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Afrikanische Schweinepest erreicht die EU

© Barbara Schneider/aboutpixel
von , am
29.01.2014

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat die Grenze zur EU überschritten. Nachdem in Litauen zwei Fälle bei Wildschweinen bestätigt wurden, hat die EU-Kommission gestern Schutzmaßnahmen verhängt.

In Litauen haben sich Wildschweine mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert. © Mühlhausen/landpixel
"Lebende Wildschweine, Schweine oder deren Produkte aus den sechs betroffenen Bezirken dürfen nicht außerhalb des Landes verbracht werden", erklärte gestern die Brüssler Behörde. Bei den infizierten Schweinen handelt es sich um den ersten Fall einer Einschleppung der ASP aus Russland. "Das gibt Anlass zur Besorgnis", sagte der Staatssekretär des Agrarministeriums Schleswig Holsteins Ulf Kämpfer. Das Risiko der weiteren Verschleppung der Tierseuche nach Westen sei aufgrund der Übertragung durch Schwarzwild nicht zu unterschätzen.
 
Angesichts des Vordringens weist das Agrarministerium des Landes Schleswig-Holstein auf die geltenden Sicherheitsmaßnahmen hin. Die bestehenden Hygienebestimmungen in schweinehaltenden Betrieben sowie die Rückverfolgbarkeitsvorschriften müssten streng eingehalten werden.

Ministerium gibt Sicherheitsempfehlungen

Das schleswig-holsteinische Ministerium weist ausdrücklich auf die allgemeinen Biosicherheitsmaßnahmen in schweinehaltenden Betrieben hin. Dazu gehören Beschränkungen des Personen- und Warenverkehrs in Betrieben, die Verwendung betriebseigener Schutzkleidung sowie die Reinigung und Desinfektion der Transportfahrzeuge. Hausschweine und Wildschweine dürfen keinen Kontakt miteinander haben, weil dies zu einer direkten Übertragung führen kann, heißt es.
 
Auch eine indirekte Übertragung des Virus über behaftete Kleidung, Futtermittel, Küchen- und Speiseabfälle sowie Gerätschaften ist möglich. Besondere Vorsicht mit einer strikten Beachtung der Hygieneregeln bei Jagdreisen in die betroffenen Gebiete sei ebenso unbedingt erforderlich. Auch Kleidung und Schuhwerk müssten nach Rückkehr desinfiziert werden. Reisende sollten auch aus Litauen kein Schweinefleisch oder Schweinefleisch-Erzeugnisse mitbringen, um keine Verschleppung des Virus über Speiseabfälle zu riskieren.
 

EU ergreift Sicherheitsmaßnahmen

Ein Team von Experten der EU-Kommission unterstützt die litauischen Veterinärsbehörden vor Ort. Proben der infizierten Tiere wurden für eine gründliche Analyse an ein spanisches EU-Labor geschickt. Die litauischen Behörden hatten sofort nach Bestätigung der Schweinepest die durch die EU-Gesetzgebung vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.
 

ASP Hintergrund

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) trat von den 1960er bis 1990er Jahren auf der iberischen Halbinsel auf, bevor es schließlich ausgemerzt werden konnte. Kleinere Ausbrüche gab es unter anderem auch in den Niederlanden, Frankreich und Belgien. Seit 1978 ist der Virus endemisch in Sardinien vertreten. Die aktuelle Ausbreitung im Osten geht vermutlich auf das Jahr 2007 zurück, als das Virus aus Afrika nach Georgien eingeschleppt wurde. Seither hat es sich an zahlreichen Orten im Kaukasus bei Wild- und Hausschweinen stark verbreitet.
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