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Tierseuche

ASP: Dänemark macht zum Schutz die Grenze dicht

Grenzzaun
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Uwe Bräunig, agrarheute
am
22.03.2018

Um eine mögliche Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern, setzt jetzt auch Dänemark auf Abschottung und will Wildzäune entlang der Grenze zu Deutschland bauen.

Im Kampf gegen eine mögliche Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) setzt jetzt auch die dänische Regierung auf Abschottung. Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen kündigte am 22. März 2018 den Bau von Wildzäunen entlang der Südgrenze und der wichtigsten Transitrouten sowie weitere Maßnahmen zum Schutz der heimischen Schweinebranche an.

70 Kilometer langer Zaun zum Schutz vor ASP

Konkret sollen auf der rund 70 km langen deutsch-dänischen Grenze Zaunanlagen mit einer Höhe von 1,5 m angelegt werden. Nach Angaben des Kopenhagener Agrarressorts soll der Straßenverkehr dadurch nicht behindert werden. Auch werde man weiterhin mit Hilfe von Gattern und Toren die Überquerung der „grünen Grenze“ in Übereinstimmung mit dem Schengen-Abkommen zulassen. Die Initiative erfordert jedoch noch die Zustimmung des dänischen Parlaments.

ASP-Ausbruch würde 1,5 Milliarden Euro kosten

Larsen verwies auf die große Bedeutung des Schweinesektors für die dänische Wirtschaft. Allein der Export belaufe sich auf rund 4 Milliarden Euro pro Jahr. Der Minister geht davon aus, dass die automatischen Handelssanktionen im Falle eines Seuchenausbruchs bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten könnten. Deshalb müsse alles getan werden, um eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Der geplante Zaun werde die Zuwanderung von Schwarzwild wirksam unterbinden und zugleich die Bejagung des Wildschweinbestands auf dänischer Seite erleichtern.

Schärfere Sanktionen bei Hygieneverstößen

Verschärft werden nach Angaben des Ministeriums auch die Sanktionen für Verstöße gegen die Seuchenhygiene. Eine unzureichende Säuberung von Tiertransportfahrzeugen oder die illegale Einfuhr von möglicherweise kontaminierten Lebensmitteln können damit deutlich härter bestraft werden als zuvor.

Der von Larsen vorgelegte Maßnahmenkatalog umfasst außerdem die deutlich intensivierte Bejagung der heimischen Schwarzwildpopulation, die kostenlose Analyse der geschossenen Tiere, eine Intensivierung der bereits laufenden Informationskampagne zum Seuchenschutz und zum Umgang mit Lebensmittelresten in der Natur sowie verstärkte Kontrollen von Tiertransporten.

Mit Material von AgE

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