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Ökolandbau

Arbeitszeit- und Strohbedarf im Öko-Schweinestall

Ferkel im eingestreuten Auslauf
Immo Cornelius/agrarheute
am
12.07.2017

Ökologische Schweinehaltung geht mit einem höheren Bedarf an Einstreu und Arbeitszeit einher. agrarheute zeigt, mit welchem Mehraufwand zu rechnen ist.

Erhöhte Anforderungen in der Haltung von Bio-Schweinen führen durch das Verbot von Vollspaltenställen zu zusätzlichem Arbeitszeitbedarf für Stroheinstreu und Entfernen des Mistes.

Wird der Auslauf eingestreut, sind je nach Reinigungsrhythmus und Tiergröße 0,5 bis zu 1,5 Kilogramm Stroh pro Mastschwein bzw. Sau und Tag erforderlich. Entscheidend ist hierbei der Anteil der überdachten Auslauffläche.

Auf Temperaturregulierung im Außenklimastall achten

Ökologische Schweinehaltung

Ist der Stall sinnvoll gegliedert, koten und harnen die Schweine im Wesentlichen nur im eingestreuten Auslauf. Dadurch reduziert sich der Strohbedarf im Stallinnenbereich.

Werden Schweine im Außenklimastall gehalten, ergibt sich zusätzlicher Arbeitszeitbedarf bei der Klimasteuerung. Die Liegekisten sollten im Winter stets gut eingestreut und die Lamellenvorhänge dicht und robust ausgeführt sein. In der Ferkelaufzucht und gegebenenfalls in der Vormast bietet sich zudem eine Fußbodenheizung an.

Höherer Arbeitszeitaufwand im Öko-Stall

Außerdem ist in der ökologischen im Vergleich zur konventionellen Schweinehaltung ein zusätzlicher Arbeitszeitbedarf einzuplanen für:

  • Grobfuttergabe und Resteentsorgung
  • Kontrolle und Öffnen der beheizten Ringwasserleitungen auf Frostsicherheit im Winter
  • Herstellung des Futters (Mahlen und Mischen)
  • Erhöhte Dokumentationszeiten (Kontrolle entsprechend den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau)
  • Zeitaufwändige Transporte mit oft geringen Tierzahlen in Eigenleistung

Rationalisierung in kleineren Schweinebeständen erschwert

Zu beachten ist zudem, dass im Vergleich zu konventionellen Sauenbeständen die Bestandsgrößen wesentlich geringer sind, was eine Rationalisierung der Arbeitsabläufe unter anderem aufgrund relativ längerer Rüstzeiten erschwert.

Auch wirtschaftet ein Teil der Ökosauenhalter in Altgebäuden mit erhöhtem Handarbeitsaufwand. Die Arbeitszeiten für Füttern, Misten und Einstreuen sind dort erheblich länger als bei stärker mechanisierten Systemen.

Mehr Stunden pro Schwein und Jahr

Diese spezifischen Bedingungen können dazu führen, dass je nach Haltungssystem mit Arbeitszeiten von bis zu zwei Stunden pro erzeugtem Mastschwein und bis zu 40 Stunden pro Sau und Jahr gerechnet werden muss.

Selbst in größeren Beständen mit teilweise automatisierter Fütterung und mechanisierter Entmistung werden so selten weniger als 30 Arbeitsstunden je Sau und Jahr benötigt.

Mit Material von oekolandbau.de

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