Login
Zucht

Alle einheimischen Schweinerassen gefährdet

von , am
27.12.2013

Bonn - Laut der "Roten Liste einheimischer Nutztierrassen" sind weitere deutsche Schweinerassen im Bestand bedroht. Hybridsauen aus international agierenden Zuchtunternehmen setzen sich immer stärker durch.

Alle einheimischen Schweinerassen sind gefährdet. © Krenn
Der Schutz heimischer Nutztierrassen kann insbesondere im Bereich der Schafrassen Erfolge verbuchen, muss vor allem bei den Schweinerassen aber auch Verschlechterungen hinnehmen. Das zeigt die jüngste Auflage der "Roten Liste einheimischer Nutztierrassen in Deutschland", die die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) jetzt herausgegeben hat. Demnach sind 52 der insgesamt 74 in Deutschland heimischen Nutztierrassen in ihrem Bestand gefährdet. Im Bereich der Schweineproduktion setzten sich Hybridsauen aus international agierenden Zuchtunternehmen immer stärker durch, weshalb der Einsatz einheimischer Schweinerassen aus der Herdbuchzucht weiter zurückgehe. Seien noch vor wenigen Jahren die Deutsche Landrasse und das Deutsche Edelschwein weit verbreitet gewesen, müssten diese Rassen nun auch als bedroht eingestuft werden. Somit gebe es in Deutschland keine ungefährdete einheimische Schweinerasse mehr, berichtet die BLE.

Ziegenrassen ebenfalls gefährdet

Auch bei den Ziegenrassen habe sich die Lage verschlechtert. Im Jahr 2010 sei zumindest noch die Bunte Deutsche Edelziege ungefährdet gewesen. Aufgrund des Bestandsrückgangs müsse nun auch diese Rasse als gefährdet eingestuft werden. Kaum Veränderungen gebe es dagegen bei den Rinderrassen. Hier sei die Situation auf einem "verbesserungsbedürftigen Niveau" stabil. Von zusammen 21 heimischen Rinderrassen seien 15 gefährdet, heißt es in der Publikation. Die Schafrassen in Deutschland hätten dagegen von wirksamen Fördermaßnahmen wie zum Beispiel Haltungsprämien profitiert. Das Krainer Steinschaf, das Leinschaf und das Weiße Bergschaf seien jetzt in niedrigere Gefährdungsstufen eingeordnet. Auch die Pferderasse Schwarzwälder Kaltblut sei aufgrund erfolgreicher Fördermaßnahmen in eine geringere Gefährdungskategorie eingestuft worden.

Wirksame Instrumente vorhanden

Wie die BLE hervorhebt, ist der Erhalt der Nutztierrassenvielfalt wichtig für die Landwirtschaft der Zukunft. Die Branche müsse sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen können. Hierzu brauche sie ein breites Spektrum verschiedener Nutztierrassen, aus dem sie die geeigneten Tiere auswählen könne. Rassen, die unter heutigen Bedingungen prädestiniert seien, müssten dies nicht auch in Zukunft sein. Dass es wirksame Instrumente zum Schutz der Rassen gebe, zeigten die jüngsten Erfolge bei den Schafrassen. Die "Rote Liste einheimischer Nutztierrassen" erscheint in mehrjährigem Abstand. Grundlagen der Publikation sind die jährlich von der BLE erhobenen Bestandszahlen aller in Deutschland gezüchteten Nutztierrassen. Basierend auf diesen Zahlen empfiehlt der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen die Einstufung der einzelnen Rassen in eine von insgesamt vier Gefährdungskategorien.

Hofreport aus Niedersachsen: Jungsauen auf Stroh

Auch interessant