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Tierseuche

ASP: Schweinehalter gründen Finanzfonds für Jäger

Wildschweine rennen über die Wiese
© Geza Farkas/AdobeStock
von am
11.01.2018

Schweinezuchtbetriebe im Jerichower Land gründen Finanzfonds für Jäger zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest.

Um das Risiko eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest zu verringern, haben sich private Schweinezuchtbetriebe aus dem Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) zusammengeschlossen und einen bedeutenden privaten Finanzfonds aufgelegt. Das berichtet der Landkreis Jerichower Land auf seiner Internetseite.

Kosten für Trichinenuntersuchung ersetzt

Demnach sollen aus diesem Fonds Mittel an die Jägerschaft im Kreis fließen, um den Schwarzwildbestand signifikant zu dezimieren und so eine mögliche Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern. Ab 10. Januar 2018 bekommen Jäger die Kosten für die notwendige Trichinenuntersuchung nach dem Erlegen eines Wildschweins ersetzt. Diese Untersuchung ist nötig, um das Fleisch bedenkenlos in die Verbraucherkette einzubringen.

Landkreis begrüßt private Initiative

Da in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu anderen Bundesländern – beispielsweise hat das Land Mecklenburg-Vorpommern eine Aufwandsentschädigung für jagdliche Maßnahmen beschlossen – bisher keine derartigen Vorkehrungen zur Verringerung der Schwarzwildpopulation eingeleitet wurden, begrüßt der Landkreis ausdrücklich die private Initiative der Schweinehalter. Für Landrat Dr. Steffen Burchhardt greife die hier gefundene Lösung unmittelbar. Die Kreisverwaltung werde sowohl die Landwirtschaftsbetriebe als auch die Jägerschaft bei der Umsetzung unterstützen. Unabhängig davon sieht der Landkreis das Land Sachsen-Anhalt in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und finanzielle Unterstützung zu ermöglichen.

Auch Sachsen und Hamburg erleichtern Wildschweinjagd

Nachdem zuletzt Nordrhein-Westfalen die Schonzeit für Wildschweine, ausgenommen Bachen mit Frischlingen, aufgehoben hat, erleichtern jetzt dpa zufolge auch die Länder Sachsen und Hamburg die Jagd auf Wildschweine. So habe Hamburg ebenfalls eine Anordnung zur Aufhebung der Schonzeiten erlassen. In Sachsen seien Änderungen im Jagdgesetz geplant und der Staat übernehme die Kosten für die  Trichinenuntersuchung. Künftig soll in Sachsen die bislang verbotene Fangjagd mit Käfigen zugelassen sein und revierübergreifend gejagt werden dürfen.

Mit Material von Landkreis Jerichower Land und dpa

So viele Wildschweine wurden 2017 geschossen

Schwarzwildstrecke_Baden-Württemberg_2016-2017
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