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Aus der Wirtschaft

Afrikanische Schweinepest: Einschleppungsgefahr

von , am
24.08.2012

Moskau - Jetzt ist es offiziell: Es besteht Einschleppungsgefahr für die Schweinepest. Darauf hat der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit in Russland die EU-Staaten hingewiesen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Polen angekommen. Der Virus wurde an zwei weiteren toten Wildschweinen nachgewiesen. © Erich Keppler/pixelio
Das Virus könnte theoretisch aus den beiden russischen Endemiezonen gelangen, und zwar im Norden in die baltischen Staaten und weiter nach Polen und Deutschland sowie im Süden über die Ukraine nach Rumänien und Österreich, heißt es in einer Verlautbarung vom Mittwoch. Letztere Möglichkeit sei mit einem Ende des Vormonats in der Ukraine erstmals verzeichneten ASP-Ausbruch sogar wahrscheinlicher geworden.
 
Bereits einen Tag zuvor hat ein leitender Vertreter des Moskauer Aufsichtsdiensts die Teilnehmer einer Videokonferenz zur aktuellen ASP-Situation in Russland darauf aufmerksam gemacht, dass die Weiterverbreitung des Virus unter Wildschweinen die Seuchensicherheit nicht nur der Nachbarländer Ukraine und Weißrussland, sondern auch der EU gefährdet. Daher sei unter anderem eine Verringerung der Population dieser Tiere erforderlich.

Bald ein globales Problem?

In seiner Verlautbarung teilt der Aufsichtsdienst die Auffassung der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), wonach die ASP-Ausbreitung rasch zu einem globalen Problem werden könnte.
 
Die Gefahr der Einschleppung in die EU sei demnach eigentlich schon mit dem Ausbruch der Krankheit in Georgien (2007) gestiegen, da das Land zuvor das veterinäre Kontrollsystem an seinen Grenzen praktisch abgeschafft hatte. Damals sei das Virus aus Georgien nach Armenien sowie Aserbaidschan und später durch Wildschweine auch nach Russland gelangt.

Lage in Russland verschlechter sich

Im August hat sich dort die Lage deutlich verschlechtert. Vor allem in der sonst am stärksten betroffenen südlichen Region Krasnodar, aber auch in der zentralrussischen Provinz Twer wurden mehrere ASP-Ausbrüche registriert. Erstmals ist das ASP-Virus in der an Twer angrenzenden Provinz Jaroslawl bestätigt worden.
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