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+++ Update 3. Mai 2021 +++

ASP-Bekämpfung: So weit sind Forscher weltweit

Blutproben im Labor
am Montag, 03.05.2021 - 13:16 (Jetzt kommentieren)

Die ASP hält Schweinehalter weltweit in Atem. Die Philippinen haben jetzt mit Impfversuchen begonnen. Was Forscher bisher bei der Bekämpfung des Virus erreicht haben, lesen Sie hier.

3. Mai 2021: Philippinen beginnen mit Impftests gegen ASP

China, Indonesien, Malaysia: In ganz Asien melden Länder neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Doch es gibt auch Hoffnung. So schreibt die Zeitung Manila Times, dass auf den Philippinen in zehn Betrieben Versuche mit einem Impfstoff gestartet seien.

Noch gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen die ASP. Die erfolgreiche Entwicklung könne laut des philippinischen Landwirtschaftsministers William Dar in Kombination mit bereits ergriffenen Maßnahmen der Lokalbehörden und dem privatwirtschaftlichen Sektor sowie den Landwirten ein wichtiges Instrument sein.

Der Versuch ist auf zwölf Wochen angelegt und wird wissenschaftlich begleitet. Bei Tests in anderen Ländern habe der Impfstoff bereits seine Wirksamkeit gezeigt. Es seien weniger Schweine an der Tierseuche verendet.

Mit Material von Feed Strategy

4. März 2021: Kenia testet Impfstoffkandidaten gegen die Afrikanische Schweinepest

Ein führendes Forschungsinstitut in Kenia hat erste Versuche gestartet, um die Wirksamkeit eines Impfstoffkandidaten gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu testen. Der Schlüssel zu einer Kontrolle der ASP ist die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen die Krankheit, erklärte  Lucilla Steinaa vom International Livestock Research Institute (ILRI) in Nairobi.

Bereits Ende 2020 gab das ILRI bekannt, dass für die Entwicklung modernste Technologie genutzt werde. Die Forscher setzen dabei auf die Genschere CRISPR, um die Entwicklung eines Lebendimpfstoffs zu beschleunigen. Mithilfe von CRISPR hatten ILRI-Wissenschaftler die Impfstoffkandidaten in etwas mehr als einem Jahr identifiziert, während ältere Techniken möglicherweise fünf Jahre gebraucht hätten, um denselben Stand zu erreichen.

Auch in China geht die Suche nach einem Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest weiter. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, hat die Prüfung von insgesamt zehn Impfstoffkandidaten begonnen. Es wird hierbei die Wirksamkeit gegen den Virus-Genotyp, der in Zentral- und Ostafrika grassiert, bewertet.

12. November 2020: Vietnam deutet Fortschritt beim Impfstoff gegen ASP an

Laut des vietnamesischen Landwirtschaftsministers Nguyen Xuan Cuong haben mehrere kleine Versuche mit einem Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) vielversprechende Ergebnisse geliefert. Wenn die Bedingungen es erlauben, könnte das Land deshalb bis zum dritten Quartal 2021 über einen Impfstoff gegen die ASP verfügen. Die vietnamesischen Forscher hätten sich dazu auf die Sequenzierung der Gene des Virus konzentriert. 

Außerdem habe man die Zuchtforschung intensiviert. Dabei habe man in einem Versuch Schweine gezüchtet, die Antikörper gegen das ASP-Virus produzieren.

21. Mai 2020: Durchbruch bei ASP-Impfstoff in England

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) beschäftigt die Schweinebranche weltweit. Immer wieder gibt es Meldungen von neuen Fällen. Um das Virus nachhaltig zu bekämpfen, arbeiten Wissenschaftler auf Hochtouren  – und das mit Erfolg.

Neuer Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest bringt 100-prozentige Sicherheit - das verkündigen die Entwickler des Pirbright-Instituts, England. Die neue Studie wurde im Fachmagazin Vaccines veröffentlicht. Demnach überleben erstmals alle mit dem neuen Impfstoff immunisierten Schweine eine ansonsten tödliche Dosis des ASP-Virus.

Der Impfstoff ist laut der Entwickler vektorisiert: Ein unschädliches Virus (der Vektor oder auch Träger) schleust acht ausgewählte Gene aus dem ASP-Virus in die Schweinezellen ein. In den Zellen erzeugen die ASP-Gene virale Proteine. Sie bereiten die Immunzellen des Schweins darauf vor, auf eine ASP-Infektion zu reagieren. Alle Schweine entwickelten eine ausreichende Immunität, um eine Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest zu überleben, auch wenn sie einige klinische Krankheitssymptome entwickelten.

Ein weiterer Erfolg ist, dass mit diesem Impfstoff bei getesteten Schweinen unterschieden werden kann, ob die Tiere sich wirklich mit dem Virus infiziert haben oder geimpft sind. So könnten Impfprogramme erstellt werden, ohne den Handel zu beeinträchtigen.

