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Tierseuche

ASP: Gefahr der Einschleppung bleibt hoch

Franz-Josef Holzenkamp und Johannes Röring auf ASP-Workshop in Münster
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
07.02.2019

Auf dem ASP-Workshop in Münster mahnten Franz-Josef Holzenkamp und Johannes Röring zu größter Um- und Vorsicht. Das Risiko der Einschleppung des Virus bleibe hoch und hätte verheerende Konsequenzen.

Das Risiko, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Deutschland eingeschleppt wird, ist unverändert hoch. Deshalb, so Johannes Röring auf dem ASP-Workshop, sensibilisiere der DBV bereits seit 2017 intensiv Landwirte. Laut des Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) gab und gäbe es Gespräche mit den Tierärzten, den Jägern, dem Deutschen Landkreistag und natürlich dem Ministerium.

Johannes Röring sagte: "Schweinehalter und die ganze Wertschöpfungskette sind in großer Sorge, da nicht einmal ein Hausschwein betroffen sein muss, um enorme wirtschaftliche Schäden zu verursachen."

Die Prävention hat für ihn aktuell absolute Priorität und er ist froh, dass in Deutschland immer noch von Prävention gesprochen werden kann.

ASP-Impfung nicht in Sicht

Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverband (DRV), ergänzte: "Nach wie vor fehlt uns ein wichtiges Instrument der Tierseuchenbekämpfung: Die Impfung." Deshalb müsse die Zeit vor der Krise genutzt werden, um den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, die Handelsunternehmen, die Schlachtung bis hin zum Export auf den Ausbruch der ASP vorzubereiten.

Ein wichtiges Instrument hierbei sei die Aufklärung der Bevölkerung. Zum einen darüber, dass die Afrikanische Schweinepest für den Menschen selbst ungefährlich ist. Zum anderen aber, dass der Mensch der Hauptverbreiter des Virus ist.

Wirtschaftliche Schäden bei Ausbruch der Tierseuche

Beide machten darauf aufmerksam, dass wirtschaftliche Konsequenzen bereits bei einem ASP-Ausbruch im Wildschweinebestand auftreten. Deshalb appellierte Franz-Josef Holzenkamp an die Politik, eine Trennung zwischen Wild- und Hausschwein im Veterinärzertifikat zu ermöglichen und die Regionalisierung anzuerkennen. "Das ist ein wesentlicher Schlüssel, um die Märkte im Ernstfall mittelfristig wieder zu stabilisieren."

Ein koordiniertes und zielgerichtetes Vorgehen innerhalb und zwischen den Mitgliedsstaaten der EU von allen beteiligten Interessensgruppen und Behörden mit Austausch der besten Ideen für die Prävention und Bekämpfung seien notwendig, um die Afrikanische Schweinepest erfolgreich einzudämmen und zu bekämpfen.

Ein erster Schritt seien Experten-Workshops zum Thema ASP. So wurde dieser von führenden nationalen und internationalen Verbänden der Wertschöpfungskette Schwein mit Unterstützung der EU-Kommission im Rahmen der Agrarunternehmertage organisiert.

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