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Afrikanische Schweinepest

ASP: Schwarzwild noch stärker bejagen!

Wildschwein
© agrarfoto
von am
12.12.2017

Nach neuen ASP-Fällen in der Ukraine und in Polen wird bundesweit gefordert, das Einschleppungsrisiko durch eine stärkere Schwarzwildbejagung zu reduzieren. So schlägt zum Beispiel die FDP Niedersachsen eine Reihe von Maßnahmen vor, die bundesweit umgesetzt werden sollten.

Angesichts des nach wie vor sehr hohen Risikos der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mehren sich bundesweit die Forderungen, die Wildschweinbestände drastisch zu reduzieren. Zum Beispiel fordert jetzt nach Informationen der BILD die FDP Niedersachsen die Bundesländer in einem Warn-Report auf, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

Diese Maßnahmen fordert die FDP Niedersachsen

Eine vorübergehende ganzjährige Jagdzeit für Schwarzwild mit Ausnahme geschützter Muttertiere.
Eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro für jeden erlegten Frischling und jede erlegte nicht führende Bache ab zwei Jahren.
Der Einsatz von Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras.
Die Gebühren für Fleischuntersuchungen werden den Jägern erlassen und von den Ländern übernommen.
Die Anzahl der Drückjagden im Staatswald und in den Nationalparks wird erhöht.
Nationalparks und Forstämter verzichten auf Gebühren. Den Jägern werden geschossene Tiere kostenfrei überlassen.

Auch in Thüringen fordern Landwirte und Jäger das generelle Aussetzen der Kosten für die Trichinenuntersuchung beim Schwarzbild sowie dessen gezielte Bejagung, wie die Fleischwirtschaft berichtet.

Brandenburg: Abschussprämie zeigt Wirkung

Dass die Gewährung einer Abschussprämie Wirkung zeigt, bestätigte unterdessen Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. Seit Beginn des Jagdjahres 2016/2017 werden in mehreren Landkreisen Brandenburgs 20 Euro für zusätzlich erlegtes Schwarzwild gezahlt. Gegenüber 2015/2016 habe die landesweit erlegte Wildschweinstrecke um acht Prozent auf 76.512 zugenommen. Das sei eine der höchsten Stückzahlen überhaupt, so der Minister gegenüber der Fleischwirtschaft.

Mit Material von BILD und Fleischwirtschaft

Wildschweinschäden richtig einschätzen

Dann reicht neben dem Schleppen, was im Frühjahr auf jeden Fall erledigt werden muss, eine korrekte Nachsaat. Diese muss in einem solchen Fall allerdings höher als üblich ausfallen. © Volker Berg
Landwirte und Jäger sollten sich einvernehmlich um Schäden durch Wildschweine kümmern. Gutachten sind recht aufwendig. Hier das Beispiel eines "kleineren" Wildschadens. Der Schaden besteht aus vereinzelten, flachen Aufbrüchen. Bei der Berechnung der gesamten Schadensersatzsumme sollten hier folgenden Kosten berücksichtigt werden: Reparaturkosten Grünland, Rüst-/Anfahrtszeiten, Fahrzeit und Kosten Ertragsausfall. © Volker Berg
Kleinere Schäden bei Aufbrüchen, einzelne Stippen, sind noch relativ leicht von Hand zu beheben. Vor allem die Arbeitszeit ist kostenintensiv. Zum Reparieren lohnen so genannte Karste und das anschließende Festtreten der einzelnen Plaggen. © Volker Berg
Eine innerbetriebliche Ersatzbeschaffung möglich, da es sich um eine insgesamt relativ kleine Menge an Futter handelt, die der Betrieb durch eine etwas intensivere Nutzung anderer Futterflächen ausgleichen kann. Bei tieferen Aufbrüchen kann es nötig werden, Erde aufzufüllen. Dann wird der Schaden meist teurer. © Volker Berg
Bei gitterförmigem Aufbruch sind die Schäden auf Grünland noch relativ schnell in den Griff zu bekommen. © Volker Berg
Bei diesem größeren Schaden handelt es sich um einen großflächigen, tiefen, zusammenhängenden Schwarzwildaufbruch. Bei Totalausfall ist die Schadensfläche zunächst durch Abschreiten festzustellen. Auch ein Messrad oder GPS-Einsatz ist möglich. © Volker Berg
Hier folgt als Reparatur die Neueinsaat mit der Drillmaschine. Hier ist abzuwarten, wie sich die Neuansaat entwickelt. Im Falle von Trockenheit und bei schlechtem Aufgang ist bei erforderlicher erneuter Ansaat diese einschließlich der Bodenbearbeitung zusätzlich ersatzpflichtig. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob im Folgejahr mit einem normalen Ertrag zu rechnen ist. Ist das nicht so, ist die Ertragsminderung festzustellen, die ebenfalls ersatzpflichtig ist. © Volker Berg
Schäden vorbeugen ist wichtig: Eine Ablenkungsfütterung mit kleineren Streifen Mais am Rande von Hecken oder Wäldern lohnt zur Vorbeugung gegen Schwarzwild. © Volker Berg
Die schwierige Zaunfrage: Einzäunungen mit üblichen Weidezäunen zeigen meist eine weniger gute Wirkung. © Volker Berg
Die hochpreisige Variante: Aufwändige Dauerzäune mit Knotengitter sind in aller Regel recht teuer. © Volker Berg
Zu bevorzugen sind Elektrozäune, die als Einzeldrähte oder Netze gespannt werden. Sie allerdings fordern hohen Zeitaufwand bei Pflege und Überwachung. © Volker Berg
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