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Tierwohl

Aschara: Konflikt zwischen Amtsarzt und Tierhalter eskaliert

Sauen im Stall
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Anke Fritz, agrarheute
am
13.12.2017

In der Schweinezuchtanlage Aschara wurden am 5. Dezember fünf Tiere von Amtsveterinären notgetötet. Die bestandsbetreuenden Tierärzte waren aber anderer Auffassung. Der Tierhalter erstattete darum Strafanzeige gegen die Amtsveterinäre.

In der Landwirtschaftsgesellschaft Aschara im Unstrut-Hainich-Kreis hatte das Veterinäramt bei einer Kontrolle am 11. Januar schwerwiegende Verstöße gegen den Tierschutz festgestellt.

Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen hatte daraufhin Mitte April 2017 Ermittlungen gegen Klaus Kliem, den ehemaligen Landesbauernpräsidenten von Thüringen und Leiter der Schweinezuchtanlage, aufgenommen. Im Ergebnis wurde damals ein Schweinehaltungs- und Betreuungsverbot verhängt. Jetzt geriet die Schweinezuchtanlage trotz neuem Leiter erneut in die Schlagzeilen.

Hinweise kamen von Peta

Wie der Sender "mdr Thüringen" berichtet, soll das Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises Tierschutzverstöße bestätigt haben. Hinweise seien von der Tierschutzorganisation Peta gekommen. Bei einer Kontrolle des Veterinäramts am 5. Dezember seien laut mdr Thüringen fünf Tiere in einem so schlechten Zustand gewesen, dass sie getötet werden mussten. In einer Presseerklärung der Schweinezuchtanlage Aschara wird der Vorfall allerdings ganz anders dargestellt.

Tierarzt weigerte sich, die Sau zu töten

Die Amtstierärzte hätten "Schweine, insbesondere eine Sau töten lassen, obwohl diese nach Auffassung drei behandelnder Tierärzte nicht zu töten waren", heißt es in der Presseerklärung. Die Tierärzte seien gemeinsam zu der Einschätzung gekommen, dass es sich um frische Veränderungen bei dem Tier handelte. Die später getötete Sau hätte weder Fieber noch geschwollene Gelenke oder sonstige Verdickungen oder Blutergüsse gehabt. Der vor Ort befindliche Tierarzt habe sich geweigert, die Sau ohne vernünftigen Grund zu töten, weil das gegen das Tierschutzgesetz und die tierärztliche Ethik verstoßen hätte, heißt es weiter.

Tierhalter zeigt Amtstierärzte an

Die Amtstierärzte sollen die Schweine dann so schnell getötet haben, dass ein Eilantrag des Tierhalters beim Verwaltungsgericht zu spät kam. Der Schweinehalter hat gegen die Amtsveterinäre Strafanzeige wegen Tötung von Tieren ohne vernünftigen Grund und Sachbeschädigung gestellt. Auch gegen das Veterinäramt wurde wegen der veranlassten Tötung eine Klage erhoben.

Strafanzeige der Amtstierärztin wurde eingestellt

Die Schweinezuchtanlage Aschara teilte mit, das Veterinäramt habe im Vorfeld die Auflösung des Tierbestandes zum 31. Januar 2018 angeordnet. Das Landratsamt habe diese Bescheide aber aufgehoben.

Das Veterinäramt müsse nun die Kosten für das Verfahren übernehmen und dem Landwirt die Kosten erstatten, da es im Ergebnis den Prozess verloren habe, heißt es weiter. Ein Strafanzeige der Amtstierärztin im Zusammenhang mit Arzneimittelabgaben habe die Staatsanwaltschaft Mühlhausen eingestellt.

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