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Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Afrikanische Schweinepest

Weitere ASP-Fälle im nördlichen und westlichen Seuchengebiet

ASP-Schutzzaun mit Warnschild
am Montag, 25.10.2021 - 13:22 (Jetzt kommentieren)

Neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind in Deutschland am bisher nördlichsten und westlichsten Punkt aufgetreten. Bayern greift verstärkt auf Vorsorgemaßnahmen zurück, um sich vor der ASP zu schützen.

Karte vom FLI zur Ausbreitung der ASP, Stand vom 22.10.2021.

Im brandenburgischen Landkreis Uckermark führten weitere bestätigte ASP-Fälle zur Errichtung einer neuen Kernzone und zur Erweiterung von Pufferzone und gefährdetem Gebiet. Der am 17. Oktober vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte Fund stammt nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) aus dem Schwedter Ortsteil Blumenhagen. Der Fundort ist etwa 18 Kilometer vom nächsten Ort in Mecklenburg-Vorpommern entfernt und gehört damit zu nördlichsten Stellen, an denen die ASP bisher in Deutschland aufgetreten ist. Laut Verbraucherschutzministerium des Landes Brandenburg beläuft sich die Zahl der ASP-Fälle für den Landkreis Uckermark auf neun. Insgesamt wurden in Brandenburg 1.897 Wildschweine mit dem Virus aufgefunden.

Im sächsischen Landkreis Meißen, in dem bisher die westlichste Fundstelle liegt, kam ein weiterer Fall hinzu. Somit beläuft sich die Zahl bestätigten Infektionen in Sachsen auf 577. Im größeren Landkreis Bautzen, der sich zwischen den beiden bisher betroffenen Landkreisen Görlitz und Meißen befindet, wurde noch kein Fall festgestellt.

Mehr Geld für vorbeugende Maßnahmen und Seuchenbekämpfung

Das infizierte Wildschwein in Blumenhagen wurde nach Angaben des Landkreises Uckermark westlich des bisherigen ASP-Schutzzaunes aufgefunden. Daher habe das neue Kerngebiet per Tierseuchenallgemeinverfügung ausgewiesen werden müssen. Die Kernzone werde mit einem Elektrozaun gesichert. Wie aus einer Beschlussvorlage des Landeskreises Uckermark hervorgeht, sollen weitere Landesmittel in Höhe von 7 Mio. Euro für die ASP-Bekämpfung bereitgestellt werden.

Bayern wolle Brandenburg und Sachsen durch den Einsatz von Hundestaffeln und Drohnen unterstützen. Darüber informierte das bayerische Verbraucherschutzministerium. Außerdem gehe das ASP-Frühwarnsystem in die nächste Stufe über. Der letzte ASP-Fall im sächsischen Landkreis Meißen sei noch 150 Kilometer von bayerischem Gebiet entfernt. In der nächsten Stufe des Frühwarnsystems sei die flächendeckende Untersuchungspflicht aller erlegten und verendeten Wildschweine in den grenznahen Gebieten zu Sachsen vorgesehen. Zusätzlich seien Schweinehalter aufgefordert, die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Im September hatte das Kabinett in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen, für die Errichtung eines zweiten ASP-Schutzzauns 5,8 Mio. Euro bereitzustellen.

Herabstufung der Sperrzonen in Landkreisen Spree-Neiße und Märkisch-Oderland

Keinen neuen ASP-Fall in Hausschweinbeständen gab es in den letzten drei Monaten in den Landkreisen Spree-Neiße und Märkisch-Oderland, teilt das Verbraucherschutzministerium des Landes Brandenburg mit. Die EU-Kommission habe deshalb die Gebiete, die dort als Sperrzone III ausgewiesen waren, zu Gebieten der Sperrzone II herabstufen können. Die neue Einstufung gilt seit dem 23. Oktober und betrifft nach Angaben des Ministeriums acht Schweinehaltungen mit insgesamt 31.500 Tieren.

Mitte Juli wurden ein Hausschweinbestand in Spree-Neiße und zwei Bestände in Märkisch-Oderland mit der ASP infiziert. Die anschließend eingerichtete Sperrzone III erschwerte die Vermarktung von Schweinefleisch aus dieser Region erheblich. Das Fleisch muss mit einer Sonderkennzeichnung versehen werden, die die Schlachthöfe meist nicht vornehmen wollen.

Staatssekretär Michael Ranft weist darauf hin, dass das Land Brandenburg gemeinsam mit dem Bund bei der EU-Kommission eine Verkürzung der Frist zur Aufhebung der Sperrzone III von zwölf auf drei Monate erreicht habe. „Die Entscheidung der EU-Kommission ist eine sehr gute Nachricht. Damit erleichtert sich die Vermarktung von Schweinefleisch und die Abnahme der Schweine durch Schlachthöfe wird wieder besser möglich“, so Ranft. Trotzdem seien die Schweinehalter aufgefordert, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, um ASP-Ausbrüche in Hausschweinbestände zu verhindern.

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