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Antibiotika: Jetzt Therapieindex vergleichen

© landpixel
von , am
01.04.2015

Die Kennzahlen für die Therapiehäufigkeiten in deutschen Tiermastbetrieben wurden veröffentlicht. Nutztierhalter müssen laut Arzneimittelgesetz nun den Vergleich zu den eigenen Daten ziehen und gegebenfalls Maßnahmen ergreifen.

Antibiotikaresistenzen werden von 70 Prozent der Bevölkerung sehr ernst genommen. © António Duarte/Fotolia

Das Arzneimittelgesetz verlangt von Rinder-, Schweine-, Hühner- und Putenhaltern ab einer bestimmten Herdengröße künftig, dass sie ihre Betriebsdaten mit den bundesweiten Durchschnittswerten für den Therapieindex (Behandlungstage je Tierplatz in einem Halbjahr) vergleichen. Die ersten Vergleichsdaten dafür sind nun veröffentlicht.

 

 

 

 

Der Therapieindex wird von heute an halbjährlich im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die ersten Therapieindex-Zahlen, die nun vorliegen, sind natürlich erst einmal sehr begrenzt interpretierfähig, da sie noch keine Entwicklung zeigen. Bislang kann nur jeder Nutztierhalter selber einschätzen, wie er im Vergleich zum deutschen Durchschnitt liegt.

Kennzahl 2 überschritten: Maßnahmekatalog muss erstellt werden

Liegen die eigenen Ergebnisse über der sogenannten Kennzahl 2, sind die Betriebsleiter verpflichtet, innerhalb von vier Monaten gemeinsam mit dem bestandsbetreuenden Tierarzt einen Maßnahmenkatalog zur Therapie-Index-Senkung zu erarbeiten und bei der zuständigen Überwachungsbehörde einzureichen. Die Kennzahl 2 steht dabei für das 3. Quartil, eine statistische Maßzahl, welche von drei Vierteln aller erfassten Einzelwerte unterschritten wird. Wer also über diese Grenze kommt, gehört innerhalb seiner Tierkategorie zu den 25 Prozent deutschen Betrieben mit den häufigsten Antibiotika-Behandlungen.

 

Kennzahl 1 überschritten: Landwirt muss die Ursachen suchen

Aber auch bei Überschreitung der Kennzahl 1 - des sogenannten Medians, der genau die Mitte aller erfassten Werte kennzeichnet - ist ein Landwirtschaftsbetrieb bereits zum Handeln verpflichtet. Betriebsleiter und Tierarzt müssen dann gemeinsam auf Ursachensuche gehen und - wenn nötig - Veränderungen im betrieblichen Ablauf umsetzen. Ein schriftlicher Maßnahmenplan ist hierfür allerdings nicht gefordert.

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