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Ferkelkastration

Aufreger Ferkelkastration: Fehlende Alternativen und Unsicherheit

Ferkel im Stall
am Mittwoch, 10.10.2018 - 15:15 (Jetzt kommentieren)

Das Hin und Her um eine Fristverlängerung des Verbotes der betäubungslosen Ferkelkastration bewegt viele agrarheute Leser. Auf Facebook gibt es einige Diskussionen.

Am 21. September hatte der Bundesrat gegen eine Fristverlängerung des Verbotes der betäubungslosen Ferkelkastration entschieden. Doch die Spitzen von Union und SPD wollen das zum 1. Januar 2019 greifende Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln nun doch verschieben. Die Koalitionsfraktionen sollen dafür im Bundestag eine Initiative auf den Weg bringen, um die Übergangsfrist bis zum vollen Verbot um zwei Jahre zu verlängern

Unsere Facebook-User treibt das Thema natürlich auch um und es wird heiß diskutiert.

Fristverlängerung sei falscher Weg

So meint Karsten G.: "Eine Fristverlängerung ist definitiv der falsche Weg. Diese Tierquälerei muß ein Ende haben." Lothar T. antwortet hierauf: "Kastration ist Tier und Menschenschutz. Esst doch einfach Eberfleisch... Der Handel und die Schlachtindustrie wollen für die Verbraucher helles fettarmes Schweinefleisch. Alles gleich groß um es beim Zerlegen automatisieren zu können. Also ist der Verbraucher Co-Produzent. Das ist wie wenn ich mich gegen Fluglärm und Abgase aufrege - aber Bonusmeilen sammle!"

Thema Ferkelkastration sei "Kindergarten"

Philipp K. ist ebenfalls der Meinung: "Der Verbraucher hat es sehr wohl in der Hand! Der EH fordert was der Verbraucher kauft und somit wirds an die Schlachter und von da an die Landwirte weitergegeben, was gefordert wird!"

Für Jeanette K. ist das ganze Hin und Her "ein Kindergarten. Zögern wir das Sterben noch mal um zwei Jahre raus, anstatt uns eine Sicherheit zu geben. Und in einem Jahr und zehn Monaten haben wir wieder denselben Zirkus!“ Philipp K. meint herauf, es sei immerhin etwas "Zeit, eine sinnvolle und praktikable Lösung zu erarbeiten!

Problem für Landwirte: Keine Alternativen

René G. versteht die Aufregung nicht: "Seit fünf Jahren weiß man Bescheid das dieser Schritt kommen wird! Und statt sich mal evtl selbst um Lösungen zu kümmern, wird wieder gejammert und eine Fristverlängerung herbei gebettelt. Ich kann's so langsam nicht mehr hören!"

Nadine U. meint auf Renés Aussage: "Das Problem liegt aber auch in den Alternativen. Das Betäubungsgas ist in Deutschland noch nicht mal zugelassen und auf die chemische Kastration haben die Mäster kein Bock, wodurch der Bauer auf den männlichen Ferkeln sitzen bleibt."

Eberfleisch: Mäster haben keinen Abnehmer

Jeanette K. sieht das etwas anders. Sie meint, die Mäster hätten "Bock", wenn es eine Nachfrage geben würde - die aber gebe es nicht.

"Und Immunokastrations-Eber gelten immer noch als Eber und Ebermaske. Die Mäster haben keinen Abnehmer. Es wird ihnen von Metzgern gesagt "nehmen wir nicht " und die Masken werden ständig nach unten angepasst. Spermasexing geht auch nicht - also was machen außer Betäubung - die wir seit FÜNF Jahren fordern? Und nun - Überraschung - gibt es die Gesetzeslage nicht her. Kommt ja nun reichlich spät, diese Feststellung...“, so Jeanette.

Forderung an Supermärkte

Klaus H. fordert: "Jetzt müssen die Bauern EDEKA, REWE, ALDI , LIDL und Co. aber kräftig in den Arsch treten, dass die mal so langsam anfangen Eberfleisch/Fleisch von geimpften Tieren zu verkaufen. Ansonsten stehen sie in zwei Jahren wieder vor dem gleichen Problem. Tierschutz hat in Deutschland eine starke Lobby, in zwei Jahren ist definitiv Schluss mit Kastrieren. Dann hilft den Bauern niemand mehr!!!"

Und Tom M. sieht Dänemark hier als Vorbild: "Wahnsinn, wie schnell Dänemark Alternativen politisch gangbar gemacht hat... so in 6 Monaten. Und Deutschland?"

Mit Material von agrarheute/Facebook

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