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Zucht

Antimikrobielle Peptide reduzieren Antibiotikaeinsatz bei Ebersamen

von , am
01.09.2014

Berlin - Die Forscher des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung haben nachgewiesen, dass der Einsatz von antimikrobiellen Peptiden die Verwendung von Antibiotika in der Schweinezucht reduziert.

Die AMPs ersetzen derzeit unvollständig die Antibiotika bei der Flüssigkonservierung von Ebersperma. © Mühlhausen/landpixel
Im Rahmen der Studie haben die Wissenschaftler den Einsatz von antimikrobiellen Peptiden (AMP) als Ersatzstoff für Antibiotika bei der Flüssigkonservierung von Sperma untersucht. Ihre Ergebnisse haben gezeigt, dass die AMPs Bakterien effektiv bekämpfen können.
 
In Kombination mit einer geringen Dosis des Antibiotikums "Gentamicin" verhinderten zwei von den untersuchten AMPs das bakterielle Wachstum in flüssigkonservierten Spermaproben. Dabei wurde die Qualität der Spermien nicht beeinträchtigt.

Bakterien schaden dem flüssigkonservierten Samen

Bakterien sind sehr anpassungsfähig und resistent gegenüber Antibiotika. Heutzutage wird die künstliche Besamung mit flüssigkonserviertem Sperma routinemäßig angewendet. Grundsätzlich enthalten die frisch gewonnenen Spermaejakulate Bakterien. In der Studie erweisen sich die Erreger als sehr schädlich bei der Flüssigkonservierung des Samens, sowohl für die Qualität als auch die Langlebigkeit der Spermien.
 
Das hat negative Folgen für die Befruchtungsfähigkeit des Samens. Gesetzlich ist eine Zugabe von Antibiotika zum verdünnten Sperma vorgeschrieben. Sie verhindern das Wachsen der Bakterien. Jedoch weisen viele Bakterienarten eine Resistenz gegen die bisher eingesetzten Antibiotika auf.

Aminosäureverbindungen wirken toxisch auf Bakterien

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und dem Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V. (IFN) haben die Wirkung antimikrobieller Peptide untersucht.
 
Bei diesen Molekülen handelt es sich um natürlich vorkommende Aminosäureverbindungen, welche auf Bakterien toxisch wirken und in fast allen Organismen als erste Abwehr gegen Pathogene zu finden sind. Bei den Versuchen wurden synthetisch hergestellten kationische Peptide mit antimikrobieller Wirkung verwendet.

Antimikrobielle Peptide verringern den Einsatz von Antibiotika

"Antimikrobielle Peptide stellen momentan noch keinen vollständigen Ersatz für traditionelle Antibiotika bei der Flüssigkonservierung von Sperma dar, ermöglichen es jedoch, deren Einsatz deutlich zu verringern", erklärt Dr. Karin Müller vom IZW. "Dies ist auch für den Menschen von Vorteil, da die Ausprägung von Resistenzen einschränkt wird, wenn weniger Antibiotika eingesetzt werden können."
 
Zusätzlich sind weitere Anwendungsmöglichkeiten denkbar, erläutert Dr. Margitta Dathe vom FMP. "Peptide mit antimikrobieller Wirkung könnten ebenso bei der Konservierung von anderen Zellen eingesetzt werden oder auch für die Behandlung oberflächlicher Infektionen entwickelt werden."  
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