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So laufen die Kernzone und das gefährdete Gebiet im Landkreis Spree-Neiße

ASP in Brandenburg: Was erlaubt ist und was nicht

ASP-Kerngebiet und gefährdetes Gebiet in Brandenburg
am Dienstag, 15.09.2020 - 13:47 (4 Kommentare)

Aufgrund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) treten heute die Tierseuchenallgemeinverfügungen der betroffenen Landkreise in Kraft. Landwirte dürfen betroffene Flächen nicht mehr bewirtschaften. Das Betreten der Kernzone ist verboten.

Im Landkreis Spree-Neiße wurde ein mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierter Wildschweinkadaver gefunden. Heute, am 15. September 2020, treten in den betroffenen Landkreisen Spree-Neiße und Oder-Spree die jeweiligen Tierseuchenallgemeinverfügungen in Kraft.

Das hat teilweise gravierende Auswirkungen für die betroffenen Landwirte. Aber auch für die Jäger und die gesamte Bevölkerung gelten von heute an spezielle Regeln.

ASP-Ausbruch: Welche Dörfer und Gemarkungen sind von Verfügung betroffen?

Zum Schutz der Hausschweinpopulation (und Wildschweinpopulation) durch die Tierseuche wurden folgende gefährdete Gebiete mit folgenden Dörfern und Gemarkungen festgelegt:

  • Im Landkreis Spree-Neiße sind folgende Gemarkungen betroffen: Atterwasch, Bärenklau, Drewitz, Grabko, Grano, Groß Gastrose, Guben, Bresinchen, Deulowitz, Schlagsdorf, Kerkwitz, Krayne, Lübbinchen, Pinnow, Reicherskreuz, Schenkendöbern, Staakow, Tauer, Schönhöhe, Preilack, Peitz und Jänschwalde
  • Im Landkreis Oder-Spree sind folgende Gemarkungen betroffen: Grunow-Dammendorf, Mixdorf, Siehdichum, Schlaubetal, Neuzelle, Neißemünde, Lawitz, Eisenhüttenstadt, Vogelsang, Ziltendorf, Wiesenau, Gemarkungen der Stadt Friedland: Günthersdorf, Lindow, Weichensdorf, Groß Muckrow, Klein Muckrow, Chossewitz, Groß Briesen, Reudnitz, Oelsen

Innerhalb der gefährdeten Gebiete wird jeweils auch das Kerngebiet in einem Radius von drei Kilometern um den Fundort festgelegt.

Tierseuchenzonen zum ASP-Fall im Landkreis Spree-Neiße

Sind Jagden und Bewirtschaftung der Felder auch im gefährdeten Gebiet verboten?

Ja, konkret ordnet der Landkreis Spree-Neiße für das gefährdete Gebiet folgende Maßnahmen an:

  • Es gilt ein Jagdverbot für alle Tierarten.
  • Es ist eine verstärkte Fallwildsuche durchzuführen. Die Suche durch andere Personen und geeignete Hilfsmittel ist zu dulden.
  • Die Kadaversuche erfolgt auch durch Einsatz von Hunden und Hundeführern/Hundeführerinnen mit Schusswaffen und ist von den Jagdausübungsberechtigten zu unterstützen und zu dulden.
  • Jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unverzüglich unter Angabe des Fundortes (GPS-Daten) dem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen. Die Kennzeichnung, Probenahme, Bergung und unschädliche Beseitigung ist ausschließlich durch geschultes und autorisiertes Personal durchzuführen.
  • Hunde und Gegenstände (auch Fahrzeuge), die bei Maßnahmen der Seuchenbekämpfung (zum Beispiel der Fallwildsuche) verwendet werden, sind zu reinigen und mit einem gegen das ASP-Virus wirksamen Desinfektionsmittel gründlich zu behandeln. Personen, die mit Wildschweinen oder mit Teilen von Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben sich ebenfalls gründlich zu reinigen und mit einem wirksamen Mittel zu desinfizieren.
  • Jede Person ist verpflichtet dafür zu sorgen, dass ihrer Aufsicht unterstehende Hunde, im gefährdeten Gebiet nicht frei herumlaufen (Leinenzwang).
  • Die Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen ist gegenwärtig untersagt.
  • Veranstaltungen mit Schweinen sind verboten.

