Login
Mast

ASP: Mittelfristig kein Impfstoff verfügbar

von , am
15.10.2014

Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) erweist sich als schwierig. Daher wird in absehbarer Zeit kein Impfstoff gegen die Seuche zur Verfügung stehen.

Karte: Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP); Stand 09.10.2014 © FLI
Vorerst wird es wohl keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest geben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion 'Die Linke' hervor. Das Virus verfüge über zahlreiche Mechanismen, dem Immunsystem seiner Wirte zu entgehen, was die Entwicklung eines Impfstoffes mit konventionellen Methoden erschwere. Um das Risiko eines Eintrags des ASP-Virus nach Deutschland zu minimieren, habe die Regierung vorbeugende Maßnahmen veranlasst und setze auf die Aufklärung von Reisenden und Fernfahrern.
 
Der Ausbreitung über Speisereste, die an Tankstellen, Raststätten oder Autobahnparkplätzen hinterlassen und von Wildschweinen aufgenommen werden können, werde eine hohe Bedeutung beigemessen, so heißt es in der Regierungs-Antwort. Deshalb würden Hinweise in deutscher, russischer, polnischer und rumänischer Sprache an entsprechenden Orten plakatiert.

Zusammenhang mit Schwarzwilddichte

Die Bundesregierung erklärte zudem, dass es bisher keine gesicherten Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Schwarzwilddichte und der Ausbreitungsdynamik der ASP gebe. Dies werde jedoch weiter untersucht. Das FLI stehe in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in Lettland, um die dortige ASP-Situation unter Berücksichtigung der dortigen Schwarzwilddichte zu untersuchen. Darüber hinaus hat sich das FLI in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung mit der Modellierung der ASP im Schwarzwild befasst.

Gefahr einer Einschleppung hoch

Die Vorsitzende des Bundesagrarausschuss Gitta Connemann erklärte nach einem kürzlichen Treffen mit FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter, dass die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) unvermindert anhalte. Zwar hätten sich frühere Verbreitungsprognosen bislang glücklicherweise nicht bestätigt. Dies ändere jedoch nichts daran, dass die Gefahr einer Einschleppung der Seuche nach Deutschland keineswegs gebannt sei. Für Entwarnung bestehe daher keine Veranlassung.
Auch interessant