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Tierseuche

ASP: Ministerium erweitert Schweinepest-Verordnung

Wildschweine
am Dienstag, 21.01.2020 - 11:20 (Jetzt kommentieren)

Für den Fall eines ASP-Ausbruchs erweitert das Bundeslandwirtschaftsministerium derzeit die Schweinepest-Verordnung. Zudem haben Deutschland und Polen gemeinsam vier Maßnahmen vereinbart, um der Tierseuche Herr zu werden.

Um gegen einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gewappnet zu sein, hat Deutschland jetzt weitere Maßnahmen ergriffen: So erweitert das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) derzeit nach eigenen Angaben die Schweinepest-Verordnung, um den zuständigen Behörden in den Ländern im Ausbruchsfall zu ermöglichen, flexibler Zäune oder andere Wildtierbarrieren aufzustellen. Damit könnten Wanderbewegungen von Wildscheinen wirksam eingeschränkt werden, wie Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigten. Auch die Wissenschaft empfehle dieses Vorgehen. Die Verordnungsänderung  wird laut BMEL in Kürze dem Bundesrat zur Beschlussfassung zugeleitet.

Künftig kann auch die Pufferzone abgesperrt werden

Bislang kann die zuständige Behörde nur im so genannten Kerngebiet, einem Teil des gefährdeten Gebiets, solche Barrieren errichten. Zukünftig soll es auch möglich sein, das gefährdete Gebiet und die Pufferzone abzusperren. Beide Bereiche werden – in Abhängigkeit von der Situation vor Ort – von den zuständigen Behörden rund um einen ASP-positiven Kadaver eingerichtet.

Als Pufferzone wird ein Bereich um das gefährdete Gebiet bezeichnet, in dem keine ASP-Fälle nachgewiesen wurden, aber dennoch Schutzmaßnahmen gelten oder angeordnet werden können.

Deutsch-polnisches Ministertreffen zur ASP-Prävention

Des Weiteren haben Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und ihr polnischer Amtskollege Jan Krzysztof Ardanowski in einem heutigen (21. Januar) Gespräch am Rande der Grünen Woche vier konkrete Punkte für eine weitere Zusammenarbeit vereinbart. Sie sollen dazu beitragen, die Tierseuche auf polnischer Seite einzudämmen sowie ein Überspringen auf Deutschland zu verhindern:

Erstens: Erarbeitung eines gemeinsamen Maßnahmenkatalogs: Im Gespräch ist unter anderem die Einrichtung eines eingezäunten Korridors entlang der Grenze, um ein Einwandern infizierter Wildschweine nach Deutschland zu verhindern.

Zweitens: Es wird geprüft, wie das deutsche Technische Hilfswerk bei der Errichtung von Schutzzäunen auf polnischer Seite behilflich sein kann. Dazu findet zeitnah ein Vor-Ort-Besuch statt.

Drittens: Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft und Forschung.

Viertens: Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung, die eine drastische Verringerung der Wildschweindichte insgesamt, unter anderem durch Abschuss als effektive Präventionsmaßnahme, hervorhebt.

Mit Material von BMEL

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