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Agrarministerkonferenz

AMK: Meyer bringt Kastenstand-Haltung auf die Tagesordnung

Sauen in Kastenständen
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Anke Fritz, agrarheute
am
27.03.2017

Vom 29. bis 31. März treffen sich die Agrarminister und Senatoren der Agrarressorts aus Bund und Ländern in Hannover. Der Ausstieg aus der Kastenstand-Haltung wird ein Thema sein.

Das Land Niedersachsen hat zu Beginn des Jahres turnusgemäß den Vorsitz der Agrarministerkonferenz (AMK) von Bund und Ländern übernommen. Die Ministerinnen, Minister und Senatoren der Agrarressorts aus Bund und Ländern sind vom 29. bis 31. März in Hannover. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer setzt sich für einen weitgehenden Ausstieg aus der Kastenstand-Haltung bei Sauen ein.

Das Thema werde auf der nächsten Agrarministerkonferenz in wenigen Tagen in Hannover eine große Rolle spiele. Die Konferenz wolle den Bund auffordern, die Nutztierhaltungsverordnung entsprechend zu ändern.

Kastenstände: Meyer sieht Dänemark als Vorbild

Deutschland solle sich an Dänemark orientieren und in den nächsten 20 Jahren die Verwendung von den so genannten Kastenständen auf das absolute Minimum herabsetzen, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. Für die Landwirte solle es Übergangsfristen geben. "Wir wollen klar sagen, dass wir aus einem System herauswollen, wo eine Sau die Hälfte ihrer Lebenszeit in einem Kastenstand fixiert ist", sagte Meyer. Das dänische Modell sieht vor, dass die Tiere nur wenige Tage nach der Besamung im Kastenstand gehalten werden, dann aber in die Gruppe kommen.

Hintergrund zum Kastenstandurteil

Hintergrund ist die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes Ende November.  Damals wurde das sogenannte Kastenstandurteil des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg höchstrichterlich bestätigt. Die Richter haben die Klage der LFD-Holding – ehemals Straathof – gegen den Landkreis und die tierschutzrechtliche Anordnung abgewiesen. Demnach dürfen Sauen im Deckzentrum künftig nicht mehr in den bisher üblichen 70 cm breiten Kastenständen stehen, weil sie sich darin nicht ungehindert hinlegen können.

Nach dem Urteil muss es für jedes in einem Kastenstand gehaltene Schwein möglich sein, jederzeit eine Liegeposition in beiden Seitenlagen einzunehmen, bei der alle Gliedmaßen auch an dem vom Körper entferntesten Punkt nicht an Hindernisse stoßen.

Frist für den Umbau der Kastenstände: 20 Jahre

Die Eckpunkte für eine novellierte Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung seien gemeinsam mit den Interessenverbänden der Landwirte entwickelt worden. "Wir wollen nicht den Abbau, sondern den Umbau der Sauenhaltung", sagte Meyer. Es solle einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren geben, in dem die Landwirte Zeit haben, ihre Ställe umzubauen. "Wer neu baut oder wer Fördermittel des Landes bekommt, für den gilt es sofort", sagte der Minister.

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