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Sauenhaltung

Aufreger zum Kastenstandurteil: 'Strukturwandel wird beschleunigt'

Sauen in Kastenständen
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
05.01.2017

Hessen setzt per Erlass das "Mageburger Urteil" zu Kastenständen in der Sauenhaltung um. Die ISN warnt vor einem 'enormen Strukturwandel', auch auf facebook gibt es Reaktionen.

In Hessen gibt es einen Erlass zu dem im November bestätigten "Mageburger Urteil". Demzufolge bleiben den hessischen Schweinehaltern nur sechs bis maximal zwölf Monate Zeit, ihre Ställe gegebenenfalls anzupassen.

Im November 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht das sogenannte "Magdeburger Urteil" vom 24. November 2015 bestätigt und eine entsprechende Klage abgewiesen.

Nach Sicht der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschland (ISN) macht der hessische Erlass die große Unsicherheit beim Thema Kastenstandhaltung von Sauen deutlich. Das gelte sowohl für die Ferkelerzeuger aber auch für die Kontrollbehörden.

'Betriebsindividuelle Konzepte erstellen'

Zunächst gehe es nun laut ISN darum, betriebsindividuelle Konzepte zu erstellen. Wichtig sei dabei im Erlass der Hinweis auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bei der Anordnung von Maßnahmen. "Politik und Umsetzungsbehörden müssen sich der enormen Verantwortung bewusst sein", schreibt die ISN.

Für bestehende Ställe seien ausreichend lange Übergangsfristen unerlässlich, ansonsten drohe der deutschen Ferkelerzeugung ein enormer Strukturwandel, "bei dem sich wohl die ausländischen Ferkelerzeuger die Hände reiben dürften".

In dem Zusammenhang appelliert die ISN an das Bundeslandwirtschaftsministerium, sich für eine EU-weit einheitliche Regelung einzusetzen, wie es auch in einem Beschluss der Agrarministerkonferenz (AMK) vom 9. September 2016 gefordert wurde.

facebook-User: 'Strukturwandel wird beschleunigt'

Auch auf unserer facebook-Seite wird der hessische Erlass kommentiert: "Mit diesem Urteil wird der Strukturwandel um ein vielfaches beschleunigt und familiäre Betriebsstrukturen gänzlich vernichtet. Noch ein paar Jahre hin, dann gibt es nur noch Importfleisch", schreibt Jörg.

Christoph-Wilhelm meint: "Nicht nur, dass das Urteil sowohl der wissenschaftlichen Erkenntnis, als auch den Erfahrungen der Praktiker widerspricht und somit aktiv Tierleid fördert, nein, jetzt müssen die Hessen mit dem Vorschlaghammer durch die Papierwand, ohne Rücksicht auf Verluste. Es zeigt sich wieder einmal wieviel Vertrauen und Rückhalt die Landwirtschaft genießt."

Heiko ist der Meinung: "Eine Mehrzahl wird nicht umbauen, sondern abbauen. Straathof hat schon Blumen ins Ministerium nach Wiesbaden geschickt, er kommt jetzt ins Geschäft."

Mit Material von ISN

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