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Afrikanische Schweinepest

ASP: Ausschuss entschärft Verwendungsverbot für Gras, Heu und Stroh

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Josef Koch, agrarheute
am
28.02.2018

Am kommenden Freitag stimmt der Bundesrat über die Änderung der Schweinepestverordnung ab. Der Agrarausschuss empfiehlt, das Verwenden von Heu und Stroh nochmals zu erleichtern.

Mastschweine stehen in einer Bucht mit Strohautomat

Folgt das Plenum des Bundesrates am 2. März den Empfehlungen des Agrarausschusses wird das Verwendungsverbot von Gras, Heu und Stroh  bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Wildschweinbestand in der Novelle der Schweinepest-Verordnung gelockert. Das bringt für Schweinehalter weitere Vorteile.

Der federführende Ausschuss des Bundesrates für Agrarpolitik und Verbraucherschutz empfiehlt nur dann ein Verwendungsverbot von Gras, Heu und Stroh, wenn Landwirte bei einem ASP-Ausbruch im Wildschweinbestand diese Futtermittel innerhalb einer Sechsmonatsfrist nicht „Wildschwein sicher geschützt“ gelagert haben.

Damit will der Bundesratsausschuss vor allem Ökoschweinehaltern und Landwirten, die Strohschweine erzeugen, Erleichterungen verschaffen, heißt es in der Begründung.

Kein Zugang für Wildschweine zur Lagerstätte

Nach der neuen Verordnungsfassung können Schweinehalter im ASP-Fall Gras, Heu und Stroh weiter verwenden, wenn sie diese Futtermittel mindestens sechs Monate so gelagert haben, dass Wildschweine keinen Zugang zur Lagerstätte haben.

So sollte die Lagerung von Gras, Heu und Stroh in geschlossenen Wirtschaftsgebäuden als Wildschwein sicher gelten. Anders sieht es aus, wenn die Lagerung im Freien erfolgt. Die Ausschussmitglieder sind der Meinung, dass ein eventuell vorhandenes ASP-Virus innerhalb von sechs Monaten „inaktiviert wird.“

Verfütterungsverbot von Getreide ist vom Tisch

In der ersten Fassung der ASP-Verordnung hatte das Bundesagrarministerium sogar noch ein Verfütterungsverbot für Getreide vorgesehen, wenn es nicht schon vor sechs Monaten eingelagert war.

Die Mischfutterbranche und der Berufstand brachten aber gute sachliche Einwände vor, so dass das Wort Getreide bei der Vorlage im Bundeskabinett gestrichen wurde. So werde ja auch weiterhin Getreide aus Osteuropa in der EU verfüttert, ohne dass dadurch der ASP-Virus in Deutschland aufgetreten sei, so die Argumentation der jeweiligen Verbände.

Ausschüsse sind für Zustimmung

Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit will zudem in der ASP-Verordnung verankert wissen, dass „die schonfristlose und erhebliche Reduzierung von Wildtierbeständen eine Maßnahme darstellt, die im Sinne des Tier- und Artenschutzes auf besondere Ausnahmefälle beschränkt bleibt.“

Der Agrarausschuss, der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit  und der Gesundheitsausschuss empfehlen dem Bundesratsplenum die Verordnung mit den Empfehlungen zu verabschieden. Beobachter erwarten daher am Freitag, dass die Bundesländer die ASP-Verordnung ohne weitere Änderungen verabschieden werden.

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