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Antibiotika-Forschung: Pellets sind umweltfreundlicher als Pulver

© Mühlhausen/landpixel
von , am
22.04.2014

Wissenschaftler untersuchten in einer Studie, wie sich verschiedene Antibiotika und ihre Zusammensetzung auf die Umwelt auswirken. Zukünftig sollen umweltfreundlichere Medikamente entwickelt werden.

© Mühlhausen/landpixel
Wenn Tiere Antibiotika erhalten, scheiden sie einen Teil der antibakteriellen Wirkstoffe in unveränderter Form wieder aus. Sie gelangen mit Gülle und Gärsubstraten in den Boden und ins Grundwasser. Nur schwer abbaubar können sie dort ihre ungewollte Wirkung auf den Stoffwechsel von Lebewesen entfalten.
 
In einem mit rund 420.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojekt wurde nun die Wirkung und Abbaubarkeit der Substanzen unterschiedlicher Antibiotika erforscht. Das Ergebnis belegt, dass mit Pellets und besser abbaubare Substanzen weniger Tierarzneimittel in die Umwelt gelangen.
 

Untersuchung an Schweinen

"Die Wirkstoffgruppe der Sulfonamide, die wir untersucht haben, sind antibakteriell wirkende Substanzen, die als Breitbandantibiotika gegen eine Vielzahl verschiedener Bakterien in der Human- und Tiermedizin eingesetzt werden", erläutert Projektleiter Prof. Dr. Gerd Hamscher vom Institut für Lebensmittelchemie und Lebensmittelbiotechnologie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Um den Tierarzneimitteleintrag in die Umwelt zu verringern, seien die Substanzen gezielt an Schweinen und in Laborversuchen getestet worden. Wir haben erstmalig den Einfluss des Verabreichens von Arzneimitteln an Schweinen auf das Rückstandsverhalten gezielt untersucht, ihr Verhalten in der Umwelt, ihre Gefährlichkeit für das Grundwasser sowie ihre Abbaubarkeit unter Sonnenlicht und unter Bedingungen, die in Biogasanlagen herrschen, so Hamscher.
 

Pellets besser als Pulver

"Wir haben sehr viel über ihr Verhalten in der Umwelt herausgefunden und dabei große Unterschiede festgestellt, obwohl es sich um eine Wirkstoffgruppe handelt", betont Prof. Dr. Manfred Kietzmann vom Institut für Pharmakologie und Pharmazie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Eine wichtige Erkenntnis gewannen die Forscher über das Verabreichen der Arzneimittel. Bisher bekämen Schweine die Arzneimittel oft über das Futter in Pulverform.
 
Kietzmann: "In den Ställen gibt es aber eine hohe Staubentwicklung. Über die Luft und Lüftungsanlagen verteilen sich die Wirkstoffe im gesamten Stall, so dass auch die nicht behandelten Schweine sowie Landwirte und Tierärzte Antibiotika aufnehmen und die Wirkstoffe nach draußen in die Stallumgebung gelangen." Die Lösung für dieses Problem sei beispielsweise die Fütterung von Pellets oder Granulat. "Allerdings ist diese Form der Fütterung auch teurer", bemerkt Kietzmann.

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