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Afrikanische Schweinepest in Deutschland

ASP in Deutschland: Das sagen die Schweinehalter

Wildschwein-Bache mit Frischling
am Freitag, 11.09.2020 - 10:30 (Jetzt kommentieren)

Die ASP ist in Deutschland angekommen. Die Schweinehalter im Land Sorgen sich vor allem um die wirtschaftlichen Folgen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht. Gestern wurde der erste Fall von ASP an einem Wildschweinkadaver in Brandenburg nahe der polnischen Grenze im Landkreis Spree-Neiße bestätigt.

Den Schweinehaltern in Deutschland bereitet diese Nachricht Kopfzerbrechen. Auch wir von agrarheute sorgen uns um unsere Leser und haben in den geschlossenen Facebook-Gruppen für Schweinehalter und Agrarfrauen gefragt, wie es Ihnen mit der Situation geht.

Mit Biosicherheit den Betrieb absichern

Viele Schweinehalter haben weniger Angst vor der Krankheit, sondern vielmehr vor ihren Folgen. Ein User schreibt: „Um die ASP mache ich mir eigentlich keine Sorgen, da sind wir gut aufgestellt in unserem Betrieb. Das was mir Sorgen macht ist das ganze drum herum.“

Die ASP kam für die Schweinehalter nicht überraschend nach Deutschland. Schon seit Monaten grassiert die hochansteckende Tierseuche im Westen Polens.

ASP-Einschleppung war lange Gefahr

Auch viele Schweinehalter rechneten schon lange damit, dass das Virus die Grenze zu Deutschland übertreten könnte. Sie wappneten sich mit entsprechenden Konzepten für ihre Biosicherheit und bereiteten sich vor.

Auch vielen Lesern geht es so: Sie waren auf die ASP vorbereitet und haben ihre Betriebe mit hohen Biosicherheitsstandards abgesichert. Florian Röttger schreibt in der Fachbookgruppe für Schweinehalter: „Dass die ASP kommt war klar, denke auch die Behörden und alle Mitwirkenden sind gut vorbereitet, von der Seite her sehe ich wenige Probleme.“

Angstfaktor: Wirtschaftliche Folgen auf dem Schweinemarkt

Große Angst macht den Schweinehaltern jedoch die Reaktion des Marktes. Sie haben Sorge, dass die Schweinepreise weiter fallen werden. Nachdem Südkorea bereits einen Importstopp erlassen hat, hofft man nun darauf, dass China nicht nachziehen wird. „Vielleicht ist alles, was wir in der EU an Deals wegen der ASP haben ein guter Puffer, aber ohne China wir es echt übel“ , fasst ein Leser zusammen.

Im betroffenen Gebiet im Landkreis Spree-Neiße sorgen sich die Landwirte zudem um ihre Ernte. Vor allem ihre Maisflächen unterliegen nach dem Fund des mit ASP infizierten Wildschweinkadavers einem Ernteverbot. So geht es auch Christoph Schulz, Schweine- und Geflügelhalter aus der Region.

Schweinehaltung aufgeben als Option

Einige Schweinehalter haben auch Bedenken, dass sie den erneuten Rückschlag durch die ASP nicht verkraften können, nachdem sich besonders in diesem Jahr immer wieder neue Hürden aufgetan haben. Reinhard Berning vertritt die Meinung, dass „die ASP in Deutschland viel weniger Schweine und Betriebe töten wird als das, was Industrie und Handel daraus machen.“ So gibt es – verständlicher Weise – einige Stimmen, die Bedenken haben, ob sie ihre Betriebe überhaupt noch weiterführen können.

Eine Userin meint „Und wenn es kommt, wäre ich lieber direkt betroffen als im Sperrbezirk … hört sich doof an, ist aber so.“ Aber auch sie stellt sich die Frage: „Ob wir dann aber wieder anfangen??“

Alle Schweinehalter eint die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen der Seuche – mehr als die Krankheit selbst.

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