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Discounter

Aldi will das Kükentöten abschaffen

Küken
am Mittwoch, 11.03.2020 - 15:46 (Jetzt kommentieren)

Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd wollen schrittweise bis 2022 das Töten von männlichen Küken beenden.

Eier von Aldi mit Label ohne Küken töten

Aldi Nord und Aldi Süd haben angekündigt, das Töten von männlichen Küken in der Schaleneier-Produktion zu beenden. Möglich machen sollen das unter anderem technische Verfahren, die das Geschlecht in den ersten Bruttagen im Ei bestimmen. Eier, aus denen männliche Küken entstehen würden, werden dann nicht mehr ausgebrütet. Die Discounter wollen nach eigenen Angaben bis 2022 deutschlandweit die gesamten Lieferketten für ihre Boden-, Freiland- und Bio-Eier umzustellen.

In Berlin stellte Landwirtschaftsministerin Klöckner bereits im Jahr 2018 eine Methode zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei vor. Eier, die mit diesem Verfahren selektiert wurden sind seit diesem Termin in  Berliner Rewe- und Pennymärkten erhältlich.

Geschlechtsbestimmung bereits am neunten Bruttag

Die Discounter würden demnach wirkungsvolle Ansätze unterstützen, die es ermöglichen, das Geschlecht eines Kükens im Brutei frühzeitig zu bestimmen. Damit sie ihr Vorhaben schnellstmöglich in die Breite tragen können, ständen sie im Austausch mit langjährigen Partnern und verschiedenen Verfahrensentwicklern, wie dem Biotech-Unternehmen Planton. Mit Hilfe eines speziellen genanalytischen Verfahrens könne durch ein winziges Loch im Ei das Geschlecht am neunten Bruttag bestimmt werden. So müssen laut Aldi die männlichen Eier nicht erst ausgebrütet werden.

Aktuell würden die Entwickler unter Hochdruck daran arbeiten, die bereits praxistaugliche Technologie zur Serienreife weiterzuentwickeln, um diese auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stellen zu können. Ab Ende 2020 sollen Aldi-Kunden die ersten Eier kaufen können, für deren Produktion die neue Methode zum Einsatz kommt.

Ministerin Klöckner begrüßt Aldi-Initiative

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat den von Aldi angekündigten Schritt ausdrücklich begrüßt: „Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass immer mehr Beteiligte bereit sind, mitzumachen. Das zeigt, dass unser Weg richtig war und ist, massiv in die Forschung zur Geschlechterkennung im Ei zu investieren, um einen flächendeckenden Ausstieg aus dem Kükentöten schnellstmöglich umzusetzen.“ Sie habe wiederholt betont, dass die Praxis des Kükentötens weder gesellschaftlich akzeptiert, noch ethisch vertretbar ist. Die Ministerin habe daher der Geflügelbranche deutlich gemacht, dass ein flächendeckender Ausstieg aus dem Kükentöten schnellstmöglich umgesetzt werden muss. Das Ziel sei die Beendigung des Kükentötens bis Ende 2021.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert nach eigenen Angaben seit 2008 mit über 8 Mio. Euro verschiedene Verfahren und Initiativen, mit denen das Töten männlicher Küken überflüssig wird. Alternative Verfahren seien neben der Geschlechtsbestimmung im Ei die Aufzucht der Hahnenküken („Bruderhahn“) und der Einsatz sogenannter Zweinutzungshühner für die Eier- und Fleischnutzung.

Mit Material von Aldi, BMEL
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