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Wissenschaft

ASP: Risiko der Verschleppung durch Aasfresser gering

Marderhund im Wald
am Freitag, 09.08.2019 - 09:21

Aasfresser stellen laut Wissenschaftler ein geringes Risiko für die Verbreitung der ASP dar. Im Gegenteil, sie könnten das Risiko sogar vermindern.

Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Aasfresser ein geringes Risiko für die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) darstellen. Im Gegenteil, sie können sogar dazu beitragen, die Beständigkeit lokaler Viren zu reduzieren, indem sie infizierte Kadaver fressen.

Wie wird ASP unter Wildschweinen übertragen und wer ist möglicherweise dran beteiligt? Diese Frage treibt viele Wissenschaftler angesichts der aktuellen Epidemie um. Da das Virus eine hohe Stabilität aufweist, gibt es Befürchtungen, dass Aasfresser infektiöses Material verendeter Wildschweine in der Umwelt verbreiten könnten.

Diese Befürchtung konnte in der vorgestellten Untersuchung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) nicht bestätigt werden.

ASP-Untersuchung zu Aasfressern

Die Wissenschaftler des FLI beobachteten dazu die Plünderungsaktivitäten an 32 Wildschweinkadavern in ihrem natürlichen Lebensraum in Deutschland. Mit Hilfe von Digitalkameras entdeckten sie 22 Wirbeltiere, davon zwei Säugetier- und drei Vogelarten, die an den Kadavern fraßen.

Am häufigsten wiesen sie den Marderhund  - auch Enok genannt - nach. Er war für 44 Prozent der Besuche verantwortlich. Marderhunde, Rotfüchse  und Bussarde fraßen in der warmen und kalten Jahreszeit an den Kadavern. In der kalten Jahreszeit beobachteten die Wissenschaftler zusätzlich Raben und Seeadler.

Im Sommer sorgten aber zum größten Teil Insekten für die Verwertung/Beseitigung der Kadaver. Zudem wurde der größte Teil des Kadavers vor Ort gefressen. Nur in seltenen Fällen verließen Füchse, Marderhunde und Raben den Fundort des Kadavers mit einem kleinen Stück Fleisch im Maul oder Schnabel.

Aasfresser reduzieren Risiko

Deshalb kommen die Wissenschaftler zum Schluss, dass das Risiko einer Ausbreitung der ASP durch Aasfresser als gering anzusehen ist. Eine Verringerung ihrer Population habe keine Auswirkung auf die Seuchenbekämpfung.

Im Gegenteil, Aasfresser sind bei der Entfernung von Wildschweinkadavern effizient und können so dazu beitragen, das Risiko des Überdauerns des Virus in der Umwelt zu verringern.

Mit Material von nature

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