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Afrikanische Schweinepest

ASP: Das sind die Hauptübertragungswege

Wildschweine bedienen sich am Hausmüll.
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Sabine Leopold, agrarheute
am
19.09.2018

Die Afrikanische Schweinepest bedroht auch Deutschland. Als Überträger gelten vor allem Wildschweine. Doch für die Virusverbreitung auf große Distanz und für den Eintrag des Erregers in Hausschweinebestände sorgt der Mensch.

Das Näherrücken der Afrikanischen Schweinepest macht deutschen Schweinehaltern große Sorgen. Lässt sich der Erreger aufhalten? Und wenn ja: Wie kann das gelingen?

agrarheute hat bereits im Februar unter anderem mit dem Präsidenten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter, darüber gesprochen, wie die Übertragung des gefährlichen Virus verläuft und welche Maßnahmen vorbeugend ergriffen werden sollten.

Wir fassen einige Fakten zusammen.

Was treibt den ASP-Erreger voran?

Schon lange hat sich die deutsche Öffentlichkeit nicht mehr so intensiv mit Wildschweinen befasst. Dass die Schwarzkittel das ASP-Virus verbreiten, ist auch unter der landwirtschaftsfernen Bevölkerung inzwischen hinlänglich bekannt.

Doch Wildschweine sind nur ein Glied der Übertragungskette. Mehr als ein paar Dutzend Kilometer im Jahr treiben sie die Infektion nicht räumlich voran. Woher rühren dann aber die riesigen Sprünge, die der Erreger gelegentlich meistert?

Fahrzeuge und Müll an Fernstraßen können das Virus verbreiten

Große räumliche Sprünge macht die ASP vor allem entlang von Hauptverkehrswegen. Kontakt mit Menschen und Fahrzeugen aus Infektionsgebieten sorgt unvermittelt für weit entfernte Ausbrüche in Wildschweinpopulationen. Deshalb lässt sich die Vorwärtsbewegung des Virus auch so schwer einschätzen.

Fahrzeuge, die Kontakt mit infiziertem Tiermaterial hatten, bilden dabei eine bedenkliche Infektionsquelle. Noch gefährlicher aber ist das unbedachte Verhalten der Insassen. Werden Lebensmittel, die Rohwurst oder nicht genügend erhitzte Schweinefleischprodukte enthalten, bedenkenlos in unverschlossenen Mülleimern entsorgt, nehmen Wildschweine diese Einladung gern an und können sich so mit dem ASP-Virus anstecken. Auf diese Weise kommt es zu Neuausbrüchen in bis dahin scheinbar wenig gefährdeten Regionen.

Vorsicht bei Wildschweinfleisch und Jagdtrophäen

Gejagte Wildschweine werden verladen.

Die Bejagung von Wildschweinen dient vor allem dazu, im Infektionsfall ein Heraustragen des Virus aus dem Sperrbezirk zu behindern. 

Dennoch birgt die Jagd auch eine weitere Gefahr der Erregerübertragung. Prof. Thomas Mettenleiter dazu: "Viele Landwirte sind auch Jäger, deshalb ist bei der Mitnahme von Fleisch und Trophäen besondere Sorgfalt geboten." Nicht jedes geschossene Schwein werde auf eine ASP-Infektion untersucht, da die Tiere bereits kurz nach der Ansteckungn deutliche sichtbar erkranken und dann schnell sterben. Dennoch besteht natürlich auch bei einem scheinbar gesunden Tier ein Restrisiko.

Vor allem von Jagdreisen in die Nähe der bereits betroffenenen Gebiete in Osteuropa sollten deshalb keine (unbehandelten) Trophäen mitgebracht und Kleidung und Geräte gründlich desinfiziert werden.

Strenge Biosicherheit bietet den besten Schutz für den Betrieb

Der Eintrag in Hausschweinebestände geht generell nicht ohne den Menschen vonstatten. Hier ist der Dreh- und Angelpunkt eine penible Biosicherheit im Betrieb.

Dabei gilt: Die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen gegen diverse hochinfektiöse Tierseuchen – Seuchenwannen für Fahrzeuge, nur der nötigste Zugang für Betriebsfremde, striktes Schwarz-Weiß-Prinzip etc. – reichen aus. Die afrikanische Schweinepest tötet zwar fast alle infizierten Schweine, ihre Ansteckungsfähigkeit aber fällt hinter der der Klassischen Schweinepest zurück.

 

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