Maßnahmen die Kraft Gesetz gelten:

  • Das Verbringen von lebenden Wildschweinen aus dem gefährdeten Gebiet ist untersagt.
  • Das Verbringen von frischem Wildschweinfleisch und Wildschweinfleischerzeugnissen, die von Wildschweinen gewonnen wurden, welche aus dem gefährdeten Gebiet stammen, ist verboten.
  • Tierische Nebenprodukte von Wildschweinen aus dem gefährdeten Gebiet dürfen nicht innergemeinschaftlich verbracht oder ausgeführt werden.

Schweinehalter haben:

  • unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Schweine unter Angabe ihrer Nutzungsart und ihres Standorts und verendete oder erkrankte, insbesondere fieberhaft erkrankte Schweine beim Fachbereich Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung anzuzeigen,   
  • verendete und erkrankte Schweine, bei denen der Verdacht auf Afrikanische Schweinepest nicht ausgeschlossen werden kann, unverzüglich auf das Virus der Afrikanische Schweinepest untersuchen zu lassen,
  • die Schweine so abzusondern, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen können, (Entzug der Genehmigungen für Freilandhaltungen, Verbot von Auslaufhaltungen),
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Schweine in Berührung kommen können, für Wildschweine unzugänglich aufzubewahren,
  • geeignete Desinfektionsmöglichkeiten an den Ein- und Ausgängen der Ställe oder sonstigen Standorte einzurichten,
  • sicherzustellen, dass Hunde das Betriebsgelände nur unter Aufsicht verlassen.

Ist die Gabe von Gras, Heu und Stroh aus dem gefährdeten Gebiet an Schweine verboten?

  • Ja, es ist verboten, Gras, Heu und Stroh, welches im gefährdeten Gebiet gewonnen wurde, zur Verfütterung an oder als Einstreu oder Beschäftigungsmaterial für Schweine zu verwenden. Hiervon unberührt bleibt Heu, Gras, Stroh, das früher als sechs Monate vor der Festlegung des gefährdeten Gebietes gewonnen wurde oder vor der Verwendung mindestens sechs Monate vor Wildschweinen geschützt gelagert bzw. mindestens 30 Minuten einer Hitzebehandlung bei mindestens 70 °C unterzogen wurde.
  • Es ist verboten Schweine auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen, ausgenommen auf betrieblichen Wegen, zu treiben.
  • Schweine dürfen in oder aus einem Betrieb, der in einem gefährdeten Gebiet gelegen ist, nicht verbracht werden. Mögliche Ausnahmen sind bei der zuständigen Veterinärbehörde zu beantragen.
  • Schweine dürfen aus einem Betrieb, der in einem gefährdeten Gebiet gelegen ist, in eine Schlachtstätte, die in einem gefährdeten Gebiet gelegen ist, nicht verbracht werden. Ausnahmen sind bei der zuständigen Behörde schriftlich zu beantragen.
  • Das innergemeinschaftliche Verbringen und die Ausfuhr von frischem Schweinefleisch-, Schweinefleischerzeugnissen, Sperma, Eizellen, Embryonen, tierischen Nebenprodukten und Folgeprodukten von Schweinen, die in einem Betrieb im gefährdeten Gebiet gehalten worden sind, sind untersagt. Ausnahmen sind bei der zuständigen Behörde zu beantragen.
  • Personen, die mit Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben sich gründlich zu reinigen und mit einem wirksamen Mittel zu desinfizieren.
  • Erlegte oder verendet aufgefundene Wildschweine oder deren Teile sowie Gegenstände, mit denen Wildschweine in Berührung gekommen sind, dürfen nicht in einen Betrieb verbracht werden.

Darf man die Kernzone zum Spazierengehen betreten?

Nein, im Kerngebiet sind die Regeln noch strenger. So hat der Landkreis zusätzlich zu den Regeln und Maßnahmen für die gefährdeten Gebiete generell das Betreten des Waldes und der offenen Landschaft untersagt. 

Für den ebenfalls betroffenen Nachbarlandkreis Spree-Oder sind ähnliche Gesetze und Maßnahmen in Kraft getreten.

Mit Material von Landkreis Spree-Neiße und Landkreis Oder-Spree

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