wildschwein also kein nur ein isolierter Vorfall. Vielmehr scheint es so, als hätte sich das Afrikanische Schweinepest-Virus in der Wildschweinpopulation der Region verbreitet.

Polen: Signifikanter Anstieg von ASP-Fällen

Amtlichen Meldungen zufolge wurden in Polen in der vergangenen Woche gleich vier neue Ausbrüche der meldepflichtigen Seuche in der Wojewodschaft Lublin festgestellt. Innerhalb eines Monats sollen sich bereits 26 Betriebe nachweislich mit ASP infiziert haben, was im Vergleich zu den Vorjahren einen signifikanten Anstieg bedeutet.

Auch bei den Wildschweinen breitet sich die Seuche in Polen weiter aus. Hier wurden allein in der letzten Juniwoche elf neue ASP-Fälle bestätigt. Insgesamt sollen in diesem Jahr schon mehr als 200 mit dieser Erkrankung infizierte Wildschweine nachgewiesen worden sein.

Afrikanische Schweinepest: 5 europäische Länder betroffen

Insgesamt sind mit der Tschechischen Republik inzwischen fünf Länder der Europäischen Union von der Afrikanischen Schweinepest betroffen. Aus Lettland, Litauen, Estland und Polen wird seit 2014 über Ausbrüche berichtet. Seitdem es in Georgien erstmals 2007 nachgewiesen wurde, verbreitet sich die Tierseuche nach und nach auch in die Länder Armenien, Aserbaidschan, Russland, Weißrussland, Ukraine und Moldawien. 

Wildschweinschäden richtig einschätzen

Dann reicht neben dem Schleppen, was im Frühjahr auf jeden Fall erledigt werden muss, eine korrekte Nachsaat. Diese muss in einem solchen Fall allerdings höher als üblich ausfallen. © Volker Berg
Landwirte und Jäger sollten sich einvernehmlich um Schäden durch Wildschweine kümmern. Gutachten sind recht aufwendig. Hier das Beispiel eines "kleineren" Wildschadens. Der Schaden besteht aus vereinzelten, flachen Aufbrüchen. Bei der Berechnung der gesamten Schadensersatzsumme sollten hier folgenden Kosten berücksichtigt werden: Reparaturkosten Grünland, Rüst-/Anfahrtszeiten, Fahrzeit und Kosten Ertragsausfall. © Volker Berg
Kleinere Schäden bei Aufbrüchen, einzelne Stippen, sind noch relativ leicht von Hand zu beheben. Vor allem die Arbeitszeit ist kostenintensiv. Zum Reparieren lohnen so genannte Karste und das anschließende Festtreten der einzelnen Plaggen. © Volker Berg
Eine innerbetriebliche Ersatzbeschaffung möglich, da es sich um eine insgesamt relativ kleine Menge an Futter handelt, die der Betrieb durch eine etwas intensivere Nutzung anderer Futterflächen ausgleichen kann. Bei tieferen Aufbrüchen kann es nötig werden, Erde aufzufüllen. Dann wird der Schaden meist teurer. © Volker Berg
Bei gitterförmigem Aufbruch sind die Schäden auf Grünland noch relativ schnell in den Griff zu bekommen. © Volker Berg
Bei diesem größeren Schaden handelt es sich um einen großflächigen, tiefen, zusammenhängenden Schwarzwildaufbruch. Bei Totalausfall ist die Schadensfläche zunächst durch Abschreiten festzustellen. Auch ein Messrad oder GPS-Einsatz ist möglich. © Volker Berg
Hier folgt als Reparatur die Neueinsaat mit der Drillmaschine. Hier ist abzuwarten, wie sich die Neuansaat entwickelt. Im Falle von Trockenheit und bei schlechtem Aufgang ist bei erforderlicher erneuter Ansaat diese einschließlich der Bodenbearbeitung zusätzlich ersatzpflichtig. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob im Folgejahr mit einem normalen Ertrag zu rechnen ist. Ist das nicht so, ist die Ertragsminderung festzustellen, die ebenfalls ersatzpflichtig ist. © Volker Berg
Schäden vorbeugen ist wichtig: Eine Ablenkungsfütterung mit kleineren Streifen Mais am Rande von Hecken oder Wäldern lohnt zur Vorbeugung gegen Schwarzwild. © Volker Berg
Die schwierige Zaunfrage: Einzäunungen mit üblichen Weidezäunen zeigen meist eine weniger gute Wirkung. © Volker Berg
Die hochpreisige Variante: Aufwändige Dauerzäune mit Knotengitter sind in aller Regel recht teuer. © Volker Berg
Zu bevorzugen sind Elektrozäune, die als Einzeldrähte oder Netze gespannt werden. Sie allerdings fordern hohen Zeitaufwand bei Pflege und Überwachung. © Volker Berg
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