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Update: Tierseuche

ASP: Infektion über kontaminiertes Futter möglich

Futter wird von einem Schiff gelöscht.
am Donnerstag, 27.08.2020 - 15:53

In einem experimentellen Forschungsprojekt wurde das Virus der Afrikanische Schweinepest durch Futtermittel übertragen. Jetzt liegen neue Stimmenergebnisse vor.

27. August 2020: Neue Ergebnisse zur Ausbreitung von ASP über das Futter

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in China, aber auch in Europa weiter aus. Das nehmen Wissenschaftler zum Anlass, über die möglichen Übertragungswege zu forschen. 

Einer der möglichen Infektionsquellen ist das Futter. Hier kommen unterschiedliche Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die neuste ASP-Studie aus Europa zieht den Schluss, dass sich das Virus möglicherweise nicht so leicht im Tierfutter verbreitet, wie frühere Untersuchungen vermuten lassen.

Um frühere Forschungsarbeiten zu wiederholen, fütterte ein Team des Forschungszentrums für Tiergesundheit in Spanien 30 Schweine mit kommerziellem Futter, das mit einem flüssigen, unverarbeiteten, ASP-kontaminierten Plasma gemischt war. Das kontaminierte Plasma enthielt entweder die minimale infektiöse Dosis, die durch frühere Arbeiten impliziert wurde, oder eine höhere Dosis. 

Laut veröffentlichter Ergebnisse erkrankte nach 14-tägiger, ununterbrochener Fütterung jedoch keines der Schweine an der Tierseuche. Das deutet darauf hin, dass die Mindestdosis an ASP-Viren im Tierfutter deutlich höher sein muss, als zuvor berichtet wurde. Endgültig seien diese Vermutungen nicht, so wurde in diesem Versuch flüssiges, unbehandeltes Plasma anstelle von sprühgetrocknetem Plasma verwendet.

Die Forscher ziehen deshalb das Fazit, dass Futtermmittel und Futterzusatzstoffen von Lieferanten, die die gute Herstellungspraxis einschließlich hoher Biosicherheitsstandard anwenden, ein sehr geringes Risiko für die Verbreitung des ASP-Virus darstellen.

26. Februar 2019: Futtermittel gehören zu den weniger beachteten Übertragungswegen der ASP

Megan Niederwerder von der Universität Kansas (USA) leitet ein Team, das untersucht, wie sich der aktuelle ASP-Stamm in Futtermittel und Futtermittelinhaltsstoffe ausbreiten könnte.

Futtermittel und deren Inhaltsstoffe zählen laut der Wissenschaftlerin zu den "weniger beachteten Übertragunswegen" der Afrikanischen Schweinepest. Da Futter aber global gehandelt und transportiert wird, könnte es eine wichtige Rolle bei der grenzüberschreitenden Verbreitung des Virus spielen.

ASP-Virus überlebt Überseetransport

Ihre aktuelle Studie sei die erste, die zeigt, dass das ASP-Virus leicht durch den Verzehr von kontaminierten Flüssigkeiten übertragen werden kann. Dazu reiche eine geringe Virusmenge aus. 

Für die Übertragung über das Futter sei allerdings eine höhere Viruskonzentration nötig. Die Risiko einer Infektion erhöhe sich aber, je häufiger Tiere kontaminiertes Futter erhalten.  

Außerdem konnte auch nachgewiesen werden, dass das Virus im Futter einen simulierten Überseetransport überlebt. Jetzt soll erforscht werden, wie man das Virus im Futter durch chemischer Zusatzstoffe, Lagerzeiten, Wärmebehandlung oder andere Methoden unschädlich machen kann.

Mit Material von Feedstuff