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Biosicherheit

ASP und Freilandhaltung: FLI hält Eintragsrisiko für „gering"

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am Donnerstag, 28.04.2022 - 15:23 (1 Kommentar)

Das FLI hat das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Auslauf- und Freilandhaltung neu bewertet. Sie stufen die Gefahrenlage in Deutschland bei sehr guten Biosicherheitsmaßnahmen als gering ein.

In Deutschland treten immer wieder Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Wildschweinpopulation auf. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat jetzt eine neue qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der Tierseuche in Auslauf- und Freilandhaltungen in Deutschland veröffentlicht. Demnach sei die Gefahrenlage zum Beispiel je nach geographischer Nähe zum ASP-Geschehen betriebsindividuell einzustufen.

Generell sei jedoch das Risiko einer Einschleppung bei intakter doppelter wildschweinsicherer Umzäunung und hohen Biosicherheitsstandards vernachlässigbar.

ASP-Einschleppungsrisiko betriebsindividuell betrachten

Das FLI weist darauf hin, dass in den EU-Mitgliedsstaaten die Begriffe Auslauf- und Freilandhaltung nicht einheitlich verwendet werden. Deshalb sei es schwierig, eine allgemeingültige Abschätzung des Risikos eines ASP-Eintrags in solche Haltungssysteme zu geben.

Es variiere logischerweise zwischen ASP-freien Gebieten und ASP-Sperrzonen und ist abhängig vom Vorkommen der ASP bei Haus- und Wildschweinen in der Umgebung:

  • In einer Freilandhaltungen mit einem nicht überdachten Grünauslauf ist das Risiko bei einer intakten doppelten wildschweinsicheren Umzäunung und den Anforderungen der Schweinehaltungshygieneverordnung entsprechend umgesetzten hohen Biosicherheitsstandards in ASP-freien Gebieten und in Sperrzonen I („Pufferzonen“) vernachlässigbar.
  • Liegt selbige Freilandhaltung in der Sperrzonen II (ASP bei Wildschweinen), so stuft die FLI das Risiko des Eintrags immer noch als gering ein.

In Sperrzone III sei das Risiko davon abhängig, ob zusätzlich zu betroffenen Hausschweinebeständen auch Wildschweine in dem entsprechenden Gebiet von der ASP betroffen sind:

  • Sind sie dies nicht, ist das Risiko vergleichbar mit dem in Sperrzone I und somit vernachlässigbar.
  • Sind allerdings auch Wildschweine betroffen, entspricht das Risiko dem in Sperrzone II (gering).

Maßnahmen zur Biosicherheit senken das Risiko

Anders sieht es bei Betrieben mit unzureichenden Biosicherheitsmaßnahmen aus:

  • Hier sei das Risiko eines ASP-Eintrags in einen Freilandbetrieb in Sperrzone II und Sperrzone III, in dem auch Wildschweine betroffen sind, als wahrscheinlich anzusehen.
  • Auslaufställe, deren Auslauf direkt an den Stall angrenzt und die vor einem Viruseintrag geschützt werden können, unterliegen in ASP-freien Gebieten und in Sperrzone I einem vernachlässigbaren Risiko und in Sperrzone II einem geringen Risiko der Einschleppung der ASP.

Das Risiko in Sperrzone III ist ebenfalls abhängig von dem ASP Status der Wildschweinepopulation und entsprechend der Freilandhaltungen vergleichbar mit Sperrzone I (ohne infizierte Wildschweine) oder Sperrzone II (Wildschweine ebenfalls infiziert). Auch in diesem Fall ist die individuelle Einschätzung des Risikos abhängig von den konkreten betrieblichen Biosicherheitsmaßnahmen und seiner Lage in der jeweiligen Sperrzone.

Gefahrenidentifizierung bei ASP: Mängel bei Einfriedung und Eintrag kontaminiertes Futter

Folgende Faktoren hat das FLI in seiner Risikobewertung als Gefahr für die Einschleppung des ASP-Virus in die Freiland- und Auslaufhaltung definiert:

  • Mängel im Bereich der Einfriedung - Zäune müssen zum Beispiel stabil und hoch genug (> 1,50 m) und etwa 20 bis 50 cm tief im Boden verankert sein.
  • Eintrag durch kontaminierte Futtermittel, Einstreu oder Beschäftigungsmaterial - es sollte kein Material aus von ASP-betroffenen Gebieten in die Schweinehaltung eingetragen werden.
  • Einschleppung von Kadaverteilen oder kontaminierten Lebensmitteln über Aasfresser und Nahrungsopportunisten - es gibt verschiedene Nachweise darüber, dass Aasfresser Kadaverteile verschleppen. Vor allem Vögel seien schwer zu kontrollieren.
Mit Material von FLI

Freilandhaltung von Schweinen trotz ASP: So kann es gehen

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