Gentest aus Island

Zuletzt gelang es einem isländischen Forscherteam einen Gentest zu entwickeln, der in der Lage ist das Virus der Afrikanischen Schweinepest in infizierten Schweinen und Schweinefleischprodukten nachzuweisen.

Das US-Heimatschutzministerium gab nun bekannt, dass die US-amerikanische US-amerikanische Wissenschaft- und Technikdirektion und das Unternehmen MatMaCorp eine erfolgreiche Bewertung des Gentests abgeschlossen haben. Im Rahmen eines kooperativen Forschungs- und Entwicklungsabkommens bewertete das Team, wie gut das tragbare Nukleinsäure-Analysesystem das ASP-Virus auf dem Feld nachweisen konnte. Dazu sammelten die Wissenschaftler Gewebeproben von infizierten Laborschweinen. Sie wiesen mithilfe des Gentests das ASP-Virus in oraler Flüssigkeit, Blut, Fleischgewebe, Knochenmark und in der Milz nach. 

Dieser Fortschritt kann nun dabei helfen, das Virus in rohen Importwaren aus von der ASP betroffenen Ländern nachzuweisen, erklärten die Forscher. Denn rohe Fleischprodukte seien einer der Hauptübertragungswege für das Virus der Afrikanischen Schweinepest.

China: Wirksamer Impfstoff gegen ASP

In China gelang es einem Forscherteam, erstmals einen wirksamen Impfstoff gegen die ASP zu entwickeln. Dieser soll in Labortests eine sichere Wirkung gegen das Virus aufweisen.

Auch in den USA wird an einem Impfstoff gegen die Tierseuche geforscht. Ende 2019 berichteten Wissenschaftler des Agricultural Research Service (ARS) des Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten, dass ein experimenteller Impfstoff in einer entsprechend hohen Dosis eine sogenannte sterile Immunität gegen die afrikanische Schweinepest bilden kann. Dies würde bedeuten, dass ein geimpftes Tier alle ASP-Viren nach der erfolgten Immunisierung vollständig eliminiert. Das Tier ist dann weder Virusträger, noch scheidet es das Virus aus. Laut der beteiligten Wissenschaftler ist dies dank eines bis dahin nicht charakterisierten Gens im ASP-Virus-Isolat Georgia möglich.

Impfstoff-Köder zur ASP-Bekämpfung bei Wildschweinen

Eine Studie des VISAVET Health Surveillance Centre in Spanien bestätigt zudem, dass ein Impfstoff, der den Wildschweinen in Europa und Asien als Köder verabreicht wird, einen erheblichen Fortschritt in der Bekämpfung der ASP darstellt. Laut der Wissenschaftler liefert die Studie auch den Nachweis, dass diese Immunität über den Kontakt mit immunisierten Schweinen weitergegeben wird. Allerdings seien weitere Untersuchungen nötig, um zum Beispiel genau zu untersuchen, wie dies geschieht.

Trotz dieser Entwicklungen mahnt das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten vor  zu viel Euphorie: Ein effektiver und praxistauglicher Impfstoff benötige noch weitere Untersuchungen und dies könne noch andauern.

Genom des ASP-Virus entschlüsselt

Um diese notwendigen Forschungen schnellstmöglich voranzutreiben, beschäftigen sich Wissenschaftler weltweit mit der Genomstruktur des ASP-Virus. Zuletzt gelang es Forschern aus Polen und Großbritannien die Expression von Genen im gesamten Genom des Virus der Afrikanischen Schweinepest zu kartieren. Auf diese Weise konnten sie die Reihenfolge der Aktivierung herausfinden und 30 neue Gene aufdecken.

Chinesischen Forschern gelang es zuvor, die dreidimensionale Struktur des Virus der Afrikanischen Schweinepest zu entschlüsseln. Wie die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) berichtet, habe man damit eine solide Grundlage für die Entwicklung wirksamer und sicherer Impfstoffe gegen die tödliche Tierseuche geschaffen.

Schnelltest mit mehr als 95 prozentiger Genauigkeit

Um die Ausbreitung des Virus so gut wie möglich zu unterbinden, wird eine sichere Diagnostik benötigt. Hierbei kann ein neuer Schnelltest aus den USA helfen. Er ist in der Lage das Virus der Afrikanischen Schweinepest sicher zu identifizieren. Das zeigten klinische Studien. Da man nur ein paar Tropfen Blut und ein paar Tropfen Wasser benötigt, könne der Test einfach im Stall angewandt werden und liefere innerhalb von 20 Minuten ein Ergebnis, erklärten die Forscher. Derzeit sei er der einzige kostengünstige Schnelltest aus dem Markt, der eine Genauigkeit von mehr als 95 Prozent erreiche.

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