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Afrikanische Schweinepest auch in Polen

von , am
19.02.2014

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter in Europa aus. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat gestern einen ASP-Fall bei einem Wildschwein in Polen bestätigt.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist weiter auf dem Vormarsch. © landpixel
Nach Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hat Polen einen Fall von Afrikanischer Schweinepest gemeldet. Ein Wildschwein an der Grenze zu Weißrussland war an der für Menschen ungefährlichen Tierseuche erkrankt.
 
Damit breitet sich die Afrikanische Schweinepest weiter in Europa aus. Erst Ende Januar war in zwei Gebieten von Litauen, die ebenfalls an Weißrussland grenzen, die Tierseuche bei Wildschweinen festgestellt worden. Zuvor, im Juni 2013, hatte Weißrussland erste Fälle in der Grenzregion zu Polen gemeldet. 

Schweinepest gelangte über Afrika nach Georgien

Das Friedrich-Loeffler-Institut vermutet, dass die Schweinepest 2007 über Afrika nach Georgien eingeschleppt wurde. Von dort aus habe sich das Virus über mehrere transkaukasische Länder nach Russland ausgebreitet. Seitdem gibt es in Russland immer wieder Fälle bei Haus- und Wildschweinen, die nach Aussage des FLI "eine klare Ausbreitungstendenz besitzen". Die Ukraine berichtet ebenfalls von Fällen bei Haus- und Wildschweinen, in Litauen und Polen waren Wildschweine von der Tierseuche betroffen.

Russland und EU drohen sich gegenseitig

Obwohl Russland selbst von der Afrikanischen Schweinepest betroffen ist, hat das Land Ende Januar sämtliche Schweinefleischimporte aus der EU verboten. Mittlerweile drohen sich Russland und die Europäische Union gegenseitig mit einem Gang vor die World Trade Organisation (WTO).

Beim EU-Agrarrat Anfang dieser Woche hatte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg die Mitgliedsstaaten zur Geschlossenheit aufgerufen und von bilateralen Kontakten mit den russischen Behörden abgeraten. Um den Konflikt zu klären, habe er den russischen Botschafter zu sich ins Büro gebeten. Außerdem, so Borg, wollen die Moskauer Behörden am Freitag die Leiterin der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher, Paola Testori Coggi, empfangen.

FLI schließt weitere Verbreitung nicht aus

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest 2007 bis Ende Januar 2014. © OIE WAHID, 28.01.2014
Das Friedrich-Loeffler-Institut will eine Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union nicht ausschließen. Das Virus könnte über Transportfahrzeuge aus den betroffenen Regionen und Produkte aus nicht durchgegartem Fleisch infizierter Schweine weiter verbreitet werden. Besonders das (illegale) Verfüttern von Speiseabfällen sei eine mögliche Infektionsquelle.
In unserem Themendossier zur Afrikanischen Schweinepest haben wir für Sie viele weitere Informationen gesammelt. Zum Themendossier kommen Sie hier ... 
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