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Seuche

ASP-Virus überlebt Reise über den Atlantik

Frachtschiff
© pixabay.com/Bluesnap
von am
06.04.2018

Das ASP-Virus kann sich weiterverbreiten als bisher angenommen, denn es überlebt den Transportweg von Futtermitteln auf See.

In Europa fürchten Schweinehalter die Afrikanische Schweinepest (ASP). Doch auch für ihre Kollegen in den USA ist das Virus eine reale Bedrohung, denn es ist in der Lage mit Futtermitteln über den Atlantik zu reisen. Das belegten Wissenschaftler am Collage of Veterinary Medicine der Kansas State University.

Das Team um die Professorin Megan Niederwerder arbeitet an einer Studie, die das Risiko des Einschleppens der ASP mindern soll. Konkret untersuchen sie, ob das Virus den Transportweg auf See in Futtermittel und Futtermittelzusatzstoffen überlebt. Zudem wollen sie die Dosis des Virus bestimmen, die für eine Infektion bei Schweinen notwendig ist. Ein drittes Themengebiet ist das Erforschen von Mitteln, die das Risiko der Übertragung der ASP verringern. Eingeschlossen sind hierbei auch Futtermittelzusatzstoffe, die das Virus möglicherweise im Futter inaktivieren können.

Versuch: ASP übersteht simulierten Transport

Das Forscherteam untersuchte in der Studie 5 g-Proben verschiedener Alleinfuttermittel und Futterinhaltsstoffe, darunter Sojamehl, Lysin, Cholin und Vitamin D. Um den Transport des Futters auf dem Seeweg zu simulieren, gaben die Forscher die Inhaltsstoffe in Röhrchen und lagerten diese in einer Umweltkammer. Anhand von meteorologischen Daten programmierten sie die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit der Kammer so, dass sie eine Reise eines Frachtschiffes von Osteuropa nach Nordamerika nachahmte. Dieses transatlantische Modell wurde – wie eine echte Reise auf See – über 30 Tage durchgeführt.

Anschließend untersuchten die Forscher, ob das Virus nach dem simulierten Transport noch in einer für Schweine infektiösen Dosis vorhanden ist. Außerdem prüfen sie nun Zusatzstoffe, die eine Ausbreitung des Virus mit dem Futter verhindern können.

„Letztendlich wollen wir das Risiko des Einschleppens der Afrikanischen Schweinepest in die USA minder. So sollen die Schweinehalter vor der Seuche geschützt werden, denn es ist durchaus möglich, dass das Virus über den Transportweg verbreitet wird“, fasst Magan Niederwerder zusammen.

Mit Material von journals.plos.org
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