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Aus der Wirtschaft

ASP: Russland verschärft Importstopp

© landpixel
von , am
05.04.2014

Moskau - Ab Montag kommender Woche dürfen nach Russland keine Schweinefleisch enthaltenden Fertigprodukte aus Litauen und Polen mehr importiert werden.

Der Handelsstreit um den Importstopp für Agrarprodukte ist momentan nur ein Nebenschauplatz in den russisch europäischen Beziehungen. © Mühlhausen/landpixel
Mit dieser Entscheidung hat der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) den seit Wochen bestehenden Einfuhrstopp für Lebendschweine und Schweinefleisch aus der gesamten Europäischen Union noch verschärft. Diese Maßnahme wurde mit dem Auftreten des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in den nahe der Grenze zu Weißrussland liegenden Gebieten beider Länder begründet.
 
Man sehe sich jetzt zur Ausweitung des Importverbots gezwungen, weil die bisherige Position der EU-Kommission bei Verhandlungen über die Regionalisierung aus der Sicht Moskaus zu wenig konstruktiv und die in der EU eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP sowie zur Vorbeugung gegen deren Ausbreitung unzureichend seien, stellte Rosselkhoznadzor am Mittwoch fest.

EU: Importverbot unangemessen

Dabei kritisierte die Behörde auch mangelnde Informationen über die Lokalisierung von Seuchenherden in den betroffenen Staaten und über Präventionsmaßnahmen in den anderen EU-Ländern. "Die russischen Experten befürchten eine Verschärfung der ASP-Seuchenlage in Europa", hieß es in der Mitteilung.
Die EU wiederum bezeichnet das russische Importverbot als unangemessen. Sie will "in sehr naher Zukunft" vor der Welthandelsorganisation (WTO) klagen, teilte der Sprecher von Handelskommissar Karel De Gucht am Donnerstag in Brüssel mit. Bemühungen, den Konflikt mit Moskau auf diplomatischer Ebene zu lösen, seien nicht erfolgreich gewesen. 

Marktreport: EU-Schweineproduktion leicht rückläufig (03. April)

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